Hat das Elliott Wave Prinzip Schwächen?
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 25. Juni 2007 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
hoffentlich haben Sie ein erholsames Wochenende erlebt. Sie haben sich sicherlich schon gefragt: „Was sind die Stärken vom Elliott Wave Prinzip?" Die besonderen Eigenschaften sind die generelle Anwendbarkeit und die Genauigkeit. In vielen Fällen erhalten wir eine Perspektive für die kommende Zeit. Die Genauigkeit lässt Richtungswechsel in unglaublich vielen Situationen erkennen. Es funktioniert ausgezeichnet, weil es 100 Prozent technisch ist. Die theoretischen Stützverbände der wirtschaftlichen und politischen Neuigkeiten sind nicht erforderlich.
Wenn Sie nach den Stärken fragen, wollen sie sicherlich auch wissen, welche Schächen zu beachten sind. Die hauptsächliche Schwäche besteht in derAnzahle der verschiedenen Korrekturformationen. Es gibt 11 verschiedene Grundformen bei den Korrekturmustern, die noch durch doppelte und dreifache Muster erweitert werden können. Es ist nur in wenigen Fällen möglich, den Verlauf einer Korrektur zu prognostizieren, bevor sie begonnen hat. Die Richtlinien für Korrekturmuster lassen es zu, sie nach einem Ausschlussverfahren einzugrenzen.
Die doppelten und dreifachen Korrekturmuster können sich in einer Seitwärtsbewegung mehrere Male wiederholen. Es ist sehr frustrierend, wenn sich Korrekturmuster über mehrere Jahre hinziehen. Für einen Elliott Wave Analysten muss die Zeit zwischen 1966 bis 1982 eine große Herausforderung dargestellt haben. Nach einer Seitwärtsbewegung von 16 Jahre war der Markt für die nächste Rallye bereit.
In diesen Jahren war eine enorme Geduld und Ausdauer gefragt. Wenn man vielleicht ahnen konnte, dass sich nach Korrektur von 1965 bis 1970 noch eine weitere Korrektur bildet, deren Gesamtbild sich als umgekehrtes Dreieck herausgestellt hat, sind bestimmt einige daran verzweifelt, dass sich anschließend noch eine komplexe Seitwärtskorrektur gebildet hat, die die Geduld weitere acht Jahre auf die Probe gestellt hat. Die große Kunst besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für die nächste Haussee zu bestimmen. Es gibt noch kein mir bekanntes Verfahren, um eine solche Korrekturformation im Voraus zu bestimmen. In diesen Märkten kann man sich nur vorsichtig Schritt für Schritt „vortasten".
Vielleicht kann man das Elliott Wave Prinzip mit Schach vergleichen. Der Schachspieler kann tun was er möchte, wenn er sich an die Spielregeln hält. Am Anfang von einem Spiel stehen beiden Spielern noch viele Möglichkeiten offen. Je öfter sie gezogen haben, desto weniger Möglichkeiten bleiben den Spielern. Am Ende des Spiels hat einer der Schachspieler nur noch wenige Möglichkeiten eine Figur zu setzen. Vor dem letzten Zug ist es mir nur noch möglich, eine Figur auf einen letzten Platz zu versetzen, danach ist das Spiel verloren, alle Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Ein sehr guter Schachspieler verfügt über die Fähigkeit, die Möglichkeiten des Gegners sehr früh stark einzuschränken.
Am Anfang einer Seitwärtsbewegung kann sich ein Markt nur innerhalb der vorgegebenen Regeln entwickeln. Elf verschiedene Wellenmuster geben ihm innerhalb der Fibonacciverhältnis viel Bewegungsfreiraum. Je weiter sich die Korrektur fortsetzt, desto mehr der elf Varianten lassen sich ausschließen, irgendwann bleibt nur noch eine Möglichkeit übrig. Ein guter Elliott Wave Analyst verfügt über die Fähigkeit, den Verlauf der Korrektur früh zu erkennen.
Eine Frage liegt Ihnen bestimmt noch auf der Zunge: „Haben Sie schon einmal festgestellt, dass sich das Elliott Wave Prinzip als falsch erwiesen hat?" Nein, auf keinen Fall. Der Elliott Wave Prinzip hat seine Richtigkeit über viele Jahre bestätigt. Es ist aber eine andere Sache, zu jeder Zeit eine korrekte Prognose zu stellen.
