Griechenland auf Sparkurs: EUR/USD erholt sich
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 3. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Die griechische Regierung hat heute erneut Pläne vorgelegt, um das massive Haushaltsdefizit zu minimieren. Premier George Papandreou will damit weitere 4,8 Milliarden Euro einsparen.
Griechenlands Sparpläne
Geplant ist eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21%, sowie höhere Steuern auf Alkohol, Tabak und Luxusgüter. Dies allein sollte 2,4 Milliarden Euro in die gebeutelte griechische Kasse spülen.
Außerdem sollen die massiven Gehaltszuschläge für Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst gekürzt werden - um etwa 10%. Das 13. Monatsgehalt soll um 30% reduziert werden. Das so genannte Ferien - und Ostergeld (ein 14.Monatsgehalt) soll um 35% gekürzt werden. Allerdings haben die Gewerkschaften, bezüglich der Pläne zur Gehaltsreduzierung der Staatsbediensteten, bereits erneute Proteste angekündigt.
Es bleibt also zu hoffen, dass sich die sozialistische Regierung mit ihrem Sparkurs durchsetzen kann. Allerdings wird den Griechen gar nichts anderes übrig bleiben. Papandreou hat die brisante Lage in seiner gestrigen Rede sehr richtig eingeschätzt:" Wenn unser Land es nicht schaffen kann, Kredite unter den gleichen Konditionen, wie sie auch für andere EU-Länder normal sind, aufzunehmen, dann werden die Konsequenzen mehr als katastrophal sein." Die übrigen EU-Länder werden zuerst sehen wollen, dass Griechenland eigene Anstrengungen unternimmt, um auf einen richtigen Weg zurück zu finden, bevor sie sich zu Hilfsmaßnahmen hinreißen lassen.
Diese Pläne wurden bereits im Vorfeld erwartet und so konnte EUR/USD gestern zu einer erneuten Zwischenerholung ansetzen. EUR/USD stieg von 1,3450 gestern bis auf aktuell 1,3663. Da die Pläne - wie gesagt - bereits im Vorfeld eingepreist wurden und der Markt seinen Fokus mittlerweile auch wieder stärker auf andere Faktoren richtet, dürften heute die Veröffentlichung des Beige Book in den USA und neue US-Arbeitsmarktdaten stärkeren Einfluss begründen. Schwache Einzelhandelsdaten aus Deutschland hatten der Erholung im EUR/USD bereits zwischenzeitlich kurzfristig wieder den Schwung genommen. Wie das Statistische Bundesamt berichtet sind die Umsätze im Einzelhandel im Januar 2010 um real 3,4% gesunken gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat ergab sich nominal ein Rückgang von 0,1%.
Erst wenn der starke Widerstandsbereich bei 1,3692 durchbrochen werden kann, ist mit einem Ausbruch aus der Range nach oben (zunächst bis in Richtung der 1,3750) zu rechnen. Sollte EUR/USD allerdings wieder unter 1,36 fallen und auch die Unterstützung bei 1,3572 nach unten durchbrechen, ist mit einem weiteren Rückgang in Richtung der 1,3522 und daraufhin mit weiterem Abwärtsdruck in Richtung der Unterstützungszone um 1,3451 zu rechnen.
Quelle: CFX-Broker

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