Griechischer Staatsbankrott überhaupt vermeidbar?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 9. Juni 2011, 17:00 Uhr
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ich weiß nicht, ob es Ihnen so geht wie mir, aber das Thema Schuldenkrise und Griechenland empfinde ich inzwischen zunehmend als ein lästiges Trauerspiel, bei dem fast alle Beteiligten unnötig mehr leiden als notwendig. Ein "Rettungspaket" nach dem anderen wird geschnürt und alle möglichen Zusagen werden gemacht, doch kaum jemand scheint sich das eigentliche Übel an der Wurzel ansehen zu wollen; die finanzielle Lage Griechenlands ist weit mehr als nur ein vorübergehendes Solvenzproblem.
Doch geht es darum überhaupt?
In meinen Augen ist dies nur zweitrangig. Viel mehr dient die finanzielle Lage Griechenlands primär als ein willkommener Vorwand, um weiterhin die eigenen Finanzhäuser und Versicherungen, welche dort investiert sind, finanziell mit Steuergeld zu unterstützen. Andererseits möchten die Anhänger der europäischen Union in der heutigen Form und der Idee eines europäischen Superstaats natürlich alles daran setzen, dass ihr Projekt der vergangenen Jahre und Jahrzehnte keinen Rückschlag erleidet.
Doch bis zu welchem bitteren Preis wird man bereit sein, dies zu zahlen?
Nicht nur in Griechenland sind die Bürger nicht mehr von den Straßen zu bekommen. Ein interessanter Welt online Artikel titelt etwa
Jugend ohne Perspektive: Hilflose Politiker verspielen die Zukunft Europas
Darin etwa schreibt der Verfasser des Artikels:
In 19 von 27 EU-Staaten liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 20 Prozent – Europa droht eine verlorene Generation. Betroffen sind auch klassische Industrieländer.
Natürlich gibt es noch eine Reihe weiterer Punkte, welche man hier erwähnen könnte, aber die Frage bleibt: Wird Europa nicht gerade kaputt "gerettet" und am Ende ist der Hass und der Zorn so groß, dass man die Rufe hören wird "Zurück zum eigenen Stamm!"?
Wäre der Idee der europäischen Gemeinschaft nicht mehr gedient, wenn man erkennen würde, dass man vielleicht in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht hat und einen ernsthaften Reparaturversuch unternimmt?
Ist es wirklich der richtige Weg, sämtliche Probleme "alternativlos" zu ignorieren und zu versuchen mit dem de facto Verschenken von Steuergeldern zu überpinseln?
Ich würde mir Frieden und Freundschaft über die Länder hinaus in Europa mit Sicherheit wünschen. Jedoch ist dies ein sehr kostbares Gut, dass auch eine Legitimierung in der breiten Bevölkerung braucht, welche dieses ja letztlich finanziell erhalten muss.
Der aktuelle Kurs jedoch dürfte längerfristig genau das Gegenteil bewirken. Griechenlands Staatsbankrott ist nicht nur in meinen Augen unvermeidbar und wird früher oder später kommen. Lassen wir es doch lieber jetzt geschehen, lernen aus den Fehlern und helfen dem Land dann wieder auf die Beine anstatt sinnlos die Milliarden in einem Fass ohne Boden zu versenken und damit die europäische Idee weitaus mehr zu gefährden als es andernfalls der Fall wäre.
Vielleicht würde damit die Politik auch so noch manch ein Stückchen Legimität in den Augen der Bevölkerung wieder zurückgewinnen und der europäische Gedanke damit längerfristig auch wieder auf stabileren Beinen stehen...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von reiner tiroch (09.06. 2011 18:21 Uhr):
toller Artikel. Der plan der regierungen ist es, dass private Anleger den Müll kaufen, den die Banken mit spitzen fingern allzugerne abgeben. im übrigen haben alle blinden politiker bisher immer daneben gelegen in ihrem sinnlosen rettungswahn.
Antworten - Kommentar von lothar meckel (09.06. 2011 21:38 Uhr):
die EU ist ein drama mit einem für uns alle vorhersehbarem, bitteren EU-ende. die augenblicklichen EU- politiker sind nicht in der lage die dringend notwendigen, erforderlichen finanzschritte der kommenden jahre zu erkennen und hierzu die notwendigen schritte einzuleiten. würde ein unternehmen nach den prinzipien der heutigen EU geführt, wäre dies innerhalb kürzester zeit insollvent. erkennt das niemand im lande? in der EU? ich sehe eine erfolgreiche EU-zukunft nur unter einer streng, unternehmerisch geführten EU- politik. hinweg mit den populistisch orientierten politikern, hin zu einem modernen EU-management. die besten ökonomen der EU sollten dafür gewonnen werden. nur so können wir erfolgreich in die kommenden jahre gehen. mfg vom bodensee, lothar meckel
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