Goldpreis: Von schlechtem Start bis neuem Rekordhoch
Dominique Braun in Investors Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 15. März 2011, 18:00 Uhr
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Der Goldpreis hält uns in diesem Jahr bislang gut auf Trapp. Noch vor wenigen Tagen konnte der Preis für eine Unze Gold auf ein Rekordhoch von über 1.440 Dollar pro Unze steigen. Wenn wir auf den Jahresstart, auf den ersten Monat des Jahres, zurückblicken, da bot sich noch ein anderes Bild. Denn im Januar musste der Goldpreis den schlimmsten Jahresstart seit 1997 hinnehmen und dies nach einem tollen Jahr 2010. Denn im vergangenen Jahr legte der Preis um gut 30% zu und konnte sich damit sogar noch besser entwickeln als Anleihen oder auch Aktien.
Der Grund für den schlechten Jahresstart in 2011 lag vor allem an den besser werdenden Wirtschaftsprognosen für Länder wie die USA oder auch Deutschland. Der schlechte Start im Januar war aber relativ schnell vergessen. Nachdem sich die politische Lage in einigen Ländern in Nordafrika und im Mittleren Osten enorm zuspitzte, kam dies dem „Krisenmetall" Gold zu Gute und letztendlich wurde dadurch auch jüngst das neue Rekordhoch gesehen. Denn gerade in Krisen wird das Metall stärker nachgefragt und eingesetzt zum Werterhalt des persönlichen Vermögens.
Hedgefonds als Indikator für weiter steigenden Goldpreis
Viele machen die sogenannten Hedgefonds mitverantwortlich für die Finanzkrise der letzten Jahre. Sie erinnern sich sicherlich auch noch an die damalige Aussage des deutschen Politikers Franz Müntefering, der die Hedgefonds als „Heuschreckenplage" bezeichnet hatte. Die Meinungen über Hedgefonds gehen weit auseinander. Es gibt viele Stimmen, die auch positiv über Hedgefonds sprechen, denn genau diese Investoren stellen den Finanzmärkten u.a. Liquidität zur Verfügung und ohne Liquidität würden die Finanzmärkte nicht funktionieren.
Auch sind einige Investmentverhaltensweisen von Hedgefonds oftmals gute Indikatoren über die weitere Preisentwicklung verschiedenster Anlageklassen. So gehen die Hedgefonds derzeit von einem weiter steigenden Goldpreis aus. Dies kann man deutlich an den sogenannten Netto-Long-Positionen von Termin- und Optionskontrakten sehen, die von Geldmanagern, u.a. den Hedgefonds, gehalten werden. Denn diese stiegen Ende Februar auf über 182.000 Kontrakte an und lagen damit um 14% höher als noch eine Woche zuvor. Netto-Long-Positionen bedeuten nichts anderes, als dass mehr Investoren „Long" sind, also eine Investmentklasse kaufen, als „Short" sind, also eine Investmentklasse verkaufen.
China ein weiterer Indikator
Es gibt aktuell weitere Indikationen, die für einen nach wie vor steigenden Goldpreis sprechen. Vor allem die weiter steigende Nachfrage nach Gold aus China ist ein wesentlicher Faktor, der für einen weiter anziehenden Goldpreis spricht. Aber auch die immer noch stark vorhandenen Inflationsgefahren werden auch in naher Zukunft nicht verschwinden und den Goldpreis weiter stützen. Die anhaltenden politischen Unsicherheiten in Ländern wie Libyen werden zudem ihren Teil für einen festeren Goldpreis beitragen.
Leichterer Goldpreis nach Erdbeben in Japan erwartet
Auch Naturkatastrophen können einen Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises haben. Man könnte meinen, je grösser die Naturkatastrophe, desto wahrscheinlicher ist ein Anstieg des Goldpreises. Ein Beispiel, dass es auch anders sein kann, zeigte die kurzfristige Reaktion des Goldpreises auf das schlimme und weiter anhaltende Desaster in Japan. Bei dem Erdbeben und dem Tsunami vom vergangenen Freitagnachmittag kamen wahrscheinlich tausende, wenn nicht sogar zehntausende Menschen ums Leben. Die langfristigen Folgen und auch die möglichen weiteren Gefahren durch die beschädigten Atomkraftwerke sind nach wie vor nicht abzusehen.
Der reagierte unmittelbar nach dem Erdbeben etwas leichter und Analysten rechnen damit, dass durch die Naturkatastrophe in Japan der Goldpreis in dieser Woche das erste Mal seit Januar im Wochenvergleich mit einem Minus abschließen könnte. Grund dafür sind die nach dem Erdbeben schwächer gewordenen Aktienmärkte, die für viele Investoren wieder attraktive Einstiegsmöglichkeiten darstellen. Dadurch würden Investoren vorher das Edelmetall Gold verkaufen um somit freies Geld für Investitionen an den Aktienmärkten zur Verfügung zu haben.
In der Hoffnung, dass sich die Auswirkungen in Japan nicht noch weiter verschlimmern, wünsche ich Ihnen eine gute Woche.
Dominique Braun