Griechenland bleibt in den Schlagzeilen
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 22. April 2010, 17:00 Uhr
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Die internationalen Indizes halten sich weiterhin bemerkenswert robust und auf hohem Niveau. Die Nachzügler wollen bei leicht abbröckelnden Kursen noch rein und die frühen Investoren suchen nach geordneten Rückzugsmöglichkeiten. Dies ist das typische Kursmuster für einen Aufwärtsimpuls, der ganz langsam an Dynamik verliert. Teils locken die sehr guten Zahlen der Banken und Techwerte noch Käufer an, teils provozieren sie erste Gewinnmitnahmen. Das Schöne an diesem reifen Börsenzyklus ist für uns Freunde von Nebenwerten, dass der latent vorhandene Appetit auf Risiko nun endlich wieder mehr frisches Geld in die kleinen Firmen spült. Besonders für die Small-Caps" bleibe ich längerfristig optimistisch und denke, dass diese sich noch am ehesten dem drohenden Sommerloch" entziehen können. Zu viele gute Firmen notieren in viel zu großem Abstand zu ihren zyklischen Kurs-Hochs. Exakte Einstiegsgelegenheiten erhalten Sie natürlich in gewohnt hoher Qualität im NebenwerteInsider.
Ich hatte wirklich gehofft, dass die Misere um die Verschuldung und Umschuldung Griechenlands und anderer Club Med-Staaten" aus den Schlagzeilen gerät und der der Euro wieder in stabileres Fahrwasser gelangen würde. Ganz ähnlich wie die Asche aus Island, die nun, ähnlich wie das verbrannte isländische Festgeld im Herbst 2008, sang- und klanglos verschwindet. Aber offenbar bleibt das Schuldenproblem Griechenlands auch aus anderen Gründen länger als geahnt in der Presse. Anfangs dachte ich noch, dass primär die US-Finanzindustrie und andere PR-Cliquen ganz einfach von ihren Problemen ablenken wollen. Denn immerhin ist das BIP Griechenlands nur halb so groß wie das von Kalifornien. Aber offensichtlich ist der Interessensverbund" viel größer als vermutet, da natürlich viele der trendverliebten" und trendfolgenden Hedgefonds massiv gegen den Euro wetten und an einer lukrativen Verlängerung des Abwärtstrends des Euros gegen den USD sehr interessiert sind.
Die Non BailOut"- Klausel wird ausgehebelt
Leider kippt aber nun mit der so genannten Non-Bail-Out"-Klausel der wichtigste Stützpfeiler des Vertrags von Maastricht und die europäische Währungsunion entwickelt sich zu einer Rückversicherungsgesellschaft, in der die Allgemeinheit für die fehlende Disziplin Ihrer Mitglieder haftet. Da sind natürlich die Hilferufe von weiteren Staaten vorprogrammiert und Hedgefonds-Legenden wie G. Soros werden die Früchte ihrer PR-Kampagnen gegen den Euro ernten. Denn immerhin läuft es für Spekulanten wie ihn wie am Schnürchen. Wenn man die Rettungsversuche" der Bürokraten beobachtet, die Schulden durch neue Schulden bekämpfen", muss man ganz allmählich vermuten, dass einige Beamten in Brüssel auf der Gehaltsliste von Soros stehen und sich voller Vorfreude schon die Hände reiben über die Gewinnbeteiligung der politisch subventionierten" Wette gegen den Euro. Als rheinländischer Optimist und Frohnatur, aber auch als Anhänger des europäischen Gedankens, habe ich ganz tief in mir noch die Hoffnung, dass sich irgendwann die steuerzahlende Bevölkerung gegen die demokratisch praktisch nicht legitimierten Bürokraten in Brüssel auflehnt. Auch zur Rettung des europäischen Verständigung übrigens, die an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen würde.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Soros (22.04. 2010 18:39 Uhr):
Nicht nur Griechenland sondern alle EU-Staaten haben ein Schuldenproblem in 2009 beziffern sich diese in Höhe von sagenhaften 6,1 Billionen Euros sage noch mal einer die AMIS sind Verschwender. Griechenland ist nur ein Deckmantel um die Überbewertung des Euros gegenüber anderen Währungen abzubauen. Realistischer Kurs zum Dollar sind max. 1,20 die aktuellen 1,33 sind noch immer Übertreibung.
Antworten- Antwort von Buhl Klaus (22.04. 2010 20:02 Uhr):
Sehr richtig! ich vermute, mit der Entwicklung des USD liegen Sie richtig! Obwohl das mit Prognosen ja so eine Sache ist! Aber es gibt einen Punkt zu bedenken bezüglich dem US-Defizit. Dieses ist historisch betrachtet hoch, hat aber noch keinesfalls einen Extrempunkt erreicht. Falls die Welt nicht untergeht, sich die Wirtschaft langsam erholt, werden die Amerikaner ganz langsam aus ihren Schulden herauswachsen. Grüße Klaus Buhl
- Antwort von Buhl Klaus (22.04. 2010 20:02 Uhr):