Griechenlandkrise
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 19. März 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
von der Konjunkturseite gab es gestern nicht viel Aufregendes: Alle gemeldeten Daten fielen im Rahmen der Erwartungen und kaum verändert aus. Interessanter ist da schon die gegenwärtige Entwicklung bezüglich der Griechenlandkrise. Nachdem sich die EU-Finanzminister am vergangenen Dienstag erneut zu keiner Einigung über Hilfen für das vom Staatsbankrott bedrohte Land durchringen konnten, ist jetzt auch der Internationale Währungsfonds als Retter im Gespräch. Und da gehört die Angelegenheit auch hin. Im Fall von Lettland, Ungarn und Rumänien hat das ja schon ganz gut funktioniert.
Das hätte auch den Vorteil, dass es für die anderen EU-Länder vorerst keine direkten finanziellen Belastungen gäbe. Für Griechenland ergäbe sich allerdings der Nachteil, dass es einen harten und langwierigen Weg aus der eigenen Krise gehen müsste, da die Auflagen des IWF bekanntermaßen recht durchgreifend sind. Und dieser Weg wird für das Land vermutlich nicht so einfach durchzusetzen sein, wenn die dortige Bevölkerung bereits bei der Ankündigung eines vergleichweise moderaten Sparpaketes auf die Barrikaden geht.
Den Devisenmärkten gefällt die aktuelle Unsicherheit über mögliche Lösungsansätze aus der Krise offensichtlich nicht. Der Euro brach gestern erneut ein und könnte den nächsten Schub auf neue Jahrestiefs bereits gestartet haben. Allein die Aktienbullen scheint das ganze Hickhack völlig kalt zu lassen. Die Indizes zeigten gestern erneut, wenn auch moderate, Zuwächse. Daran dürfte sich auch am heutigen Verfallstag an den Terminmärkten noch nicht so viel ändern. Die nächste Woche wird da sicher spannender.
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