Google: Mehr wert als Bayer, VW, MAN….
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 23. November 2006 12:00 Uhr
ENL5454
*** Die Google-Aktie ist zu Wochenbeginn über die Marke von 500 Dollar geklettert. Gestriger Schlusskurs: 508,01 Dollar.
Ja, das ist dieselbe Aktie, die im August 2004 für 85 Dollar an die Börse gebracht wurde.
Performance in diesen 3 Jahren und 3 Monaten: +497,66%.
Beeindruckend, in der Tat! Wenn Sie dabei waren: Glückwunsch.
Doch mittlerweile hat der Kurs ein wirklich schwindelerregendes Niveau erreicht. Konkret: Ein Kurs von 508,01 Dollar entspricht einer Marktkapitalisierung von 155,53 Milliarden Dollar. (Marktkapitalisierung = Anzahl der Aktien dieses Unternehmens, multipliziert mit dem aktuellen Kurs.) Das sind ungefähr 120,77 Milliarden Euro. Um das mal in eine Perspektive zu setzen:
Damit hat Google eine höhere Marktkapitalisierung wert als folgende Unternehmen ZUSAMMEN:
- Bayer (30,50 Mrd. Euro Marktkapitalisierung)
- Lufthansa (8,85 Mrd. Euro Marktkapitalisierung)
- Thyssenkrupp (14,99 Mrd. Euro Marktkapitalisierung)
- MAN (10,92 Mrd. Euro Marktkapitalisierung)
- Volkswagen (29,23 Mrd. Euro Marktkapitalisierung)
So, wie viel haben wir da….Summe 94,49 Mrd. Euro. Also immer noch deutlich weniger als die Marktkapitalisierung von Google (120,77 Mrd. Euro).
Google ist ein super Unternehmen, keine Frage…die Frage ist nur, ob die Bewertung stimmt. Und da habe ich so meine Zweifel! Wenn ein Internet-Unternehmen mehr wert sein soll als Bayer, Lufthansa, Thyssenkrupp, MAN und Volkswagen ZUSAMMEN….dann würde ich sagen: Verkaufen. Wenn Sie dabei sind, nehmen Sie umgehend Ihre Gewinne mit!
*** Als der Ölpreis Ende Oktober/Anfang November so bei gut 58 Dollar stand, da war ich bei www.rohstoff-signale.de long gegangen. Saisonalität und Charttechnik sprachen da für eine gute Einstiegsmöglichkeit.
Ich wählte einen Schein mit recht hohem Hebel, und freute mich da gestern schon, als der Ölpreis über 60 Dollar stieg…
…doch Pustekuchen (mittlerweile weiß ich übrigens auch, woher dieser Begriff kommt, nämlich aus dem Jiddischen)! Die amerikanischen Rohöl-Lagerbestände stiegen deutlich an. Ich hatte gestern unter „Heute anstehende Termine“ auf diesen Termin verwiesen, und den Wert am letzten Stichtag mit 336,0 Mio. Barrel angegeben.
Und was wurde gestern vermeldet? Ein Anstieg um 5,1 Mio. Barrel, auf 341,1 Mio. Barrel. Grund: An der US-Ostküste war es in den letzten Wochen nicht besonders kalt, es musste weniger stark als erwartet geheizt werden. Und zack – innerhalb von Minuten gab der Ölpreis die Gewinne der letzten Handelstage wieder ab.
Ärgerlich, aber keine Katastrophe. Weiterhin spricht die Saisonalität für einen steigenden Ölpreis, und auch die Marke von 58 Dollar hat sich als schöne Unterstützung erwiesen. (Genau gesagt: Die Unterstützung verläuft bei ca. 57,70 Dollar, und falls die wirklich nicht halten sollte, ist bei 55,91 noch eine massive Unterstützung; Ölsorte NY Light Crude Oil.)
Bleibt natürlich mehr oder weniger ein „Glücksfaktor“, das Wetter. Tja, ich habe keine Löcher in den Händen und bin auch kein Meteorologe. Aber dass die Nachfrage auch bei relativ warmen Winter steigen wird, dürfte klar sein. Und wenn es im Osten der USA auf einmal einen Kälteeinbruch geben sollte, wie schon oft um diese Jahreszeit…dann dürfte das den Ölpreis tendenziell wieder schnell steigen lassen (und meine Fragen an Christoph Amberger nach „dem Wetter in Baltimore“ sind vor diesem Hintergrund kein Smalltalk).
Beste Grüße,
Michael Vaupel