Gründe für einen steigenden Goldpreis
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 14. Januar 2008 07:30 Uhr
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Der Dow ist Mitte der Woche um 238 Punkte gefallen. Gold hat gleichzeitig um einiges zugelegt – und der Preis ist deutlich in die Höhe geschossen.
Die Financial Times erklärt, warum Gold steigt. “Die Argumente für weitere Gewinne beim Goldpreis sind überzeugend. Es scheint trotz des Anstiegs von ungefähr 250 Dollar für eine Feinunze im Jahr 1999 günstig. Damals hatten die Zentralbanken die Reserven verkauft. Die Entscheidung des Vereinten Königreichs, 60% der offiziellen Rücklagen zu verkaufen, wirkt aus heutiger Sicht wie eine ganz besonders schlechte Beurteilung der Situation.“
„Aber es ist das Verhältnis zwischen dem Dollar und der Reaktion der Zentralbanken überall auf der Welt auf die Kreditklemme, die nach Meinung einiger Bullen dazu führt, dass Gold zu einer attraktiven Wette wird.“
„Die aggressive, zinssenkende Reaktion der amerikanischen Zentralbank auf die Kreditklemme hat das Risiko eines steilen Anstiegs der amerikanischen Inflation hervorgerufen.“
„Die großen Ökonomien der Welt haben in den vergangenen Jahren einen rapiden Anstieg der Geldmenge um 10% im Jahr erfahren. Die Zentralbank hält nach wie vor die größte Menge Gold, doch das Angebot dieses Metalls steigt im Jahr um lediglich 1,5%. Wenn Gold eine endliche Währung ist, dann sollte der Wert von Gold nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch gegenüber dem Euro und dem Pfund Sterling steigen.“
„Mehr noch, ein steiler Abfall der effektiven amerikanischen Zinssätze – die Finanzexperten gehen von einem weiteren Einschnitt um einen halben Prozentpunkt in diesem Monat aus – bedeutet, dass die geringen Erträge auf Gold weniger ausmachen. Es ist vielleicht in der Vergangenheit nur ein leidlicher Schutz gegen die Inflation gewesen, aber die Kombination aus steigenden Verbraucherpreisen und einer stagnierenden Wirtschaft machen Gold zu einem besseren Wertaufbewahrungsmittel.“
Die Financial Times fährt fort, indem sie feststellt, dass “Gold die neue Weltwährung” sei.
Anderswo in den Nachrichten hat der Ölpreis Mitte der Woche mit einem Anstieg um zwei Dollar einige Tage der Abwärtsbewegung beendet. Sie sind jetzt vielleicht geneigt, das als einen Triumph der Macht der Inflation zu werten. Aber das wäre deutlich zu einfach.
Es handelt sich hier um eine Schlacht der Giganten – Inflation gegen Deflation… der Freie Markt gegen die Manipulatoren der Regierung… Boom gegen Korrektur.
Und stellen Sie sich vor: Ich kann Ihnen sagen, wie all das ausgehen wird – zumindest grob: Die Giganten werden sich zusammenschließen und die amerikanische Wirtschaft zerstören.
Die Inflation wird die Kaufkraft der Amerikaner reduzieren. Die Deflation wird den Wert ihrer Vermögenswerte sinken lassen. Und zwischen dem Amboss der fallenden Preise… und dem Hammer der steigenden Preise – wird die amerikanische Mittelschicht zerschlagen werden.
Solange die Inflation den Preis von Gold nach oben trieb, spielte die Deflation mit dem Rest der Wirtschaft die Hölle auf Erden.
KB – eines der größten Bauunternehmen – berichtet Verluste von 773 Millionen Dollar. Und die National Association of Realtors sagte, man sei in der letzten Zeit zu optimistisch gewesen. Erinnern Sie sich noch, vor wenigen Monaten sagte diese Vereinigung der Makler, dass Schlimmste „läge bereits hinter uns“, als die Immobilienpreise gerade einmal um 2% gefallen waren.
Und dann sagte der amerikanische Finanzminister Pauslon, die Hypothekenschwierigkeiten habe man „im Griff“. In der vergangenen Woche haben beide ihre Haltung geändert. Die Vereinigung der Makler sagte, die Preise seien bereits um 5,2% zurückgegangen. Die letzten drei Monate waren die bislang schlimmsten – mit Preisen, die im Quartal um 1,7% gefallen sind – das schlimmste Quartal bei den Wohnimmobilien in 21 Jahren.
Und jetzt sagen die Experten, dass die schwachen Verkaufszahlen die Preise im ersten Teil des Jahres 2008 nach unten treiben werden – ohne Aussicht auf eine Kehrtwende bis vielleicht in das Jahr 2009. Paulson sagt mittlerweile, eine Korrektur sei „unvermeidlich“. Und über das Problem am Hypothekenmarkt fügt er hinzu, dass es „keine einfache Antwort gibt.“
Er muss die Financial Times gelesen haben, die berichtet, dass in den Vereinigten Staaten die „Rezession angekommen sei“, und dabei eine Studie von Merrill Lynch zitiert.
Und natürlich hat die Zentralbank genau das getan, was man von ihr erwarten würde. Anstatt gegen die Inflation zu kämpfen, hat sie die Gewehre auf die Deflation gerichtet und die Signalsätze um einen weiteren Viertelpunkt auf 4,25% gesenkt. Die Verantwortlichen halten eine Rezession im Stile Japans für die Größte aller Gefahren…
Das wollen sie auf die schlimmstmögliche Weise verhindern – indem sie den Dollar zerstören. Gold reagiert bislang nur… und versucht mit den Rückgängen der amerikanischen Währung mitzuhalten.
Aber die geschätzten Leser sollten sich auf die nächste Phase vorbereiten – wenn die Spekulanten sich dem Gold zuwenden. Bislang ist der Preis des gelben Metalls erst auf das Nominalniveau zurückgekehrt, dass es im Jahr 1980 erreicht hatte. Vor 28 Jahren ist Gold kurzfristig auf 850 Dollar geklettert. Aber sehr viel Geld, Kredit, Schulden und zweifelhafte Finanzinstrumente sind seither im vergangenen Vierteljahrhundert durch das Land gegangen
Wenn Gold nur mit der Verbraucherpreisinflation mitgehalten hätte… dann hätten diese 850 Dollar pro Unze, heute auf mehr als 2.200 Dollar pro Unze steigen müssen.
Bislang hat Gold nur den Rückgang des Dollars wiedergespiegelt. Der Dollar ist gefallen… Gold ist gestiegen. Da die Verantwortlichen so entschlossen sind, den Dollar noch weiter fallen zu sehen – in ihren Bemühungen, die Sushi-Rezssion zu verhindern – ist es wahrscheinlich, dass Gold noch sehr viel weiter steigen wird.
Aber das ist noch nicht alles. Schon sehr bald werden die Spekulanten anfangen, Gold zu kaufen, weil sie denken, dass Gold ein eigener Zauber innewohnt. Sie werden anfangen zu glauben, dass man reich werden kann, indem man Gold besitzt… und sie werden dabei den Preis vermutlich auf über 2.000 Dollar treiben.
Schnallen Sie sich also an… es wird eine wilde Fahrt werden.
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