Große Profite... kein Witz
Andrew Schneider in Traders Daily
vom 08. September 2006 12:00 Uhr
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Es gibt unter Medizinern einen alten Witz. Kommt ein Mann zum Arzt und sagt: „Mein Arm tut weh, wenn ich ihn beuge, können sie etwas dagegen tun?“
„Sicher“, antwortet der Arzt, „hören sie doch einfach auf, ihn zu beugen.“
Es ist ein blöder Witz, aber er bringt mich auf einen Punkt. Im Moment tut den Amerikanern ihre Sucht nach Energie weh. Die einzige Möglichkeit, die Schmerzen los zu werden, ist „einfach damit aufzuhören“, wie die Ärzte sagen würden.
Aber selbst bei Benzinpreisen die an der Zapfsäule im Schnitt bei über drei Dollar liegen, verbrauchen die Amerikaner immer noch jeden Tag 140.000 Barrel mehr als im letzten Sommer. Es gibt kein Mittel um unseren Durst nach Benzin zu stillen, ganz egal wie hoch der Preis auch sein mag.
Wir beugen unseren Arm mehr als je zuvor und ganz egal wie sehr es schmerzt.
Die steigende Nachfrage hat die Energieindustrie unter Feuer gesetzt. Kluge Investoren verbuchten zwei und sogar dreistellige Gewinne indem sie in Unternehmen investieren, die die Energiesucht der Amerikaner beliefern.
Aber genauso wie in der Ölindustrie, wird auch bei deren Wettbewerbern immer heißer. Der Zweig der Alternativindustrie hat den Investoren ebensolche Gewinne gebracht, wenn nicht sogar noch größere.
Wäre man vor dreißig Jahren zu einem Kongress für alternative Energien gegangen, dann hätte der Parkplatz mit bunt bemalten VW-Bussen voll gestanden und die Fahrradständer wären von vorne bis hinten besetzt gewesen. Auf dem Parkett in der Kongresshalle hätte es ein Meer von Batik-Pullovern gegeben.
Heute steht der Parkplatz mit Lincolns und luxuriösen Geländewagen voll. Drinnen gibt es schwarze und graue Anzüge und nur hier und da fällt ein Pferdeschwanz ins Auge. Heute macht die Wall Street den Löwenanteil im Publikum aus.
Bei so viel ernst gemeinter Aufmerksamkeit und so viel Geld, dass in diesen Geschäftszweig gesteckt wird, sollte man erwarten, dass die „grüne“ Energieproduktion steigt. Falsch, die Zahlen gehen zurück und das, obwohl die Investitionen in den alternativen Energiesektor im vergangenen Jahr um 60% gestiegen sind.
Kürzlich las man in der BusinessWeek, dass 1975 6,5% der Energie des Landes aus erneuerbaren Energiequellen kamen. Dreißig Jahre später ist die Zahl auf 6,1% gefallen. Darauf sollte man nicht stolz sein.
Wenn man das teure Benzin von heute durch Brennstoffe wie Ethanol und Biodiesel ersetzen wollte, dann müsste man das Produktionsniveau vom gegenwärtigen Niveau von 325 Barrel am Tag auf über 16,5 Millionen Barrel steigern. Das ist ein Prozess, der mehrer Milliarden Dollar kosten würde, wenn nicht sogar Billionen und zu dessen Erreichen man Jahrzehnte bräuchte.
Ist die alternative Energie bei diesen Zahlen eine ultimative Wachstumsindustrie? Werden die Bio-Brennstoffe irgendwann die Brennstoffe, die auf Rohöl basieren, ersetzen? Wahrscheinlich nicht, aber die alternative Energie wird mit Sicherheit ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen.
Forscher schätzen die amerikanische Energieindustrie auf mehr als 1,5 Billionen Dollar im Jahr. Mit einem Anteil von 6% an diesem Markt, hat die Alternativenergie 91,5 Milliarden Dollar der Einnahmen. Keine schlechte Zahl, aber sie wird wachsen.
Das Ziel der meisten Staaten und Bundesgesetzgeber besteht darin, die alternativen Energien innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf einen Anteil von 33% des Marktes zu bringen. Das ist ein hohes Ziel und es vermutlich ohne größere wirtschaftliche Schmerzen nicht zu erreichen. Aber allein schon der Versuch, dieses Ziel zu erreichen, wird Investoren zu vielen guten Möglichkeiten verhelfen.
Wenn der Kongress versucht, „grüne“ Energie in die Wirtschaft zu zwingen, dann werden sie das mit Subventionen, Steueranhebungen und vielen Forschungsaufträgen erreichen wollen. Wenn der Markt die alternativen Energien nicht von selbst will, dann wird Washington seine Einsätze so lange erhöhen, bis sie es doch wollen.
Folgen Sie dem Geld aus Washington, es wird Sie zu den Gewinnen führen.
Die alternative Energie wird die fossilen Brennstoffe wohl nie aus der Bahn werden, aber sie ist dennoch eine praktikable Energiequelle, die es auch weiterhin geben wird. Es ist ein sehr volatiler Bereich, aber mit der Zeit, wird dieser Bereich den Anlegern viel Geld einbringen. Kurzfristige Trader blicken schon heute auf große Profite.