Griechenland unter Sparzwang: EUR/USD kann sich leicht erholen
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 17. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Die EU-Finanzminister haben Griechenland die Pistole auf die Brust gesetzt. Brüssel fordert härtere Sparmaßnahmen, andernfalls will man das Land zu Sparmaßnahmen zwingen.
Am Montag hatte ich mich (auch in der Montags-Ausgabe des Rohstoff-Daily) noch gefragt, was die EU-Finanzminister wohl mit Griechenland anstellen wollen. Inzwischen ist es klar: man will die Griechen notfalls zum Sparen zwingen.
Luxemburgs Juncker sagte es so: "Griechenland muss wissen, dass die deutschen, die belgischen, die niederländischen, die luxemburgischen Steuerzahler nicht bereit sind, die Fehlleistungen der griechischen Haushaltspolitik zu begleichen. Insofern ist Griechenland am Drücker, und wir bringen Griechenland in die Nähe des Voll-Durchdrückens haushaltspolitischer Konsolidierungsmaßnahmen."
Natürlich heißt das noch immer nicht, dass man dem Land nicht im Ernstfall beistehen würde, doch immerhin hat die Euro-Zone den Griechen zunächst einmal ein Ultimatum gestellt: bis zum 16.März muss das Land beweisen, dass es auf dem richtigen Weg ist, noch in diesem Jahr sein Defizit von aktuell 12,7% auf 8,7% zu senken. Brüssel empfiehlt Mehrwertsteuererhöhungen, sowie Zusatzabgaben auf Luxusgüter und Energie.
So weit, so gut - jetzt müssen die Griechen nur noch aufhören zu streiken und die bittere Pille endlich schlucken.
Griechenlands Finanzminister Papaconstantinou glaubt ja bereits auf dem richtigen Weg zu sein und die Vorgaben einhalten zu können. Wir wünschen es uns alle! Zumindest sieht Papaconstantinou keine Notwendigkeit für einen Bailout!
Das reichte nun offenbar, in Zusammenhang mit positiven Konjunkturdaten aus den USA, aus um dem Euro zumindest einmal eine Verschnaufpause im Abwärtstrend zu gönnen.
EUR/USD der zu Beginn der Woche noch unter 1,36 handelte, stieg im weiteren Verlauf bis auf 1,3782 im Hoch heute und notiert aktuell bei 1,3721. Wenn EUR/USD erneut unter die 1,37 fällt, dann hat sich am übergeordneten Muster nach wie vor nichts geändert, was bedeutet: die Bewegung der letzten beiden Tage war nichts anderes als eine weitere leichte Zwischenerholung im bestehenden Abwärtstrend. Erst wenn EUR/USD die 1,3805 überwinden kann würde ich frühestens von einer ersten Stabilisierung sprechen.
Quelle: CFX-Broker

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