Griechisches Déjà Vu

in Rohstoff Daily
vom


 

Es nervt - obwohl ja klar war, dass es das wieder tun würde...trotzdem, auch wenn man darauf vorbereitet ist, es nervt, das griechische Chaos (bezeichnend, dass das Wort aus dem griechischen stammt). Es nervt, weil es sich ständig wiederholt und es nervt, weil schon in der Vergangenheit keiner was draus gelernt hat. Seufz...also sprechen wir eben zum gefühlten tausendsten Mal über Griechenland, aus dem einfachen Grund, weil man Frust am besten abladen kann, wenn man eben drüber spricht. Finden Sie nicht auch?


 

Wie immer...

 

...die griechischen Häuptlinge können sich mal wieder nicht einigen und keine regierungsfähige Mehrheit bilden

 

...liegt das natürlich daran, dass die Mehrheit der Griechen selbst nicht so genau weiß, wo sie eigentlich hin will und keine der Parteien eine großartige Mehrheit erreicht hat

 

...ist das zugrunde liegende Problem, dass es auch in Griechenland seltsame Parteien gibt, die offenbar allen Ernstes davon ausgehen, dass sie irgendetwas ändern oder besser machen könnten

 

Wie immer, haben also noch immer nicht genügend Griechen begriffen, dass der aktuelle Weg unumgänglich ist.

 

Und das ganz unabhängig davon, ob sie nun in der Zone bleiben oder nicht - denn die Strukturreformen, welche die Griechen aktuell, mit Zonen-Geldgebern und IWF im Nacken zwangsweise umsetzen sollen, sind so unumgänglich und notwendig, dass sie diese auch im Falle eines Austritts aus der Zone (dann eben mit anderen potenziellen Gläubigern im Nacken) umsetzen müssten.

 

Nun ja...all das hab' ich auch schon gefühlte Tausend Mal geschrieben...und geändert hat sich ja doch nichts (nicht, dass ich das erwartet hätte...).

 

Austritt oder nicht....der Knackpunkt liegt woanders

 

Also können sich die Griechen mal wieder nicht auf eine handlungsfähige Regierung einigen, faselt ein griechischer Politschki was vom "Strukturreformen auf Eis legen" und kokettieren die Restzonler mal wieder mit dem Austritt der Griechen aus der Zone. (nein, das ist nicht neu...Sie erinnern sich, der erste Tabubruch dieser Art geschah bereits im letzten Jahr, als Papandreou noch Angie und Nic geärgert hatte...). Nein, neu ist das alles nicht, es ist nur mal wieder in den Fokus geraten.

 

Aber wissen Sie was! Mir persönlich ist das eigentlich schnuppe, was die Griechen jetzt machen. Mir persönlich ist viel wichtiger, was der Rest der Zone macht. Denn, wie ich schon in der Vergangenheit geschrieben hatte, kann die Zone durchaus ohne Griechenland existieren....der Knackpunkt der Zone liegt nämlich westlich von Griechenland.

 

Weiter im 2.Teil...

 

 

Zum zweiten Teil von: Der Knackpunkt heißt Spanien!
von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

Information zu alt? Chance verpasst? Geld verschenkt?
Der Börsenbrief von Miriam Kraus: "Tiger & Dragon"


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Kommentar von DH

Hallo Frau Kraus, am Anfang fand ich Ihren Newsletter sehr interessant, was ich derzeit nicht mehr behaupten kann. Wenn Sie die Diskussion über die Griechen nervt, warum greifen Sie sie dann immer wieder auf. Was erwarten Sie von den Griechen. Alle welche sich die letzten Jahren die Taschen voll gemacht haben, haben das mit Sicherheit schon ins Trockene gebracht. Der kleine Mann der Straße und die Jugend hatte das Problem nicht und soll die Suppe jetzt auslöffeln bzw. die Party bezahlen. Nur der will das nicht. Wenn es hier bei uns so weiter geht, dann wird es am Ende auch so sein, dass an der Masse gespart wird, weil das Geld für die Banken zum Fenster rausgeschmissen wurde. Bin mir eigentlich fast sicher, dass es bei uns hier so kommen muss. Die Tendenzen, welche wir zur Zeit in Griechenland sehen, gab es auch schon mal in Deutschland. Das Ende ist allen noch gut bekannt. Die Griechen sind nicht unschuldig an Ihren Problemen - so wie damals die Deutschen auch nicht., aber der kleine Mann auf der Straße konnte weder für das eine noch das andere etwas.

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