Griechenland bleibt Hauptthema
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 26. April 2010, 13:00 Uhr
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die Nachrichten über Griechenland reißen nicht ab. Wohl auch, weil es derzeit nichts spannenderes zu berichten gibt. Grundsätzlich mag dies ja auch ein relevantes Thema sein, aber auf die Aktienmärkte hat es keine Auswirkungen.
Rettungsplan steht
Der Rettungsplan für Griechenland soll für 3 Jahre gelten und sieht vor im ersten Jahr 30 Milliarden Euro von den Euro-Mitgliedern an Griechenland zu 5% zu verleihen. Dabei sollen 8 Milliarden Euro aus Deutschland, 6 Milliarden Euro aus Frankreich, 5,5 Milliarden Euro aus Italien und jeweils weniger als 1 Milliarde Euro aus den kleinen Volkswirtschaften an Griechenland fließen. Zusätzlich steuert der IWF 15 Milliarden Euro bei. Äußerungen zu weiteren Krediten in den weiteren Jahren gibt es noch nicht. Das macht auch Sinn, weil man eine Entscheidung hierüber abhängig von der weiteren Entwicklung und der Wirkung der ersten Maßnahmen abhängig machen sollte.
Win-Win-Situation
Ich halte diese Lösung für durchaus sinnvoll und angemessen, hilft sie doch irgendwie allen Beteiligten. Griechenland bekommt das Geld günstiger als es derzeit auf dem freien Kapitalmarkt erhältlich wäre und ich gehe davon aus, dass die 5% Verzinsung für die Geldgeber über deren Zinskosten auf der Beschaffungsseite liegt. Eine Win-Win-Situation.
Auch im Euro-Dollar-Wechselkurs dürfte das Szenario bereits eingearbeitet sein. Wo wir schon beim Euro sind, schauen wir ihn uns doch mal an:
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Kurt Luder (26.04. 2010 18:43 Uhr):
Diese Ansicht kann nur von einem kurzsichtigen Erbsenzähler kommen. Wie kann es eine win-win Situation sein, wenn in ganz Europa die Decke bröckelt?
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (27.04. 2010 11:36 Uhr):
Guten Tag Herr Luder, erst gestern habe ich hierüber eine Diskussion geführt. Es ging darum, ob es überhaupt sinnvoll ist, Griechenland unter die Arme zu greifen. Die eine Seite wertete dies als als Einladung für andere Mitgliedsländer, die andere Seite hofft durch die Hilfen auf ein positives Ende. Ich sehe in beiden Positionen ein Stück Wahrheit. Sollten diese Maßnahmen greifen, hätten wir unzweifelhaft die von mir geschilderte Win-Win-Situation. Sie haben aber völlig Recht, dass dies eine sehr kurzfristige Betrachtungsweise ist. Das war auch von mir ganz bewusst so gewählt. Und wer will schon so vermessen sein um zu behaupten, er kenne die richtige Lösung?! Kurzfristig erscheint mir diese Lösung jedoch besser, als Griechenland vor die Wand fahren zu lassen. Ob diese Hilfen greifen, werden wir erst in ein paar Monaten wissen. Im übrigen gab es diese Zweifel auch bei der Bankenkrise - und hier hat es auch KURZFRISTIG zunächst einmal funktioniert. Ob sich das Problem damit nur in die Zukunft verlagert hat, werden wir auch erst in ein paar Jahren wissen. Herr Luder, ich bin nunmal eher ein Optimist.
- Antwort von Sven Weisenhaus (27.04. 2010 11:36 Uhr):
- Kommentar von Der Realist (27.04. 2010 16:53 Uhr):
Eine win-win-Situation ist das weiß Gott nicht. Sie vergessen uns Bürger, unsere Kinder und Enkelkinder, die die Zeche zahlen müssen. Das sind die Loser.
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