Handelsvolumen und Bull Markets
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 19. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Konventionelle Analyse-Weisheit ist, dass starkes Handelsvolumen Hauptcharakteristikum eines Bull-Markets ist. Ganz klar: Wenn man "bullish" eingestellt ist, möchte man Preise aufgrund starker Nachfrage zulegen und aufgrund leichter Nachfrage zurückziehen sehen. Entsprechend unkten auch die Talking Heads der Finanzpresse, dass das Handelsvolumen "zu leicht" oder "zu schwach" sei ... Als sei dies allein schon ausreichend, den Bullen in die Wurstfabrik zu schicken.
Aber vielleicht ist Handelsvolumen auch ein nicht allzu aussagekräftiger Indikator. Natürlich sagt es etwas über die dominierende Grundeinstellung am Markt aus. Aber sich allein danach zu richten heißt, sich großartige Gelegenheiten durch die Lappen gehen zu lassen.
Tatsache ist, dass Aktien sehr häufig während "geringen" oder "schwachen" Handelsvolumen in die Höhe steigen. Es gab oft genug Perioden, in denen der NASDAQ bei geringen Umsätzen nach oben schoss.
Mein Kollege Brit Ryle bezeichnet so ein Niveau "something of a blow-off top." Er schreibt dazu:
"Handelsvolumen spielt für mich eine große Rolle in der Analyse. Aber ich suche nach Anzeichen von Volumenanstieg im Fall von Trendwendungen. An einem Tag legte der Nasdaq um 50 Punkte zu, während das Volumen auf 1,9 Milliarden stieg. Unterpar, vielleicht, aber ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass ein sich über mehrere Tage erstreckende Aufwärtsbewegung bevorstand. Entsprechend bezogen wir die erste von vier Positionen in Sandisk (SNDK-NYSE) Call Optionen. Innerhalb von 11 Tagen erzielten wir Gewinne von 46 %,34 % und 71 %."
"Wichtig ist ein Blick auf die Verteilung des Volumens zwischen 'up volume' und 'down volume', meist auch On Balance Volume oder OBV genannt. Dieses macht eindeutig, was das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern ist. Wenn man das weiss, wird schnell klar, ob ein Tag mit 'geringem' Volumen nicht doch solides Potential nach oben mit sich bringt."
"Einmal beispielsweise war das OBV anfangs bei 10:1 - sehr bullish also. Gegen 11 Uhr war der NASDAQ um 25 Punkte gestiegen - und OBV war immer noch bei 10:1 ... mein Signal, Calls zu kaufen. Am Ende des Tages lag OBV bei 13:1 und der NASDAQ hatte weitere 25 Punkte zugelegt. Unsere Calls waren 15 % gestiegen. Am folgenden Tag verkauften wir sie für 46 % Gewinn."
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