Große globale Kluft
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 27. Juli 2009, 07:30 Uhr
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Die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten setzte sich auch in jüngster Vergangenheit fort. Am Freitag ging der deutsche Leitindex bei 5229 Punkten aus dem Handel.
Dies entspricht einem stolzen Wochenplus in Höhe von fünf Prozent. Die US-Indizes legten ebenfalls stark zu. Dow Jones (Plus vier Prozent) und S&P500 (3,8 Prozent fester) kletterten auf neue Jahreshochs. Der japanische Leitindex schaffte gar ein Plus von fast sechs Prozent und ging nur knapp unter der Marke von 10000 Punkten ins Wochenende.
Bullen feiern Krisen-Ende
Mit jedem Tag steigender Kurse nimmt auch die Zahl der Bullen zu, die laut und deutlich das Ende der Krise ausrufen. Und nahezu täglich werden die diversen Kursziele erhöht. Mit Blick auf den deutschen Leitindex ist es immer öfter der Bereich um 6000 Punkte, und beim Dow Jones die runde Marke von 10000 Punkten, die als mögliche Kursziele ins Visier genommen werden. Zumindest in den Mainstream-Medien ist die Baisse beendet.
Neue Runde der Bankenkrise
Ungeachtet dessen ist die Faktenlage aber leider alles andere als beruhigend. Die US-Bankenkrise ist bei weitem noch nicht überwunden. Fast an jedem Wochenende muß die Einlagensicherungsbehörde FDIC Banken schließen. Allein im Juli waren es bisher 19. Seit Januar diesen Jahres sind es sage und schreibe 64. Im kompletten Vorjahr mussten die Verantwortlichen nur 25 Geldhäuser schließen.
Europas Banken im Focus
Apropos Banken, nachdem nun einige US-Großbanken ihre Quartalsberichte präsentierten, sind in der kommenden Woche die Europäer an der Reihe. Unter anderem sind es die beiden spanischen Großbanken BBVA und Santander. In Deutschland geben die Deutsche Bank und die Postbank Einblick in die Bücher. In diesem Zusammenhang sei hier ganz leise auf abermalige Veränderungen der Bilanzierungsregeln - rückwirkend zum 30.6. - hingewiesen. Unter anderem wird bspw. die Neubewertungsrücklage nicht mehr dem Eigenkapital zugerechnet.
Große globale Kluft
Dennoch gibt es global betrachtet einige Lichtblicke. Als da wären zum Beispiel die hohen Wachstumsraten Indiens und Chinas im ersten Halbjahr (fast sieben Prozent). Oder aber auch der überraschende Rückgang der Arbeitslosigkeit in Brasilien von 8,8 auf 8,1 Prozent im Juno. In der Tat entwickeln sich diese Volkswirtschaften völlig anders. Während die USA und Europa noch mitten in der Wirtschaftskrise stecken, scheinen zumindest Brasilien, China und Indien auf dem besten Wege der Erholung zu sein.
Fakt ist jedenfalls, dass diese Volkswirtschaften bei weitem nicht so überschuldet sind wie die USA. Insofern sind die Voraussetzungen für eine nachhaltigere Erholung dort eindeutig besser...