Griechenland – das Wichtigste ist eine günstige Refinanzierung
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 16. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Das wichtigste ist und bleibt jedoch hochaktuell, dass das Land zu normalen Konditionen Geld auf dem Kapitalmarkt aufnehmen kann. Ansonsten wird die wachsende Schuldenlast, für die Refinanzierung der Altschulden, das Land auffressen.
Doch darum geht's interessanterweise wohl nicht bei den Euro-Finanz-Häuptlings-Plänen/technischen Rahmenbedingungen/was auch immer!
Hollands Finanzminister Jan Kees de Jager beeilte sich zu versichern, man werde den Griechen im Fall der Fälle schon einen saftigen Aufschlag präsentieren, wenn die tatsächlich einen Kredit haben wollten. Nun ja, schließlich müssten ja im Fall der Fälle auch die Euro-Länder das Geld erst einmal beschaffen und dafür Zinsen berappen. Dass die Griechen aber in diesem Fall noch einen Aufschlag auf die üblichen Kosten der Euro-Länder zahlen müssten, kann eigentlich nur eines heißen: man will natürlich, dass die Griechen sich selbst über den Kapitalmarkt refinanzieren.
Was also soll der ganze Lärm nun eigentlich?!
Nun ja, nichts Konkretes, viel Ungereimtes und noch mehr Uneiniges...aber immerhin versucht man dem Markt eine Vertrauens-,äh, Beruhigungstablette zu verpassen!
Ich sehe das so: wenn der Markt sowieso manisch-depressiv ist, dann könnte er auch unter partieller Demenz leiden und wenn man ihn nur lange genug hinhält und langweilt, dann vergisst er am Ende vielleicht einfach, dass es da mal so ein Griechenland-Problem gab. Oder anders ausgedrückt: schmeiß ihm regelmäßig den Vertrauensknochen hin und das System funktioniert weiter....
Na ja, muss ja nicht der schlechteste Plan sein, denn wie heißt es doch so schön: Die Zeit heilt alle Wunden! (Vermutlich auch Vertrauenswunden!)
So long liebe Leser...bleiben wir gespannt darauf ob und wann und wie es irgendwann auch einmal konkrete Pläne geben wird...oder wir machen es wie der Markt, langweilen uns nach zwei Tagen und wenden uns einem anderen Thema zu...:-).....ach noch was, S&P ist mittlerweile zurück gerudert und hat Griechenland von der "creditwatch negative" - Liste gestrichen...das BBB+ Rating bleibt, aber man ist zuversichtlich, dass Griechenlands Sparmaßnahmen geeignet sind um das Defizit-Ziel (8,7% vom BIP) zu erreichen...S&P, das habt ihr jetzt aber fein gemacht!....hat übrigens zum Vertrauen beigetragen...wie einfach das doch manchmal sein kann....aber, nachdem die Rating-Heinis ja auch die USA und UK niemals abstufen würden, können sie - wie ich finde - auch mal ein bisschen Großmut in Bezug auf Griechenland zeigen....oder?!...
Bis morgen und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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