Groupon – Internetportal für Schnäppchenjäger geht an die Börse
Sarah Poole in Insider Daily
vom 10. Juni 2011, 14:30 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
"7,90 statt 20 Euro - Sushi à la carte für Zwei im angesagten Sushi am Main", "die Luxus-Autowäsche zum halben Preis", "Kino im Cinestar: 4,90 EUR statt bis zu 12 EUR" - so lauten die aktuellen Angebote des Gutscheinportals Groupon.de. Meine in Texas lebende Mutter hat sich noch nie einen guten "Deal" entgehen lassen und ist ein Riesen-Fan des Schnäppchenportals. Ständig berichtet Sie mir von den tollen Angeboten, die Sie bei Groupon ergattern konnte. Ein schönes "Dinner for two" aber nur Einer muss zahlen. Hört sich alles super an, kein Wunder also dass die Firma mit ihrem bevorstehenden Börsengang besondere Aufmerksamkeit von Investoren erhält.
Groupon wurde vor drei Jahren in Chicago gegründet und ist eine der am schnellsten wachsenden Internetfirmen überhaupt. Der clevere Unternehmensname ist eine Zusammensetzung aus dem englischen Wort für Gruppe (Group) und Coupon und deutet auf die Funktionsweise des Dienstes hin: Groupon bietet jeden Tag einen bestimmten Rabatt an und sichert den Usern damit Preisnachlässe bei Händlern oder Herstellern. Das Unternehmen selbst kassiert dafür eine Provision. Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass sich immer mehr Nachahmer finden. Vergangenes Jahr erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz in Höhe von 713,4 Mio. Dollar. Nach eigenen Angaben hat das Schnäppchenportal 83 Mio. Nutzer in 43 Ländern und beschäftigt mehr als 7.100 Angestellte.
Groupon-IPO soll 750 Mio. bringen
Das erfolgreiche Schnäppchenportal macht sich den Hype der Anleger auf Internetfirmen zunutze und will bis zu 750 Mio. Dollar (umgerechnet rund 520 Mio. Euro) bei den Investoren einsammeln. Mit dem Börsengang wird schon seit Monaten gerechnet, denn im vergangenen Dezember hatte Groupon-Gründer Andrew Mason einen 6 Mrd. Dollar schweres Kaufangebot von Google abgelehnt. Doch das Warten scheint sich gelohnt zu haben.
Die Anleger reißen sich zurzeit um Internetfirmen, wie man bei der Aktie des beruflichen Online-Netzwerks LinkedIn an ihrem ersten Tag an der Börse gesehen hat. Der Wert verdreifachte sich in der Spitze und entspricht mit aktuell 7,5 Mrd. Dollar damit den Börsenwert von Hochtief. Der Wert von Groupon wird auf mindestens das Doppelte geschätzt. Doch die Anleger warten nur auf den ganz großen Wurf: Auf Facebook.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Pfingstwochenende und einen erfolgreichen Börsentag!
Ihre
Sarah Poole
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Blitzfritz (11.06. 2011 11:22 Uhr):
Das ist ja ein sehr Groupon - freundlicher Beitrag. Offensichtlich ist bis zur Journaille noch nicht durchgedrungen, daß die fundsmentalen Kennzahlen der gesamten Groupon - Orgie mehr als geschönt sind und die einzige Strategie der engagierten Samwer - Brüder ein schneller Exit ohne Rücksicht auf Verluste ist. Weder baut Groupon auf Nachhaltigkeit, (48% aller Anbieter wollen kein zweites Mal mehr bei Groupon anbieten) noch stellt das Geschäftsmodell bei den Mitarbeitern eine aussichtsreiche Beschäftigung dar. (40 % der Mitarbeiter verlassen nach max. 3 Monaten entnervt das Unternehmen. Des weiteren werden Zahlungen an die Anbieter, die als Rücklagen einzustellen wären auf die ertragsseite gebucht, was eine völlige Verzerrung darstellt und Anleger blendet. Die extremen Marketingspensings bleiben ungeklärt, denn ohne diese wäre der fulminante Aufstieg von Groupon nicht möglich gewesen. Wer zu 100.000den Artikel wie Burger, Kaffeegetränke oder Kinokarten für 5 Euro einkauft und sie dann für einen Euro wieder unters Volk schmeisst, mag zwar Schnäppchenjäger einsammeln, die aber keinesfalls als werthaltige Kunden bezeichnet werden können. Wer Groupon - Lieferanten kenn, (und ich habe mit dutrzenden gesprochen) weiss, daß eben dieses Klientel absolut unerwünscht ist. Wer also auf eine Groupon - Aktie setzt, sollte sich klar darüber sein, in ein extrem windiges Geschäftsmodell zu investieren, das erhebliche Mängel aufweist und ohne zweifel extrem überbewertet ist.Groupon hat zu keiner Zeit einen Gewinn erwirtschaftet und wird, solange die fundamentalen Zahlen derart geschönt bleiben, dies auch nie erreichen.
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