Halb voll oder halb leer – Das Inflations-Glas in China

in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
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Im letzten Profit Radar hatte ich Ihnen beschrieben, dass die aktuellen Probleme, die Börsianer in China sehen, zwar fraglos ihre Berechtigung haben. Natürlich leidet China unter einer hohen Inflation. Aber diese Faktoren sind keine fundamentalen „Game Changer", die ein Investment nicht mehr rechtfertigen.


Gehen wir noch mal auf die Inflationsrate im Februar ein. Das ist ein exzellenter Punkt, um die derzeitige negative selektive Wahrnehmung der Märkte bezüglich Chinas zu verdeutlichen. Die Inflationsrate lag im Februar bei 4,9%. Das ist noch. Es liegt zudem über den Markerwartungen von 4,7% und vor allem den Zielvorgaben der Regierung von 4,0%.

Aber: Fakt ist auch, dass die Inflationsrate gegenüber Januar unverändert ist. Im ersten Monat des Jahres lag die Inflationsrate ebenfalls bei 4,9%. Die Inflation mag in China also zweifelsfrei zu hoch sein. Aber wir sehen keine Horrorszenarien, wie es die China-Bären in den vergangenen Wochen in düstersten Farben an die Wand gemalt haben.

Man kann also sagen, dass die Inflation zu hoch ist und dass die Aktionen der Regierung nicht wirken. Aber man kann die Daten auch so deuten, dass die Maßnahmen der Regierung sehr wohl Wirkung zeigen. Denn ein Inflationswachstum hat es eben nicht gegeben. Einige Ökonomen rechnen bereits für die zweite Jahreshälfte mit einer sinkenden Inflation in China, weil dann die Maßnahmen der Regierung voll.

Und die neuen Daten zur Industrieproduktion, die über den Markterwartungen ausfielen, zeigen, dass die Wirtschaft trotz der Maßnahmen der Regierung sehr wohl wächst. Die Analysten hatten eigentlich sogar mit einem Rückgang der Industrieproduktion im Februar gerechnet.

 

von
Daniel Wilhelmi
Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist als langjähriger Börsenjournalist aus Printmedien, zahlreichen Vorträgen und dem TV, z.B. „3sat-Börse“ oder „heute-journal“, bekannt.


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