Goldpreis wieder über 1.200 US-Dollar
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 6. August 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
In der vergangenen Woche haben sich die Aktienmärkte überwiegend stärker entwickelt. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 1,8%. Der Nikkei legte im Vergleich zur Vorwoche rund 1,1% zu. Der Shanghai Composite Index gab dagegen um 0,6% ab gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Der Dow Jones notiert aktuell mit 0,8% im Plus im Wochenvergleich.
Konjunkturdaten
Die Auftragseingänge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind im Juni, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 62% gestiegen, nach Angaben der VDMA. Die Nachfrage aus dem Ausland zog um 60% an, die Binnennachfrage sogar um 67%. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft bekannt gab, sind die Auftragseingänge der deutschen Industrie im Juni um 3,2% gestiegen gegenüber dem Vormonat.
Nicht überraschend haben sowohl die Bank of England als als auch die EZB ihren Leitzinssatz unverändert belassen. EZB-Chef Trichet gab sich recht zuversichtlich hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung. Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im Juli von 1,4% im Vormonat auf 1,7% gestiegen.
Aus den USA wurde ein Rückgang des ISM-Index gemeldet. Die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes verminderten sich im Juli von 56,2 Punkten im Vormonat, gemessen am Index, auf 55,5 Punkte. Dagegen sind die Geschäftsaktivitäten im Dienstleistungssektor im Juli gestiegen. Der ISM-Service-Index von 53,8 Punkten im Vormonat auf 54,3 Punkte. Zudem sind laut US-Handelsministerium die Bauausgaben im Juni um 0,1% gestiegen. Die Auftragseingänge für Industriegüter in den USA sind im Juni 1,2% zurückgegangen. Erwartet worden war jedoch nur ein Minus von 0,5%. Wie die National Association of Realtors bekannt gab, ist die Zahl der anstehenden Häuserverkäufe im Juni gesunken. Der entsprechende Index sank um 2,6%. Laut ADP ist die Zahl der Beschäftigen im Privatsektor im Juli um 42.000 gegenüber dem Vormonat gestiegen. Dagegen gab das Arbeitsministerium bekannt, dass sich der Arbeitsmarkt in der Vorwoche verschlechtert hat. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche um 19.000 auf 479.000 gestiegen. Erwartet worden war jedoch ein Rückgang auf 455.000. Zudem gab das Arbeitsministerium am Freitag bekannt, dass sich der Arbeitsmarkt im Juli verschlechtert hat. Die Zahl der Beschäftigen sank um 131.000 gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrt unverändert bei 9,5%. Erwartet worden war ein Stellenabbau von nur 87.000 und ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 9,6%. Zudem sind die durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,2% gestiegen.
In China soll eine zweite Bankenstresstest-Runde folgen. Ein erster Stresstest hatte ergeben, dass Chinas Banken fallende Immobilienpreise ohne größeren Schaden überstehen können. Nun sollen die Kreditinstitute prüfen, ob sie auch mit extrem stark fallenden Immobilienpreisen in bestimmten Städten klar kommen, so die Aufsichtsbehörde CBRC. Seitens der Peoples Bank of China wurde eine mögliche Senkung der Mindestreserveanforderungen für das 3.Quartal erwähnt, was auf eine wachstumsunterstützende Geldpolitik hindeutet.
Devisen
Nach wie vor ergibt sich, aufgrund der anhaltend schwachen US-Daten, ein Gesamtbild, das den Euro gegenüber dem US-Dollar favorisiert. EUR/USD notierte in dieser Woche schwankungsfreudig, aber mehrmals über der Marke bei 1,32, bis die schwachen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, das Währungspaar erstmals wieder kurzfristig über die Marke bei 1,33 und 1,3319 in der Spitze steigen ließen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3286.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Die Ölpreise konnten in dieser Woche endlich aus ihrer Range über die obere Begrenzung bei 80 US-Dollar ausbrechen, handelten dann aber eher mit leichter Seitwärtstendenz. WTI erreichte am Mittwoch kurzfristig eine Spitze bei 82,94 US-Dollar pro Barrel.
Unterstützend wirken weiterhin, neben der US-Dollar-Schwäche, die positiven Vorgaben seitens der Aktienmärkte und eine generell eher verbesserte Stimmung.
Schätzungen zufolge sollen die OPEC-Lieferungen in den 4 Wochen bis zum 21. August um 420.000 Barrel pro Tag fallen.
Am Freitag gerieten die Preise dann allerdings wieder deutlich unter Druck, angesichts der pessimistischen Vorgaben, seitens der schwachen US-Arbeitsmarktdaten und fielen zeitweilig sogar knapp unter 80 US-Dollar pro Barrel.
WTI zur Lieferung im September notiert aktuell bei 80,44 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im September notiert aktuell bei 79,87 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis, der in dieser Woche zunächst in einer engen Range zwischen 1.190 und 1.200 USD notierte ist am Freitag wieder über die 1.200 USD-Marke hinweg ausgebrochen.
Unterstützend wirkten insbesondere die schwache US-Dollar-Entwicklung, ebenso aber auch die Vorgaben seitens der schwachen US-Arbeitsmarktdaten.
Auch in Euro ist der Goldpreis weiter gestiegen, nachdem auch hier bei 900 Euro eine wichtige psychologische Marke nach oben genommen wurde.
Besorgniserregende Konjunkturentwicklungen in den USA und eher langfristigere Inflationserwartungen auch in Europa unterstützen nun wieder Goldkäufe auf dem aktuellen Niveau, nach den zuvor deutlichen Preisrückgängen.
Gold notiert aktuell bei 1.205,70 US-Dollar pro Feinunze in New York. Gold in Euro notiert aktuell bei 907,80 Euro pro Feinunze.
Basismetalle
Der Kupferpreis, der am Montag noch bei 3,37 US-Dollar pro Pfund schloss, musste bis zum Ende der Woche moderat abgeben, notiert aber im Vergleich zur Vorwoche nach wie vor im Plus.
Unterstützend wirken nach wie vor die fundamentalen Rahmenbedingungen. Zur Zeit befinden sich Kupferkonzentrat in einem Angebotsdefizit. Auch die Rohstoffproduzenten zeigen sich positiv, was die Aussichten für die Kupferpreisentwicklung angeht. Codelco, der weltweit größte Kupferproduzent, erwartet auch für das kommende Jahr ein Angebotsdefizit im Kupfermarkt.
Belastend wirkten sich gegen Ende der Woche allerdings die pessimistischen Vorgaben seitens der schwachen US-Daten aus.
Kupfer notiert aktuell bei 3,32 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Haag (07.08. 2010 12:47 Uhr):
Zu Codelco. Hallo Frau Kraus .Kann es sein dass Codelco nicht börsennotiert ist ? Im Onvista findet sich dieser Name nicht. Gruß Klaus Haag
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