Hart. Schnell. Und bald.
unserem Korrespondenten Addison Wiggin in Paris in Investors Daily
vom 27. November 2003 18:00 Uhr
ENL5454
- Die US-Staatsausgaben explodieren ... der Dollar bricht ein ...
- Vergeben Sie mir. Ich hatte hier im Investor's Daily das hohe US-Wirtschaftswachstum von 7 % bezweifelt. Wie falsch ich lag – jetzt soll das Wachstum ja sogar bei 8,2 % liegen! Das wäre das höchste Wachstum seit 20 Jahren. Oh là là ...
Auch das US-Verbrauchervertrauen ist im Oktober auf ein 12-Monats-Hoch gestiegen. Aber all diese guten News haben es nicht geschafft, die Aktienkurse auf neue Höchstkurse zu hieven. "Die Aktienkurse bewegten sich kaum trotz der starken US-Wirtschaftszahlen", so das Wall Street Journal. Die Kleinanleger scheinen den Zahlen entweder nicht zu trauen, oder sie hatten sie vorher bereits "eingepreist". "Die US-Staatsanleihen kümmern sich nicht um die starken Zahlen", so eine Schlagzeile in der Financial Times. Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen bleibt stark, deren Rendite ist auf 4,17 % zurückgegangen. In Japan, Euroland und London fallen die Preise. Und in Japan ist der Nikkei-Index über die Marke von 10.000 Punkten getrieben worden.
Die Erbsenzähler der US-Regierung könnten froh sein, ein so unglaubliches Wachstum vorweisen zu können; und die globalen Märkte könnten dumm genug sein, ihnen das zu glauben. Aber der Dollar bleibt unter intensivem strukturellem Druck ... und er scheint für einen Kollaps vorherbestimmt zu sein. Hart. Schnell. Und bald.
Sie werden wissen, dass ich bereits mehrfach vor US-Staatsanleihen gewarnt habe. Und vorgestern warnte die Rating-Agentur Moodys: Laut Financial Times sollten die USA ihre "Finanzen verbessern". Es sei schön und gut, die Steuern zu senken, und der Welt ein glückliches Gesicht zu zeigen – und das Geld in die Hände der glücklichsten Konsumenten der Welt zu geben. Aber wenn die USA Ihr "AAA"-Rating für ihre Anleihen behalten wollen, so Moody's, dann werden sie die Steuern wieder erhöhen müssen – oder die Ausgaben senken. Ha!
Dennoch scheinen die Entscheidungsträger in den USA alles tun zu wollen – sogar ihre Kinder als Sicherheiten für Kredite zu nehmen – um die USA weiter als Wachstumsmotor der Welt laufen zu lassen. Und die OECD scheint bereit zu sein, da mitzumachen. Laut der italienischen Zeitung La Repubblica hat die OECD die Wachstumsprognose für die EU von 2,4 % auf 1,9 % nach unten revidiert, und für die USA von 4 % auf 4,2 % nach oben revidiert.
Übrigens geht der "Handelskrieg" der USA mit China weiter: Diesmal haben die Protektionisten in den USA trotz der Lektionen der Geschichte weitere Restriktionen für chinesische Importgüter eingeführt. Diesmal sollen die Farbfernseher an der Reihe sein. Das US-Handelsministerium bestimmte, dass die Fernseher von vier chinesischen Herstellern, die unter "ihrem fairen Wert" verkauft worden sind, Aufschläge von 28 %–46 % auf ihre Preise hinnehmen müssen, die an den US-Fiskus wandern. "US-Fernsehhersteller und Gewerkschaften haben sich beschwert", so CNN, "dass die Importe aus China und Malaysia von 210.000 Stück im Jahr 2000 auf 2,65 Millionen im Jahr 2002 explodiert sind."
Kurioserweise gab es keine Importbeschränkungen gegen Fernseher aus Malaysia.