Good bye, America
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. März 2007 07:30 Uhr
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“Good bye, America”, heißt es in einer Schlagzeile auf Seite drei der Zeitung "Metro" vom Freitag.
Nach 66 Jahren, heißt es in dem Beitrag, beerdigen Marvel Comics heute ihren Helden, Steve Rogers, auch bekannt unter dem Namen Captain America. Dieser Superheld hat die Nazis, die Kommunisten, die Terroristen und die Mutanten gejagt. Doch jetzt wurde er vom Schuss eines Heckenschützen getötet, als er einen Gerichtssaal verließ.
R.I.P.
Doch für ihn war die Zeit gekommen, da er gehen musste. Captain America wurde erfunden, um das Land der Freien zu verteidigen. Doch heute, mit dem Krieg gegen den Terror ... dem Patriot Act ... und dem Gesetz der verschreibungspflichtigen Medikamente ... welche Freiheit ist da noch geblieben? Wir haben die Freiheit, unsere Haare pink zu färben, uns als Priester zu verkleiden und ein zweiköpfiges Kalb zu heiraten. Aber das ist nicht die Freiheit, nach der wir einst suchten.
Und so vergeht die Zeit. Jedes Imperium beginnt mit einer Täuschung, entwickelt sich zu einer Farce und endet in der Katastrophe. Die Farce, die ihren Höhepunkt während der Regierungszeiten unter Bush und Clinton erreicht hatte – hat viel Spaß gemacht. Aber um zu sehen, was vor uns liegt, habe ich weit zurückgeblickt. Und wenn man weit genug zurückblickt, dann sieht man den großen Untergang des Alten Rom. Und Sie sollen nicht denken, dass das eine schlechte Zeit für einen Mann mit Geld und einer Villa an der dalmatinischen Küste gewesen sei. Aber es war sehr traurig für jemanden, der sich durch die schwitzenden Massen drängen musste, die sich im Zentrum drängten. Oder für die, die versuchten, die Barbaren zurückzuhalten, die sich an den Rändern des Imperiums versammelt hatten.
Die römischen Kaiser haben zu viel Geld ausgegeben – für Kriege, für Brot und für Spiele. Sie mussten die Münzen stutzen, die Bürger bestehlen und Tribute aus dem gesamten Imperium herauspressen, um weiter dabeibleiben zu können. Aber es konnte nicht auf ewig so weitergehen. Die Barbaren wurden immer kühner, während die Streitkräfte des Imperiums immer schwächer wurden. Irgendwann schwemmten die Vandalen über die Grenzen und fegten die verbleibenden Verteidiger hinweg, und Rom selbst, die Hauptstadt des größten Imperiums aller Zeiten, wurde eingenommen.
Es ist eine alte Geschichte, liebe Leser. Aber erzählt sie uns irgendetwas Sinnvolles über die Zukunft?
“Wenn es eine Sache gibt, die Amerika in den Konkurs treiben könnte, dann ist es die Gesundheitsversorgung”, sagt der oberste Rechnungsprüfer, David Walker.
Walker hat in der letzten Zeit Reden gehalten und die Amerikaner gewarnt, dass sie zu viel Geld ausgeben. In einer Sendung erklärte er zuletzt, dass das Gesetz der Bushregierung zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten der katastrophalste Beitrag der Gesetzgebung sei, der in vielen Jahrzehnten des Wegs gekommen sei.
Im Mittelpunkt des amerikanischen Imperiums steht eine fröhliche Bande von Clowns, Lügnern und Feiglingen. Und was dieses Gesetz anbelangt, hat die Bushregierung der Nation gesagt, es würde in den ersten zehn Jahren 400 Milliarden Dollar kosten. Heute kostet das Gesetz bereits einen Betrag, der deutlich näher an einer Billion liegt. Bei der gegenwärtigen Wachstumsrate, erklärt er, werden Medicare und Social Security allein den gesamten Bundeshaushalt des Jahres 2040 auffressen.
Damit wird offensichtlich nicht mehr viel Geld zur Verfügung stehen, um die Barbaren vor den Toren zu bekämpfen. Aber auch hier eilen die Heuchler herbei, um den Dummköpfen Rückendeckung zu geben. Es war dumm, die Truppen und die Finanzen des Landes für einen unschönen Krieg in Mesopotamien zu verschwenden. Rom hat es getan und später bereut ... mehr als einmal. Heute patroullieren die amerikanischen Zenturios in den Straßen von Bagdad während die Caesars am Potomac den casus belli aufblähen – und dabei die ganze Zeit die Kostenschätzungen herabsetzen.
Was geht vor sich? Was ist los? Wie wird es enden? Ich kann es Ihnen sagen. Die Farce wird der Katastrophe Platz machen. Früher oder später wird man den Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Der Gesamtwert des Haushaltsvermögens liegt in Amerika bei ungefähr 50 Billionen Dollar – ungefähr so viel wie die „Finanzierungslücke“ der Bundesregierung. Was bedeutet, liebe Leute, dass wir bereits heute pleite sind.
Aber es sind nicht nur die Regierungsvertreter, deren Ausgaben außer Kontrolle sind. Das amerikanische Handelsbilanzdefizit, geboren aus den ausufernden Verbraucherausgaben, jagt auch mit Höchstgeschwindigkeit eine gewundene Straße hinab. Jedes Jahr bringt das Defizit letzten Endes mehr amerikanisches Kapital in die Hände der Ausländer. Laut der Zahlen, die Ende der Woche auf den Tisch gebracht wurden, befindet sich schon heute mehr als die Hälfte der Bundesverschuldung in den Händen von Ausländern.
Das amerikanische Leistungsbilanzdefizit erreichte den negativen Bereich Mitte der Achtziger ... ungefähr zur gleichen Zeit, zu der Alan Greenspan bei der Fed das Ruder übernahm. Doch es brauchte weitere zwanzig Jahre, ehe die amerikanischen Vermögenswerte in den Händen der Ausländer so sehr angewachsen waren, dass sich das Nettoanlageeinkommen der Investitionen aus dem Ausland gegen die USA wendete. Dieser Meilenstein wurde im vergangenen Jahr erreicht.
Warren Buffett beschrieb die Situation vergangene Woche in seinem Jahresbericht für die Aktionäre:
“Das Konto der ‘Anlageinkommen’ unseres Landes – seit 1915 jedes Jahr im positiven Bereich, erreichte im Jahr 2006 einen negativen Wert. Die Menschen aus dem Ausland verdienen heute mehr mit ihren Investitionen in die USA, als wir mit unseren Investitionen im Ausland. Das bedeutet, dass wir unsere Sparbücher aufgebraucht und uns unseren Kreditkarten zugewandt haben. Und wie jeder, der in die Miesen gerät, werden die USA jetzt die Erfahrung der ‚negativen Aufzinsung’ machen, wenn sie immer weiter steigende Beträge für die Zinseszinsen aufbringen müssen.“
“Unsere Bürger werden in jedem Jahr mehr gezwungen sein, einen nennenswerten Anteil ihrer gegenwärtigen Produktion allein dazu verwenden zu müssen, die Kosten ihrer gewaltigen Schuldenposten zu bedienen. Es wird nicht erfreulich sein, eine bestimmte Zeit eines jeden Tages arbeiten zu müssen, um den Überkonsum der eigenen Vorfahren abzuzahlen. Ich gehe davon aus, dass an irgendeinem Punkt in der Zukunft die amerikanischen Arbeiter und Wähler diesen jährlichen Tribut so lästig finden werden, dass es zu einem ernsten politischen Rückschlag führen wird. Es ist unmöglich vorauszusehen, wie sich das auf die Märkte auswirken wird – aber mit einer ‚weichen Landung’ zu rechnen, wirkt, als sei hier der Wunsch Vater des Gedanken.“
Imperien landen normalerweise nicht weich. Sie gehen in die Luft ... und das sehr laut.