Grundlagentraining: wie funktioniert ein Put!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 30. Dezember 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Im 1.Teil haben wir mit Hilfe eines fiktiven Rechenszenarios ermittelt, warum ein Options(schein)investment überhaupt Sinn macht und wie und wieso sich mit Hilfe eines Call-Optionsscheins/Option ein höherer Gewinn einfahren lässt, als mit dem reinen Kauf des Underlyings.
Nun möchte ich im gleichen Zusammenhang, ebenfalls mit Hilfe eines fiktiven Rechenbeispiels aufzeigen wie sich Gewinne mit einem Put-Optionsschein generieren lassen.
Zunächst einmal wieder unsere Eckdaten:
Nehmen wir an der Basiswert sei Aktie A.
Der Basispreis/Ausübungspreis beträgt 50 Euro.
Das Bezugsverhältnis liegt bei 1:1.
Die Laufzeit beträgt 1 Jahr.
Der Preis des Optionsscheins (diesmal Put) beträgt 10 Euro.
Der aktuelle Kurs der Aktie A beträgt 55 Euro.
Ihre Erwartung ist nun, dass der Kurs von Aktie A fällt. Was machen Sie nun? Natürlich könnten Sie einen Leerverkauf in Erwägung ziehen, denn Sie wissen ja, auch an einem Bärenmarkt, das heißt an fallenden Kursen lässt sich partizipieren. Aber nehmen wir einmal an Leerverkäufe sind in diesem Beispiel nicht möglich. Also kaufen Sie stattdessen der Einfachheit halber schlichtweg einen Put-Optionsschein/Option.
Nun gut, gehen wir nun davon aus ihre Markterwartung erfüllt sich und der Kurs der Aktie A fällt auf 35 Euro.
Damit ist der Kurs von Aktie A von 55 Euro auf 35 Euro um 36,36 % gefallen.
Nun das ganze mit Put-Optionsschein:
Damit hat der Put-Optionsschein nun einen inneren Wert von 15 Euro (50 Euro Ausübungspreis - aktueller Kurs von 35 Euro).
Soll heißen, wenn Sie ihr Ausübungsrecht in Kauf nehmen (nehmen wir an es handelt sich um eine amerikanische Variante der Option - also jederzeit möglich) und unter der Annahme, dass dies durch effektive Lieferung geschehen könnte, dann haben Sie nun das Recht dem Stillhalter die Aktie die Sie auf dem freien Markt für 35 Euro kaufen können zum Preis von 50 Euro zu verkaufen/anzudienen. (In der Realität verzichtet der Emittent (oder auch der Verkäufer) aber meist darauf, stattdessen erfolgt gleich ein Barausgleich zu ihren Gunsten)
Nun, Sie sehen, Sie haben damit 15 Euro erzielt. Nun rechnen Sie noch die 10 Euro ab, welche Sie für den Kauf des Put-Optionsscheins hinblättern mussten und Sie haben mit einem Gewinn von 5 Euro 50 % Gewinn erzielt.
Dies unter der Annahme, der Preis des Optionsscheins liege bei 10 Euro. In der Realität dürfte der Options(schein)preis wohl in diesem vorliegenden Beispiel noch günstiger sein, da sich der Schein ja bereits otm befindet. Lassen wir auch einmal die Volatilität beiseite und nehmen an der Optionsscheinpreis beträgt statt 10 Euro nur 5 Euro. Damit erhöht sich ihr Gewinn bereits auf 200 %.
Und was passiert nun, wenn sich Ihre Markterwartung nicht erfüllt und der Kurs der Aktie A gleich bleibt oder steigt?! Antwort: Der Optionsschein verfällt schließlich wertlos. Ihr Verlust beträgt dann das für den Kauf des Optionsscheins eingesetzte Kapital. In unserem obigen Beispiel also 10 Euro.
So long liebe Leser....so viel einmal zu den absoluten Grundlagen zum Thema Optionen...wie gesagt, wenn Sie Zeit und Lust haben, können Sie sich gerne mit Hilfe der Devisen-Monitor-Reihe tiefer in die Materie eingraben.....
Damit ist es nun an der Zeit mich für heute und für dieses Jahr von Ihnen zu verabschieden. Ab dem 4.Januar werde ich dann bestimmt wieder fit und vollauf von der Grippe befreit ganz für Sie da sein . Somit wünsche ich Ihnen (erneut ;-) ):
Einen Guten Rutsch in Neue Jahr, viel Segen und Gesundheit, alles Liebe und Viel Erfolg im Neuen Börsenjahr!
Ihre Miriam Kraus