Gute Nachrichten für die Leser
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 5. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Das war für die Leser dieses Newsletters fast großartig. Ich hatte die Leser gewarnt, dass sie sich vom Dollar fernhalten sollen. Aber ich habe die Leser auch gewarnt, dass sie sich von Aktien fernhalten sollen.
Ja, liebe Leser, ich habe mit einer kurzzeitigen Erholung gerechnet. Ich habe sogar damit gerechnet, dass das die Aktien ungefähr auf ein Niveau von 10.300 Zählern zurückbringen würde, womit dann ungefähr die Hälfte dessen zurückgeholt worden wäre, was sie verloren haben. Aber ich hätte nie geglaubt, dass sich eine kurzzeitige Erholung so lange halten kann. Und je länger es so weiter geht, desto mehr Leute fangen an zu glauben, dass es überhaupt nicht nur eine kurzzeitige Erholung ist... sondern ein echter neuer Bullenmarkt.
Alles ist möglich. Aber ich halte mich an die Theorie der kurzzeitigen Erholung. Selbst zum Tiefpunkt am 9. März sind die Aktien nicht auf einen Tiefstwert gefallen, der für die Talsohle eines Bärenmarktes typisch wäre. Meine Lesart der Ereignisse legt nahe, dass der Aktienmarkt in allgemeinen Mustern aus Boom und Krise abläuft. Wir hatten einen Boom, darüber besteht keinerlei Zweifel. Aber wir haben die echte Krise verpasst. Die Aktien sind nie wieder günstig geworden.
Doch das bringt mich zurück zu meinem Trade des Jahrzehnts. Denn wir kommen nicht nur am Ende des Jahres an, wir kommen auch am Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends an.
Und da stellt sich heraus, dass mein Trade des Jahrzehnts der große Gewinner ist. Erinnern Sie sich, die Sache war ganz einfach - Aktien während Erholungsphasen verkaufen, Gold in den Talsohlen kaufen. Nun, in den vergangenen 10 Jahren hat keine der großen Anlageklassen Gold übertreffen können. Und keine der großen Aktienklassen hat schlechter abgeschnitten als die Aktien. Mein Trade des Jahrzehnts war ein so großer Gewinner, dass Merryn Somerset Webb darüber in der Financial Times geschrieben hat:
Es stellte sich als ein guter Plan heraus. Im Jahr 2000 konnte man eine Unze Gold für 280 Dollar kaufen (das war in diesem Jahr der durchschnittliche Goldpreis.) Heute kostet es 1.125 Dollar. Zu der Zeit, hat Bonner gesehen, was die meisten anderen nicht gesehen haben. Er sah die amerikanische Wirtschaft nicht als eine Wirtschaft, die vom damaligen Vorsitzenden der Zentralbank, Alan Greenspan und seiner Leidenschaft für geringe Zinssätze, sorgfältig und clever verwaltet wurden. Er sah, dass es sich um eine gewaltige Blase handelte, die drohte zu platzen."
Er hat auch die wachsenden gewaltigen Staatsschulden, die Handels- und Bilanzdefizite und das schnelle Wachstum bei der Geldmenge als Faktoren erkannt, die langfristig den Dollar entwerten würden. Er hat auch erkannt, dass die Kreditblase eher ein globales Phänomen war, als ein allein auf die Vereinigten Staaten beschränktes."
Seiner Ansicht nach hat es also Sinn ergeben, dass man die einzige Nicht-Papier-Währung hält, die es gibt - Gold. Bonner hatte ein gutes Jahrzehnt mit Erträgen im Bereich von 400% und mehr."
Wir haben auch bezüglich der Wirtschaft richtig gelegen. Während Ben Bernanke eine große Mäßigung" sah, erkannte man in meinem Unternehmen eine große Blase. Und während Bernanke fähige Wirtschaftler sah, die eine Ära des Wachstums und der Stabilität verwalteten, sahen wir eine Reihe von Clowns, die um Schläge bettelten.
Wie kommt man auf die Titelseite?
Warum tauche ich dann nicht auf der Titelseite der TIME auf? Da erscheint wieder einmal der haarige Kopf von Ben Bernanke. Und wo ist mein Nobelpreis für Wirtschaft? Der ging an Paul Krugman. Zumindest hat Krugman erkannt, dass es Probleme geben würde. Zu schade, dass er eine Lösung hatte, die sogar noch schlimmer ist, als die von Ben Bernanke. Der Vorsitzende der Zentralbank hat die Geldbasis des Landes um 1,2 Billionen Dollar anwachsen lassen - um mehr als alle vorherigen Vorsitzenden der Zentralbank zusammen. Als das nicht geholfen hat (zumindest nicht weiter, als die Boni der Banker zu retten), hat Krugman vorgeschlagen, dass man noch weitere 2 Billionen Dollar drauflegt.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Harting (05.01. 2010 08:49 Uhr):
Es geht Ihnen, wie allen, die auf diesem Planeten in dieser Epoche (sagen wir mal seit Einführung der Schulpflicht) Qualität produzieren: Sie müssen ignoriert werden, denn mit Qualität macht man schlechte Geschäfte. Medikamente, die wirklich heilen, verschwinden vom Markt. Der Dreck, wenn er nur gerade für den Schwindel (Sie nannten es: Ledgerdemain) taugt und wie Schaum oben schwimmt: Mit dem macht man Kohle und bekommt die Awards. Als Nikola Tesla den Wechselstrom erfunden und Stromleitungen von den Niagarafällen bis in die Haushalte möglich gemacht hatte, war Bankhaus Morgan an seiner Seite. Als er dann später die drahtlose Stromübertragung in der Wüste von Arizona erfolgreich getestet hatte und um weitere Entwicklungskredite bat, bekam er verschlossene (Bank)ohren. Wie sollte man auch mit solchem Strom auch noch was verdienen? Den jeder haben kann? Und so weiter. Schreiben Sie den üblichen Talmi und man wird Sie hoch achten. Ob sich einer in Jahrhunderten daran erinnert? An Ihre Prognosen und Hinweise denke ich noch heute, weil sie eingetroffen sind. Mein Feld sind Sprache, Erziehung und Therapie. Was auf diesen Gebieten zählt und beachtet wird, ist genau wie auf Ihrer Domäne der Schaum, der oben schwimmt. Was Heilung, selbständige und "pflegeleichte" Kinder und eine erbauliche Ausdrucksweise hervorbringt, wird lächerlich gemacht oder ignoriert. Mögen Amokläufe an Schulen entstehen, die Heilmittel, die längst bekannt sind, wird man in öffentlichen Verlautbarungen vergebens suchen. Bleiben Sie ohne Nobelpreis und dafür bei der Wahrheit - Sie werden am Ende ein Ledger (in meinem Wörterbuch steht "Hauptbuch") aufweisen, in dem Sie noch tausend Jahre später gerne lesen. Herzliche Glückwünsche schon heute dafür!
Antworten - Kommentar von Dieter Borchmann (05.01. 2010 11:11 Uhr):
Hallo Mister Bill Bonner, für mich sind Sie der König ALLER Kommentatoren! Dass Sie Fehler machen ist normal, wer macht die nicht. Haward? Da kommen nicht nur Genies her. Auszeichnungen? Könnten durchaus lästig sein bzw. werden. Allerdings ist Ihr Thema für mich Deutschen leider etwas USA-lastig, auch wenn diese de facto tonangebend sind. Sie sind super, einmalig in der Wahl Ihrer Worte und daher "übern Klee" zu loben. Weiter so, Gutes, erfolgreiches Neues Jahr 2010! Dieter Borchmann :-)
Antworten - Kommentar von Fritz Dick (06.01. 2010 15:09 Uhr):
Ihre Kommentare kenne ich seit mehr als 2 Jahren , lese diese regelmässig, alles sehr klar, logisch und fundiert. Besten Dank dafür. Schon 1999 habe ich meine Pensionsansprüche gegen alle Ratschläge in Gold umgewandelt und habe seither meine Ruhe. Sie suchen (wie wir alle) wo Sie sich allenfälls irren könnten. Vielleicht in der Zeit? Das 1. Jahrzehnt in diesem Jahrtausend geht erst am 31.Dez .2010 zu Ende, das 3. Jahrtausend hat am 1. Jan. 2001 begonnen , auch wenn der Mainstream und die Presse das anders gefeiert haben. Niemand feiert am Tag an dem er auf die Welt kommt seinen 1. Geburtstag (Uni-Frankfurt, Jahrtausendwende) . Freue mich weiterhin auf Ihre unabhängigen und logischen Analysen.
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