Griechenland-Debatte: Leser fordern Konsequenzen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 1. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
heute wollen wir unsere Griechenland-Debatte weiterverfolgen. Seit meinen ersten Beitrag zum Thema Griechenland-Krise vom 15.02. erreichen mich ungezählte Kommentare und Leserbriefe, wobei ich bestrebt bin - so gut es geht - auf alle ihre Anregungen zu antworten.
Auch heute möchte ich Ihnen wieder die Kommentare von zwei Lesern vorstellen, die ganz bestimmte Konsequenzen aus dem Debakel fordern:
Leserin Dr. E.P. aus Ungarn schreibt:
Sehr geehrte Frau Kraus!
Ich denke, dass man klare Verhältnisse schaffen muss. Und dass dies nur dann geschehen kann, falls die Schuldner, die bewusst die EU, und die gemeinsame Währung mit Unterschlagungen und anderen Praktiken gefährdet haben, aus der EU und dem Euro-Raum ausgestoßen werden. Damit würde die EU der ganzen Welt Stärke zeigen gegenüber den Schuldnern, den Hinterziehern. Was wiederum aber das Ansehen des Euros in der ganzen Welt stärken würde. Indem Deutschland Griechenland Hilfe leistet, zeigt Deutschland ja, dass es mit Griechenland in einem Boot sitzt. Und das wirft kein gutes Bild auf Deutschland und den Euro. Nicht zu sprechen davon, dass Deutschland seinen Bürgern immer höhere Steuern aufbürdet. Und sollte Deutschland Griechenland Hilfe leisten, müsste es ja noch höhere Steuerlasten für die Bürger geben. Und das wäre meiner Ansicht nach völlig unmoralisch. Absolut! Denn Griechenland hat bewusst diesen Betrug unternommen. Warum muss dann Deutschland Betrüger auch noch unterstützen zu Lasten der deutschen Bürger. Ich bin dadurch in keiner Weise betroffen, denn ich bin eine Ungarin und in Ungarn gibt es noch keinen Euro. Ich fühle mich aber durch solch ein verlogenes System bedroht, welches Betrüger auf Kosten von ehrlichen Bürgern unterstützt. Und auf der anderen Seite unter einem Verfolgungswahn leidet und illegale CD-Dateien kauft, um seinen Bürgern noch mehr Angst ein zu jagen. Das ganze finde ich absolut unmoralisch. Und es wirft weder auf den Euro, noch auf den EU-Raum ein gutes Licht. Positiv wäre jedoch, falls alle EU- Staaten, die solche Hinterziehungen gemacht haben, aus der Eurozone und aus der EU ausgeschlossen würden. Das würde nämlich klare Verhältnisse schaffen und dann würden ausländische Investoren wieder Euros kaufen anstatt US Dollars. Der Investor kann sich dann sicher sein, dass der Euro frei von solchen Hinterziehern ist. Ich habe deshalb die Mehrzahl genutzt, weil ich schon etliche Nachrichten gelesen habe, wo davon die Rede war, dass die Goldman Sachs Methode nicht nur von Griechenland angewendet wurde, sondern auch von anderen EURO-Staaten. Ich hoffe, dass am Ende die Moral siegen wird, und siegen muss. Und dann werden vielleicht auch die deutschen Bürger nicht mehr daran denken, ihr gespartes Geld vor dem Staat verstecken zu müssen.
Leser G.S. schreibt:
guter Griechenland-Kommentar ! Lassen Sie mich anfügen: vor ca. 12 Jahren, als sich die Währungsunion abzeichnete, warnten besonne Ökonomen vor diesem Uniformkonstrukt für verschiedenartigste Volkswirtschaften nach dem abgewandelten Motto: Jetzt wächst zusammen was nicht zusammen gehört! Nach welchem nationalökonomischen Bedürfnis soll denn die EZB handeln? Die Krise hat nun die Verwerfungen zu Tage gebracht, vorher konnte die Sache in guter Konjunktur gekleistert werden. Für mich ist die Entlassung von Griechenland aus der Eurozone durchaus eine Option, auch zum Wohle dieses Landes.
Herr G.S. und Frau Dr. E.P. Vielen Dank für ihre Kommentare!
Meine Antwort entnehmen Sie bitte dem 2.Teil....
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Jürgen Rudorf (01.03. 2010 23:53 Uhr):
Wenn GR aus der EU ausscheidet, würden deutsche Banken und Versicherungen zweistellige Milliardenbeträge abschreiben müssen, mehr noch bei Italien und Spanien. Wer soll dafür einspringen, wieder der Steuerzahler? Ich bin dafür, hier nicht weiter einzugreifen, lassen wir das marode System an seinen Widersprüchen zusammenbrechen, fangen wir bei Null an. Das €-$-Finanzsystem bricht ja wie jede Papierwährung irgendwann an überbordenden Schulden sowieso zusammen, ob nun jetzt oder später. Es ist Zeit für einen Neuanfang, mit einer Staatsbank, die niedrige Zinsen direkt an Bürger und Unternehmen weiter reicht und einer Politik, die sich mit verfassungsrechtlicher Macht das Primat über die Finanzmonopole sichert und Spekulationen dadurch verhindert, dass keine extremen Divergenzen zwischen \"normalen\" Einkommen, die für den Konsum zur Verfügung stehen, und exorbitanten Einkommen, die nur für Billionenspekulationen zur Verfügung stehen, mehr auftreten können. Wenn wir so wieder bei Null beginnen, kann die Schere zwischen arm und reich geschlossen werden und langfristig eine stabile Währung und Wirtschaft erreicht werden. Dies wurde noch nie versucht, deshalb ist bisher jede Papierwährung gescheitert. Wer hat eigentlich ernsthaft die Illusion, dass es den Euro in einigen Jahrzehnten noch gibt? Dies sollen nur die für dumm Verkauften glauben, damit sie weiter in private Renten- und Lebensversicherungen einzahlen. Wer in die Geschichte zurück blickt und etwas nachdenkt, spart zur Sicherheit doch sowieso nur in Sachwerten wie Aktien, Edelmetallen, Rohstoffen, Grund und Boden usw. - oder?
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