Gute Idee für 5 Milliarden jährlich
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 15. September 2006 19:00 Uhr
ENL5454
Die Idee ist schon genial. Durch fetthaltige Ablagerungen – so genannte Plaques – können sich die Herzkranzgefäße verstopfen und deshalb zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Um die verstopften Gefäße zu erweitern, ist man auf die Idee gekommen, Stents einzusetzen. Dabei handelt es sich um ein kleines Gittergerüst in Röhrchenform, dass in die Herzkranzgefäßen eingesetzt wird, um einen erneuten Verschluss zu verhindern.
In bis zu 30% der Fälle verstopfen aber auch nach der Implantation dieser Blutgefäßstents wieder – durch die Neubildung von Gewebe. Ein Problem, aber auch gleichzeitig ein Riesenmarkt für die Pharmaindustrie. Deshalb ist man auf die Idee gekommen, dieses Problem zu lösen, indem man die Stents einfach mit Medikamenten beschichtet.
Davon waren auch die Zulassungsbehörden begeistert und haben sowohl in den USA als auch in der EU die Zulassung für diese Stents erteilt. Für die EU wurde die Vermarktungsgenehmigung im April diesen Jahres erteilt. Beim multinationalen Pharmakonzern Johnson & Johnson, der diese medikamentenbeschichteten Stents zusammen mit Boston Scientific entwickelt hat, klingeln jetzt die Kassen – dachte man ...