Grippe-Hochsaison: Generiker Stada im Aufwind?
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 18. Februar 2011, 14:30 Uhr
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meine Familie und ich kämpfen uns derzeit "munter" von einem Virus zum nächsten. Seitdem unser Sohn in den Kindergarten geht, ist unsere Wohnung zum Lazarett umfunktioniert. Wir geben uns beim Auskurieren von Virusinfekten quasi die Klinke in die Hand. Das ist völlig normal, aber eben nicht für uns, denn es ist Kind Nummer eins und da ist alles neu.
Es ist Grippe-Hochsaison, die Apotheken sind hochfrequentiert. Bei den Pharmakonzern muss das Geschäft zum Jahresbeginn also ordentlich brummen - vor allem bei jenen Unternehmen, die nicht-verschreibungspflichtige Medikamente herstellen. Denn in Deutschland bekommt man nette kleine Grippemittelchen ohnehin nur noch auf Privatrezept. Kein Wunder also, dass beispielweise die Aussichten von Generikahersteller Stada für das laufende Geschäftsjahr sehr gut sind. Vor allem das Geschäft mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten verzeichnet starke Zuwachsraten.
Doch auch das Kerngeschäft mit Generika (eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikaments) wachse stetig. Experten gehen davon aus, dass der globale Generikamarkt mit rund +9% p.a. auch in den kommenden Jahren höhere Wachstumsraten aufweisen werde als der Welt-Pharmamarkt, weil in den kommenden Jahren die Zahl der Patentabläufe zunehme, der Kostendruck in den einzelnen Gesundheitssystemen steige und in vielen, teils sogar etablierten Märkten, die Generikapenetrationnoch gering sei. Davon sollte STADA als einer der großen Player im Markt profitieren.
Stada-Mitarbeiter müssen mehr arbeiten
Übrigens: Die Stada-Mitarbeiter müssen künftig länger arbeiten. Statt 37,5 Stunden müssen nun 40 Stunden in der Woche geleistet werden. Wer glaubt, dass die große Nachfrage der Grund ist, liegt leider falsch. Denn für die Mehrarbeit gibt es nicht mehr Lohn. Die Verlängerung der Arbeitszeit ist eine weitere Maßnahme des seit 2009 laufenden Sparprogramms, mit dem der Konzern seine Ergebnisse verbessern will. Im Gegenzug für die indirekte Lohnkürzung gab man den Mitarbeitern eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2012.
Die Einsparungen seien laut der Konzernführung angesichts der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen im deutschen Markt , insbesondere bedingt durch die Rabattverträge, erforderlich, teilte der Konzern mit. Die Sparmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit von Stada in Deutschland sichern. Im dritten Quartal 2010 war Stada in die roten Zahlen gerutscht.
Für das Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres ist man jedoch zuversichtlich, dass die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelingt. Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr will der Konzern in Kürze vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob die Sparmaßnahmen den angekündigten Konzerngewinn von 215 Millionen Euro sichern konnten.
Fazit: Der Aktiekurs steht aktuell kurz davor, den Ausbruch nach oben zu vollziehen. Dazu muss Stada noch die 30 Euro hinter sich lassen, dann wird ein neues langfristiges Kaufsignal generiert.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach