Griechenland-Abstufung schürt die Panik: Euro weiter unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 28. April 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
und wieder die Rating-Agenturen...Als sei die Griechenland-Problematik schon allein nicht schlimm genug, hat nun auch noch die Rating-Agentur S&P die griechischen Anleihen auf Ramschstatus herabgestuft.
S&P stuft Griechenland auf BB+
Die Rating-Heinis können es nicht lassen. S&P hat griechische Staatsanleihen um 3 Noten auf BB+ und damit auf Junk Bond Status zurückgestuft. Das bedeutet, die Rating-Agentur geht davon aus, dass Griechenland als Schuldner höchstens 30 - 50% seiner Kredite bedienen kann.
Durch die Abstufung ergeben sich aber noch andere Probleme. So gerät langsam die Refinanzierungsmöglichkeit der griechischen Banken (oder überhaupt von Banken, welche griechische Anleihen als Sicherheiten nutzen um sich bei der EZB Geld zu leihen) unter Risiko. Eigentlich verlangt die EZB, um Staatsanleihen als Sicherheiten zu akzeptieren, dass mindestens eine Rating-Agentur die entsprechenden Anleihen mit BBB- bewertet.
Doch nicht nur griechische Banken spüren die Folgen des erneuten Downgrades. Auch viele deutsche und französische Banken müssen Abschreibungen hinnehmen. (und überhaupt jeder, der griechische Anleihen hält)
Das S&P-Rating liegt nun deutlich unter den Minimalanforderungen der EZB. Nun kommt es also auf die anderen beiden Rating-Agenturen an. Fitch hat griechische Anleihen bereits auf BBB- abgestuft. Nur Moodys, die sich ein wenig freundlicher zeigen, bestätigen noch ein A3-Rating - also 4 Stufen über dem S&P-Rating oder 3 Stufen über den Minimalanforderungen der EZB. Bleibt also nur zu hoffen, dass Moodys, die nun möglicherweise unter Rating-Druck sind, nicht auch gleich unter BBB- senken.
Allerdings sollte man wohl damit rechnen können, dass die EZB vorher irgendwelche Schritte unternimmt, damit die Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken nicht gefährdet werden. Die EZB könnte also entweder ihre Anforderungen senken, oder eine Ausnahmeregelung für griechische Anleihen einführen.
Allerdings könnte die EZB gezwungen sein, eine solche Ausnahmeregelung auch gleich für die Anleihen weiterer Länder einzuführen. Denn auch Portugal hat von S&P gleich noch einen auf den Deckel bekommen.
S&P senkt Portugals Kreditwürdigkeit auf A-
Gleich um 2 Noten hat S&P nun auch die portugiesische Kreditwürdigkeit herabgestuft. Natürlich sind portugiesische Anleihen mit A- von S&P noch nicht in Gefahr die Minimalanforderungen der EZB zur Hinterlegung als Sicherheit zu verlieren. Dennoch: die Angst wächst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Eurozone. Ein Umstand der Panik, aber zumindest die Skepsis der Marktteilnehmer schürt.
Griechenland jedenfalls kann sich mittlerweile eigentlich schon nicht mehr über die Finanzmärkte refinanzieren. Die Kosten, die das Land für seine Schulden zu tragen hat, steigen auf Rekordwerte. Für Anleihen mit 2-jähriger Laufzeit sind die Renditen mittlerweile schon auf 25 % gestiegen. Auf 10-jährige Anleihen werden Renditen von über 10% fällig.
Die Aktienmärkte drehten ins Minus und EUR/USD bestätigt seinen Abwärtstrend. EUR/USD ist seit gestern von über 1,34 bis auf 1,3141 bislang im Tief heute Morgen abgestürzt und notiert aktuell bei 1,3159. Unterstützung ergibt sich im Bereich um 1,3135/45 und 1,3100. Wenn diese Marke nach unten gebrochen wird, steht bereits die 1,30er Marke im Fokus. Widerstand ergibt sich bei 1,3217, 1,3260 und 1,3300.
Quelle: CFX-Trader
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