Harte Zeiten für britische Banker (haha)
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 8. Dezember 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
In Großbritannien wird hart durchgegriffen.
Millionen-Bonuszahlungen für Banker trotz Staatshilfen für das eigene Unternehmen? Nun wurden strenge Gegenmaßnahmen ergriffen!
Zumindest könnte man das glauben, wenn man David Walker hört. Die Financial Times Deutschland zitiert den früheren Europachef von Morgan Stanley mit diesen Worten: Dies seien die „strengsten (Regelungen), die ein Land bisher erlassen hat".
Vielleicht waren die Regelungen sogar zu hart?
Denn eine Sprecherin des Verbandes britischer Banken äußert sich so: „Es besteht die Gefahr, dass Großbritannien zu früh zu viel im Vergleich zu anderen Ländern reguliert."
Ich lehnte mich zurück und schaute mir an, was denn nun eigentlich vom britischen Staat in die Wege gebracht worden ist.
Und hier kommt wieder der Unterhaltungsfaktor ins Spiel. Da sage noch jemand, die Finanzwelt sei trocken! Wie abstrus die Formulierungen von David Walker und der Sprecherin des Bankenverbandes sind, fiel mir auf, als ich mir ansah, was nun wirklich vorgesehen ist.
Und zwar dies:
Ab 2010 sollen in Großbritannien Banken die Gehälter ihrer Top-Manager (Gehalt über 1 Mio. Pfund = rund 1,1 Mio. Euro) offen legen.
Allerdings anonymisiert, d.h. es sollen keine Namen genannt werden.
Das ist alles.
Da kann ich nur sagen: Wow. Da besteht wirklich die Gefahr, dass hier zu stark reguliert wird. (Haha).
Interessant, wie z.B. die Sprecherin des Bankenverbandes ihre Aussage treffen konnte, ohne lachen zu müssen.
Von tragikomisch bis grotesk - alles dabei. Ich weiß schon, warum ich meinen Beruf liebe. Hoher Unterhaltungswert gegeben, dank Vögeln wie den gerade genannten.
Gruß an die Gemeinde!
Ihr
Michael Vaupel