Hayek, die Fed und der Rückfall in die Rezession
Andrew Kashdan in Investors Daily
vom 17. April 2003 18:00 Uhr
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Selbst für flüchtige Marktbeobachter dürfte es klar geworden sein, dass die keynesianische Politik (nach dem Ökonom John Maynard Keynes benannt) des "Gelddrucken und Ausgeben" in den letzten 3 Jahren gescheitert ist.
Dennoch glauben die meisten Leute weiterhin an diese Wirtschaftspolitik, aber ein paar suchen eine bessere Erklärung dafür, warum wir so große Probleme haben, aus den Wirtschaftsproblemen wieder herauszukommen.
Heute liefere ich ihnen eine Erklärung, die vor rund 70 Jahren F.A. Hayek geliefert hat. Denn seine Erkenntnisse, die er nach dem Schwarzen Freitag gewonnen hat, sind meiner Meinung nach auch auf die heutige Situation anwendbar. Hayek baute auf die Geldtheorie von Ludwig von Mises auf und bekam später denn Nobelpreis. Meiner Meinung nach Grund genug, sich eins seiner Bücher anzusehen – wie "Preise und Produktion", das er im Depressionsjahr 1931 schrieb.
Die Versuche, die Weltwirtschaftskrise zu bewältigen, führten die Zeitgenossen von Hayek zu der Frage: Rechtfertigt die Existenz ungenutzter Ressourcen in der Volkswirtschaft nicht die Expansion der Geldmenge? Hayek antwortete mit "Nein", und er erklärte, dass jede übermäßige Expansion der Geldmenge die Struktur der Produktion verändert. Diese Antwort erklärt auch, warum die heutige Politik der US-Zentralbank und scheinbare starke Konsumausgaben uns nicht aus der Wirtschaftskrise herausgeführt haben.
Hayek argumentierte so: "Es sollte klar sein, dass das Schaffen von Kredit für die Konsumenten, was als Kur gegen die Rezession angeführt wurde, in Wirklichkeit sogar den gegenteiligen Effekt haben würde. Ein relativer Anstieg der Nachfrage für Konsumgüter könnte die Dinge noch verschlechtern." Der Grund ist zusammengefasst, dass die Struktur der Produktion (also die Verteilung der Kapitalgüter) anhand der wirklichen Sparpräferenzen der Konsumenten bestimmt werden muss. Mit anderen Worten: Der Wirtschaft würde es nicht zwangsläufig besser gehen, wenn sich jeder Amerikaner ein neues Auto kaufen würde – wenn dieses Geld stattdessen in Kapitalinvestitionen gesteckt würde, könnte dies besser sein.
Der Fed-Vorsitzende Alan Greenspan hat gesagt, dass er während der Boomjahre nichts hätte tun können, um den Abschwung zu verhindern, und jetzt könnte er nur die Folgen mildern. Hayek war da gegenteiliger Ansicht: "Die Ereignisse sind nur ein Beleg für die alte Wahrheit, dass man eine Krise vielleicht dann verhindern kann, wenn man die Expansion rechtzeitig unter Kontrolle bringt, aber dass man nichts mehr machen kann, wenn die Krise erst einmal eingetreten ist. Dann muss man sie zu ihrem natürlichen Ende kommen lassen." Man sollte nicht nur die Zentralbank und die Geldpolitik beschuldigen – auch die Politik verdient ihren Anteil an der Schuld. Hayek schrieb zu Ende seines Buchs: "Bestimmte staatliche Handlungen können eine Verlängerung der Stagnation hervorrufen, indem sie einen Wechsel weg von Produktionsgütern hin zu Konsumgütern veranlassen. Das kann für erhöhte öffentliche Ausgaben im Allgemeinen gelten, oder für besondere Formen der Besteuerung oder für besondere Staatsausgaben."
Also, wohin führt uns das alles? Kurz gesagt: Viele Investments müssen liquidiert werden, bevor eine nachhaltige Erholung beginnen kann. So ein Prozess ist schwierig, und unglückliche Kriege und weit ausgeweitete Staatsausgaben können Ressourcen von wirtschaftlich sinnvollen Verwendungen weglenken. Egal, wie viel "Stimulierung" diese Staatsausgaben bringen.
Die Symptome der noch immer laufenden Korrekturen der Nachwirkungen der Spekulationsblase sind überall zu sehen. Die Einzelhandelsumsätze sind schwach, ebenso das Verbraucherverrauen, die Unternehmensinvestitionen und die Lage am Arbeitsmarkt, um nur ein paar Problemfelder zu erwähnen. Die unsterblichen Optimisten unter uns sind schnell, wenn es um die Benennung der "temporären" Problemfaktoren (hohe Ölpreise, "Geopolitik" und das Wetter) geht. Aber ich möchte betonen, dass die erstgenannten Problemfelder klassische Anzeichen eines schwachen Wirtschaftswachstums sind, wenn die Wirtschaft gegenüber einem externen Schock verletzlich ist.
Es gibt auch gute Nachrichten: Der Ölpreis ist zurückgekommen, und er hat sein altes Top nicht wieder überschritten – ein weiterer Anstieg hätte die US-Wirtschaft sicherlich wieder in die Rezession geschickt. Die jüngsten ökonomischen Indikatoren zeigen, dass die US-Wirtschaft eine "weichen Landung" hingelegt hat (um mit Alan Greenspan zu sprechen) und jetzt stagniert.
Das Beige Book der US-Zentralbank schreibt über die ersten paar Monate des Jahres: "Die Unternehmensinvestitionen blieben sehr schwach, da die geopolitischen Bedenken und die Unsicherheit über die Nachfragestärke weiterhin Investitionen und neue Einstellungen behindern."
Stephen Roach von Morgan Stanley macht die Situation am Arbeitsmarkt für die "große und steigende" Wahrscheinlichkeit einer Rezession verantwortlich. Andere Indikatoren fallen auf den ersten Blick positiv auf. Zum Beispiel ist das Wachstum des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes immer noch positiv. Aber der vielbeachtete ISM-Index ist unter die Marke von 50 Punkten gefallen. Werte über 50 deuten auf eine wirtschaftliche Expansion hin, Werte unter 50 auf das Gegenteil. Im Januar stand dieser Index bei 53,9 Zählern, im Februar bei 50,5 Punkten und im März ging es auf 46,2 Punkte abwärts. Das ist das niedrigste Niveau seit dem 11. September 2001. Dieser Rückgang schien mehr als eine nur temporäre Entwicklung zu sein.
Die ISM-Umfrage hat gezeigt, dass sich die Jobs im produzierenden Gewerbe in den USA weiter in Luft auflösen. Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als ob sich die Situation verbessern würde, steigen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe jetzt wieder deutlich – und sie bleiben signifikant über der wichtigen Marke von 400.000 (pro Woche).
Die Bauausgaben der Unternehmen bleiben auch sehr schwach, sie stehen derzeit 15 % unter dem Wert des Vorjahres, und 30 % unter dem Höchstwert im Jahr 2000. Wie lange werden die niedrigen Zinsen noch die Lage am boomenden Immobilienmarkt unterstützen? Nicht für immer – das ist meine Einschätzung. Die Zahl der Hausneubauten geht bereits zurück, und der Bestand an nichtverkauften Häusern, die verkauft werden sollen, ist seit Jahresbeginn stark gestiegen.
Natürlich würde sich dies alles ändern können, wenn die Entfernung von Saddam Hussein wirklich die Antwort der amerikanischen wirtschaftlichen Probleme wäre. Ich würde darauf aber keine Wette abschließen. Wenn die jetzigen Probleme etwas Gutes haben, dann ist es vielleicht die Tatsache, dass man einige sehr alte Lektionen lernt.
Krieg ist niemals gut für die Wirtschaft.