Griff ins fallende Messer
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 16. Februar 2010, 08:30 Uhr
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es ist schon seltsam: da sind viele Profis (auch wir in DAX Profits) kurz nach dem Jahreswechsel aus dem Markt ausgestiegen, als der so schön „oben" war und haben sich zu den jetzt deutlich tieferen Kursen wieder eingekauft (wir nicht), aber der DAX will einfach nicht steigen. Deutlich ist dieses Anlageverhalten am Bull/Bear-Index von cognitend abzulesen: Der sackte zu Jahresbeginn mit den fallenden Kursen verdächtig schnell in den Keller, um jetzt mit weiter fallenden Kursen sehr steil wieder anzuziehen. Inzwischen gibt es unter DAX-Anlegern wieder doppelt so viele Bullen wie Bären. Das heißt, dass viele Anleger in Hoffnung auf schnell wieder anziehende Kurse direkt ins fallende Messer gegriffen haben (laut cognitrend vor allem im Bereich um 5700 Punkte) und nun sehnsüchtig auf Kursgewinne warten.
Diese bleiben allerdings bislang aus. Und das macht die Situation so brisant. Offenbar gibt es schwergewichtige (ausländische?) Anlegergruppen, die für anhaltenden Verkaufsdruck sorgen. Möglicherweise haben Spekulationen über mögliche Staatspleiten innerhalb der Eurozone doch eine erhebliche Auswirkung auf die Abwanderung dieser Investorengruppen. Die inländische Nachfrage reicht nicht aus, um diese Verkäufe zu kompensieren. Sollte der Verkaufsdruck weiter anhalten, dann könnte sich daraus ein neuer Abwärtstrend etablieren, der sich selbst nährt. Noch ist es nicht so weit, aber die Lage ist gefährlich.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von MR (16.02. 2010 10:50 Uhr):
Ich teile Ihre Meinung der letzten Wochen und möchte nochmals auf die Währung verweisen. Am 27.11. schrieben Sie: "Wenn es eine Trendwende beim US-Dollar gibt, dann haben Aktien ihre Höchstkurse für viele Jahre gesehen." Insofern spielt die Kreditwürdigkeit der Euroländer schon eine gewaltige Rolle. Kenneth Rogoff meint, dass einem bail-out Griechenlands seitens der EU schlussendlich stattgegeben werden muss. Der Euro würde zwar irgendwie überleben, aber es würde sehr, sehr schwer werden, weil die Probleme Griechenlands größer sind als die der deutschen Wiedervereinigung. Also wird der Devisenmarkt in Zukunft wohl vorrangig gegen den Euro spekulieren.
Antworten- Antwort von Henrik Voigt (16.02. 2010 17:41 Uhr):
Sehr geehrter Leser, den Währungsaspekt sollten wir keinesfalls aus den Augen verlieren, zumal sich bei Dollar gegen Euro mit großer Sicherheit bereits eine nachhaltige mittelfristige Trendwende ereignet hat, die inzwischen ihre Spuren auch am Aktienmarkt hinterlässt. Die Frage ist nur noch, ob die umgekehrte Korrelation zwischen Dollar und Aktienmarkt weiter besteht. Ich denke, ja. Aber entscheiden wird der Markt. Mit freundlichen Grüßen, Henrik Voigt. Chefredakteur DAX Profits/ DAX Daily
- Antwort von Henrik Voigt (16.02. 2010 17:41 Uhr):
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