Halbjahresbilanz – US-Indizes
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 14. Juli 2010, 13:00 Uhr
ENL5454
Halbjahresbilanz - Rückblick auf den Beitrag von Montag
Am Montag hatten wir uns die Halbjahresbilanz der deutschen Indizes DAX, MDAX und TecDax angesehen. Hierbei haben wir festgestellt, dass sich der TecDax in seiner Entwicklung von DAX und MDAX unterscheidet und deutlich schlechter abgeschnitten hat. Während die Jahrestiefstände in DAX und MDAX bereits Anfang Februar erreicht wurden und die Kurse ab da eher aufwärts tendierten, geriet der TecDax erst Ende April richtig unter Druck und markierte sein Tief am 25. Mai. Hier noch einmal der Chart-Vergleich von Montag:
(Quelle: Ariva) Chartvergleich DAX, MDAX und TecDax, 01.01.-30.06.2010
Halbjahresbilanz - US-Indizes
Exakt am selben Tag erreichte auch der Dow Jones sein Tief. Damit kommen wir auch schon zu den US-Indizes.
Dow Jones-Überblick
Eröffnung - 04. Januar ---- 10.430
Tief --------- 25. Mai -------- 9.774
Hoch ------- 26. April ------- 11.258
Schluss --- 30. Juni -------- 9774
Performance 2010 1. Halbjahr - 6.3%
Abstand vom Tief im März 2009 bei 6.470 + 51%
Abstand zum Allzeithoch bei 14.198 - 31%
S&P 500-Überblick
Eröffnung - 04. Januar --- 1.115
Tief --------- 30. Juni ------- 1.028
Hoch ------- 26. April ------ 1.219
Schluss --- 30. Juni ------- 1.030
Performance 2010 1. Halbjahr - 7,6%
Abstand vom Tief im März 2009 bei 667 + 54%
Abstand zum Allzeithoch bei 1.576 - 35%
Nasdaq Composite-Überblick
Eröffnung - 04. Januar --- 2.294
Tief --------- 05. Februar - 2.100
Hoch ------- 26. April ------ 2.535
Schluss --- 30. Juni ------- 2.109
Performance 2010 1. Halbjahr - 8%
Abstand vom Tief im März 2009 bei 1.265 + 67%
Abstand zum Allzeithoch bei 2.861 - 26%
US-Indizes im Gleichlauf
Bei den US-Märkten liegen die Chartverläufe deutlich näher beieinander als bei den deutschen Indizes.

(Quelle: ariva.de) Chartvergleich Dow, Nasdaq Composite und S&P500, 01.01.-30.06.2010
Deutlich wird dies auch, wenn man sich noch einmal die Performance aller einzelnen Indizes zusammenführt:

(Quelle: ariva.de) Chartvergleich Indizes, 01.01.-30.06.2010
Während zwischen den US-Indizes lediglich eine Lücke von 1,7% besteht, liegt die Range bei den deutschen Indizes bei 16,7%.
Performance 2010 1. Halbjahr
MDAX + 6.5%
DAX 0 %
Dow - 6.3%
S&P - 7.6%
Nasdaq - 8.0%
TecDax - 10.2%
Wo bleibt der Mehrwert?
Zugegeben, mit den bisherigen Informationen von heute kann nur ein Statistiker-Herz höher schlagen. Einen charttechnischen Mehrwert erlangen wir damit noch nicht. Hierzu kommen wir aber noch.
Am besten hat also der MDAX abgeschlossen. Auch der DAX sieht noch recht positiv aus in der Halbjahresbilanz. Doch sowohl der TecDax, als auch die US-Indizes sind zur Halbzeit deutlich unter die 200-Tage-Linie abgerutscht. Und DAS ist die eigentliche Erkenntnis aus dem bisherigen Rückblick.
Die Situation sieht nämlich zunächst nicht sehr gut aus und wird gemeinhin als extrem bärisches Zeichen gewertet.
Doch inzwischen sind ja bereits einige Tage des 2. Halbjahres vergangen und hier konnte sich die Situation deutlich entschärfen. Einige Hinweise darauf, dass steigende Kurse zu erwarten sind, hatte ich Ihnen in der Vergangenheit bereits gegeben. Wo und was ich genau geschrieben hatte, erfahren Sie am Freitag.
Bis dahin wünsche ich Ihnen ein glückliches Händchen
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Fat Bob ger (14.07. 2010 20:33 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus, vielen Dank für ihre Analysen. Wie Sie glaube ich, dass ein Chart alleine nicht ausreicht, um langfristig erfolgreich zu sein. Momentan trade ich mit Euro Call Knock Outs, wobei ich immer einen Horizont von 1 bis 8 Wochen habe. Da ich nicht ein risikominimierender Erbsentrader bin, sondern nur eine Position aufmache (ganz oder gar nicht) muss ich mir diesen Schritt genauestens überlegen. Grundlage meiner Trades sind grundsätzliche Überlegungen zur Marktlage und wirtschaftlichen Ungleichgewichten. Diese müssen sich dann mit Charts belegen lassen. Die GuV Chancen dieses Ansatzes sind exorbitant (leider auch negativ). Ein Beispiel für eine langfristige Überlegung: Im nächsten US Präsidentenwahljahr wird der USD crashen. Grund: Es wird nicht gelingen die Butgetdefizite abzubauen, der Präsident wird unter den Druck von Butgetkürzungen oder Steuererhöhungen kommen. Beides ist nicht durchsetzbar im Wahljahr. Folge: Der USD wird massivst an Vertrauen einbüßen. Halten Sie also Ihr Pulver trocken. Das wird eine Jahrhundertchance mit riesigen Down Wellen. Machen Sie weiter wie bisher! Grüße, Ihr Fat_bob_ger
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (15.07. 2010 09:23 Uhr):
Guten Tag ! Grundsätzlich hängt es natürlich von der jeweiligen persönlichen Anlage- bzw. Tradingstrategie und dem jeweiligen Zeithorizont ab, ob Charts alleine ausreichen. Sehr kurzfristige Trader, wie z.B. Daytrader, benötigen sicher lediglich den Chart und keinen Blick "auf das Ganze". Ich kenne einige, die damit bereits sehr erfolgreich sind. Swing-Trader können theoretisch auch nur mit Charts glücklich werden. Hier sehe ich jedoch bereits die Grauzone. - - - Anhand der Kommentare habe ich festgestellt, dass sich unter den Lesern eigentlich alle Strategien finden lassen. Meine persönliche Tradingstrategie ähnelt Ihrer. Ich versuche aber in den Beiträgen sowohl die gesamtwirtschaftliche Lage zu identifizieren als auch die kurzfristigen Chartkonstellationen richtig zu interpretieren (siehe DAX-Korrekturphase). Insofern freue ich mich, dass Sie in den Beiträgen die für Ihre Strategie wichtigen Informationen vorfinden. In diesem Zusammenhang auch einen recht herzlichen Dank für die netten Worte!! - - - Ihre Erwartungen an den USD sehe ich nicht ganz so dramatisch. Grundsätzlich bin ich für den USD jedoch ebenfalls eher bärisch eingestellt. Sicherlich wird der EUR/USD-Kurs eher in der oberen Hälfte des langfristigen Aufwärtstrends oszillieren. Tendenz also steigend. Ihre angeführten Gründe halte ich für absolut plausibel und sehe das genau so. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (15.07. 2010 09:23 Uhr):
