Harte Zeiten
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. November 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Wir stellen uns auf harte Zeiten ein", hiess es am gestrigen Mittwoch vom weltgrößten Chemiekonzern, BASF. 80 Fabriken werden vorübergehend geschlossen, in gut 100 Anlagen werde die Produktion gedrosselt. Gegenüber Ende Oktober habe sich das Umfeld nochmals deutlich verschlechtert". Ein massiver Nachfrage-Einbruch - vor allem von Kunden aus dem Automobilbereich - mache dem Konzern zu schaffen. Wie es im Jahr 2009 weitergehen werde, sei aus heutiger Sicht schwer einschätzbar.
Neues EU-Konjunkturpaket?
Und an fast jedem Krisentag gibt es aus der Politik neue Vorschläge zur Abmilderung der Krise. Nun will die EU-Komission ein 130 Milliarden-Euro-Paket auf den Weg bringen, durch das grenzüberschreitende Infrastrukturmaßnahmen gefördert werden sollen. Laut Bundeswirtschaftsminister Glos soll jedes EU-Land ein Prozent der Wirtschaftsleistung für das Programm zur Verfügung stellen (nationale Konjunkturprogramme sollen laut Regierungssprecher Wilhelm angerechnet werden). Für die Bundesrepublik fielen damit insgesamt um die 25 Milliarden Euro an.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, an dieser Stelle könnte es in der Tat zum Euro-Schwur kommen. Ob am Ende des Tages Länder wie Griechenland oder Italien wirklich ein Prozent ihrer Wirtschaftsleistung einbringen werden bzw. können?
Mögliche Verwerfungen rund um die europäische Gemeinschaftswährung wären sicherlich nicht negativ für die Nachfrage nach Gold und Silber. Vorsichtig formuliert. Momentan durchleben die Gold- bzw. Silberbugs ja zumindest an den Termin-Märkten ihr ureigenes Tal der Tränen. Die Papier-Preise bleiben nachhaltig gedrückt. Und auch aus dem Minensektor gibt es kaum positive Nachrichten. Sprich, Minenschließungen, Projektverschiebungen und die ersten Insolvenzen stehen auf der agenda".
Es überrascht also nicht sonderlich, dass angesichts derart desolater Rahmenbedingungen schon gehofft wird, dass das Papier-Treiben mit der physischen Auslieferung des Dezember-Kontrakts ein unrühmliches Ende nehmen wird. Per 18.11.08 waren 128,72 Millionen Unzen Silber bzw. 8,1 Millionen Unzen Gold in den Comex-Lagerhäusern. Es wird also spannend, ob es tatsächlich gelingen wird, die Lagerhäuser zu leeren.
Apropos Lagerhaus, es ist nach wie vor nicht unratsam, sein eigenes Vorratslager zu pflegen und aufzustocken. Wie es Herr Hambrecht von BASF schon sagte, die Zeiten werden härter.
Und, in der Tat, ein volles Supermarktregal ist nach wie vor ein Glücksfall und keinesfalls selbstverständlich.