Gute Tage
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 19. Dezember 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Der Goldpreis steigt weiter, der Dollar faellt. Fuer mich sind solche Tage GUTE Tage.
Aber da solche Tage derzeit fast jeden Tag stattfinden, widme ich dieser Entwicklung keine besondere Aufmerksamkeit. Was ich derzeit besonders interessant finde, ist die Entwicklung am US-Anleihenmarkt. Trotz der Rekorddefizite ... dem fallenden Dollar ... und einem Wirtschaftswachstum, das das hoechste seit 19 Jahren sein soll ... kollabieren die Kurse der US-Anleihen nicht. Stattdessen bleiben sie bemerkenswert stabil.
Karim Rahemtulla bietet dafuer eine Erklaerung:
"Es sieht so aus, als ob uns eine Deflation bevorsteht! Bedenken Sie das: Wir (die Amerikaner) haben seit fast drei Jahren eine sehr laxe Geldpolitik. Man kann Gueter fuer 0 %-Finanzierungen kaufen, 12 lang bleiben die Zahlungen zinsfrei. 60 Monate bei Autos. Hypotheken bekommt man schon fuer 4 %, wenn man den Zinssatz nicht fixiert, und fuer 5,5 %, wenn man den Zinssatz fuer 30 Jahre fixiert. Jetzt kaufen, 2006 zahlen. Und die Leute kaufen."
"In jedem normalen wirtschaftlichen Zyklus haette die Inflation bereits ihr Haupt erhoben. Aber wenn man sich die Zahlen dieses Jahr ansieht – dann ist die Inflation tot. Sowohl die juengsten Zahlen zum Produzentenpreisindex als auch zum Konsumentenpreisindex kamen negativ rein. Beide haben sich dieses Jahr noch nicht viel bewegt ..."
"Was das bedeutet? Wenn die Fed soviel Geld druckt wie nie zuvor und die Konsumenten wie nie zuvor kaufen, wo bleibt da die Inflation? Nun, wenn die Fed jemals mit dem gewaltigen Gelddrucken aufhoeren wird, dann werden wir eine Deflation haben. Die Preise fallen schon heute teilweise, trotz der starken Nachfrage ..."
"8,2 % Wirtschaftswachstum und keine Inflation?? Was waere dann, wenn das BIP nur halb so stark oder ' nur' um 3 % wachsen wuerde? Die Preise wuerden fallen. Dieses Kartenhaus wird zusammenbrechen. Die Zinsen werden nicht steigen, solange wir nicht drei Monate in Folge steigende Preise sehen werden."
"Ich denke, dass die groesste Differenz zwischen den Amerikanern und dem Rest der Welt der amerikanische Appetit auf alles ist, darunter auch Schulden. Deshalb wird es immer verlockender, in den USA jetzt auf fallende Kurse zu setzen."
Eric, Deine Gedanken bitte ...