Hebeln fundamentale Entwicklungen die Charttechnik aus?
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Technische Analyse
vom 16. Januar 2012, 13:00 Uhr
ENL5454
es ist sehr mühsam und zeitaufwendig, sich mit den unzähligen Wirtschaftsdaten zu beschäftigen und diese kontinuierlich zu verfolgen. Doch nur so erhält man einen Eindruck davon, an welchem Punkt im Konjunkturzyklus sich welche Region der Welt sich gerade befindet.
Es ist ja auch für viele ein sehr trockenes Thema und vielfach stellt sich die Frage, ob sich die Mühe überhaupt lohnt, wo doch angeblich in den Charts alle Informationen bereits enthalten sind. Welcher Analyseansatz ist denn nun der bessere - Charttechnik oder Fundamentalanalyse? Genau diese Frage wollte ich heute einmal aufgreifen. Veranlasst dazu hatte mich ein Leser-Kommentar, der sich auf meine Bund Future-Analyse bezog:
Wenn Rating-Agenturen den Daumen senken, steigen die Zinsen
"Da sieht man mal wieder, daß übergeordnete politische Aspekte die Elliott-Wave-Theorie aushebeln können. Aber warten wir mal ab was passiert, wenn die Rating-Agenturen den gesamten Euroraum incl. Deutschland in der Bonität abwerten. Dann müßten in jedem Land incl. Deutschland die Zinsen steigen und somit der Bund-Future sinken."
Passender Zufall - S&P stuft neun Euroländer herab
Diesen Kommentar erhielt ich am vergangenen Donnerstag. Welch passender Zufall, dass nur einen Tag später die Bonitätsherabstufung mehrerer Euro-Staaten durch die Ratingagentur Standard&Poor's (S&P) erfolgte. Am späten Freitagabend senkte S&P die Bonitätsnoten von Frankreich und Österreich auf die zweitbeste Note „AA+". Die Bonität von Italien, Spanien, Portugal und Zypern ging gleich um zwei Stufen in den Keller. Malta, die Slowakei und Slowenien büßten eine Stufe ein. Die Ratingagentur Standard & Poor's unterstellt damit gleich neun Euroländern eine schlechtere Kreditwürdigkeit. Deutschland behielt indes sein Spitzenrating von „AAA", sogar mit stabilem Ausblick.
Erste Reaktionen fielen heftig aus
Zwar hatten viele Investoren bereits seit Anfang Dezember mit einem solchen Schritt gerechnet - damals hatten die Bonitätsprüfer von S&P die Herabstufungen ins Spiel gebracht. Dennoch war die Marktreaktion zunächst heftig, als erste Meldungen über die Ticker liefen, die eine Entscheidung für Abend ankündigt hatten. Der Euro verlor zeitweise allein am Freitag 1,6 Prozent auf 1,2632 Dollar - tiefster Stand seit 16 Monaten. Auch die Aktienmärkte brachen zunächst kräftig ein, erholten sich aber später wieder etwas. Der Bund Future stieg auf über 140 Punkte.
Hebeln fundamentale Entwicklungen die Charttechnik aus?
Hier kann man wohl eindeutig behaupten, dass gerade die Verschonung Deutschlands den Bund Future auf das neue Rekordhoch getrieben hat. Klar, während die Zinsen durch die Herabstufung in anderen Ländern steigen dürften, treibt es die Anleger umso mehr in den verbliebenen sicheren Hafen. Kursbewegungen, die klar fundamentale Ursachen haben. Doch wurde damit die Charttechnik bzw. konkret die Elliott-Wellen tatsächlich ausgehebelt?
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Woran liegt es, dass die Masse aller Trader nur Geld verliert ... während sich die besten 5 % sogar noch in fallenden Märkten dumm und dämlich verdienen?