Goldpreis nähert sich in dieser Woche bereits dem Allzeithoch
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 18. September 2009, 20:00 Uhr
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Die Aktienmärkte haben sich auch in dieser Woche überwiegend stärker entwickelt. Der DAX schloss auf Wochensicht mit einem Plus von 1,4%, während der Dow Jones aktuell rund 2,1% im Plus notiert gegenüber der Vorwoche. Der Nikkei schloss leicht im Minus mit 0,7% im Wochenvergleich. Der Shanghai Composite Index schloss am Freitag mit 2,3% im Plus gegenüber dem Schluss der Vorwoche.
So bleibt die neue Risikofreude auch in dieser Woche zunächst bestehen. Positive Wirtschaftsindikatoren unterstützen diese Stimmung weiterhin. Das US-Handelsministerium teilte in dieser Woche mit, dass sich der US-Einzelhandelsumsatz im August ausgeweitet habe. Zudem verzeichnet die FED New York einen Anstieg der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe. Der Philadelphia FED-Index zum Geschäftsklima weist ebenfalls eine Verbesserung auf. Darüber hinaus ist die US-Industrieproduktion im August weiter gestiegen, während allerdings auch die US-Verbraucherpreise im August ihren Anstieg fortsetzten. Aus Europa gibt dagegen das Statistikamt Eurostat bekannt, dass die Verbraucherpreise im August einen geringeren Rückgang verzeichnet haben. Das chinesische Handelsministerium verzeichnet im August einen Anstieg der Auslandsinvestitionen in China um 7% gegenüber dem Vorjahr. Dies ist der erste Anstieg seit 11 Monaten.
Zum Ende der Woche hin tritt allerdings erneut Besorgnis hinsichtlich der Gesundheit des europäischen Bankensystems zu Tage. Wie die britische Tageszeitung Daily Telegraph berichtet, habe die britische Bank Lloyds die Stress-Tests der FSA nicht bestanden. Die Zeitung berichtet weiterhin, die Bank benötige weitere 15 Milliarden GBP an Kapital. So gerät zum Ende der Woche das britische Pfund erneut unter Druck. Zuvor hatten am Dienstag schon Kommentare des Bank of England Governors Mervyn King, Cable deutlich unter Druck gebracht. King hatte seine Besorgnis über die Geschwindigkeit der konjunkturellen Erholung gekennzeichnet und bezeichnete diese als anämisch. Darüber hinaus macht sich der britische Zentralbankschef Sorgen um die Zentralbankseinlagen der Banken. Seit Beginn der QE-Maßnahmen in Großbritannien wurde die Höhe dieser Einlagen nicht mehr begrenzt. Dementsprechend tummelt sich mittlerweile massiv Liquidität auf dem Zentralbankskonto. Banken parken das Geld zu 0,5% bei der Zentralbank. Doch genau dies ist das Problem. Die britische Zentralbank sähe es erwartungsgemäß lieber, wenn sich die Liquidität im Geldmarkt ausbreiten und nicht auf dem Zentralbankskonto zwischengeparkt würde. King kommentierte dementsprechend, das man gegenwärtig die Option diskutiere die deposit rates für die Zentralbankseinlagen zu reduzieren. Das Wall Street Journal löste zudem heute eine weitere Diskussion aus, welche zusätzlichen Druck auf die britische Währung ausübte. So stellt sich das WSJ gezielt die Frage, ob sich GBP in einer neuen Rolle als Carry-Trade-Währung wiedergefunden hat. Hinzu kamen noch die gestrigen BoE Sentence wobei die Notenbank klar gemacht hat, dass auch eine Ausweitung der QE-Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden könne.
Zum Ende der Woche kann sich dann auch der US-Dollar, der zuvor ein Jahrestief gegenüber dem Euro erreicht hatte, wieder leicht erholen, aufgrund der Sorgen um das europäische Bankensystem. So fiel EUR/USD von über 1,4755 am Donnerstag bis auf 1,4651 am Freitag und notiert aktuell bei 1,4721.
Energie
Im Zuge steigender Aktienmärkte und eines weiterhin schwachen US-Dollars legten auch die Rohölpreise in dieser Woche weiterhin zu.
Am Donnerstag konnte WTI-Rohöl auf über 72,93 US-Dollar steigen, nach Bekanntgabe der aktuellen US-Lagerbestandsdaten. Wie das US-Energieministerium bekannt gab, sind in der vergangenen Woche die Rohölbestände überraschend deutlich um 4,73 Millionen Barrel gesunken. Allerdings liegen die Bestände damit immer noch rund 7,9% über dem 5-Jahres-Durchschnitt.
Zudem sind im gleichen Zeitraum die US-Benzin- und Destillatsbestände weiterhin angestiegen. Dem Energieministerium zufolge stiegen die Bestände Öldestillate, inklusive Diesel um 2,24 Millionen Barrel auf 167,8 Millionen Barrel in der vergangenen Woche. Das entspricht dem höchsten Stand seit 1983 und liegt damit um 24% über dem 5-Jahres-Durchschnitt. Die Benzinbestände sind in der vergangenen Woche um 547.000 Barrel auf 207,7 Millionen Barrel gestiegen und liegen damit um 4% über dem 5-Jahres-Durchschnitt.
Am Freitag gaben die Ölpreise leicht nach, aufgrund der leichten Erholung im EUR/USD.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Oktober bei 72,32 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im November notiert aktuell bei 71,54 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Auch der Goldpreis setzte in dieser Woche seinen Anstieg weiter fort, in Negativ-Korrelation zur schwachen US-Dollar-Entwicklung und im Angesicht wachsender Inflationssorgen, die sich mit einer beginnenden Weltwirtschaftlichen Erholung verstärken.
So erreichte der Goldpreis am Donnerstag ein Hoch bei über 1.024 US-Dollar pro Feinunze - nicht mehr weit von seinem Allzeit-Hoch entfernt.
Auch die Investmentnachfrage zieht weiter leicht an. So verbuchte der größte Gold-ETF SPDR Gold Trust einen Zufluss in Höhe von 7,6 Tonnen Gold. ETF Securities verbuchte Zuflüsse in Höhe von 1,7 Tonnen Gold.
Am Freitag gibt der Goldpreis allerdings im Angesicht einer leichten US-Dollar-Erholung und aufgrund von Gewinnmitnahmen wieder leicht ab, kann allerdings nach wie vor die 1.000 USD-Marke halten.
Aktuell notiert Gold bei 1.009,10 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX.
Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.012 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallmärkte werden in dieser Woche wieder deutlich von der Stimmung getrieben.
Konjunkturmetall Kupfer kann zunächst, bis zur Wochenmitte hin, wieder deutlich zulegen und schließt am Mittwoch bei 2,91 US-Dollar pro Pfund an der COMEX. Steigende Aktienmärkte und positive Wirtschaftsindikatoren tragen dafür Rechnung.
Zum Ende der Woche hin gerät der Preis allerdings wieder leicht unter Druck, nachdem Sorgen über die Gesundheit des europäischen Bankensystems und erneut Fragen nach der Nachhaltigkeit des Optimismus an den Metallmärkten auftreten.
Zudem werden weiterhin steigende Lagerbestände verzeichnet. So meldet die LME einen Anstieg der Kupferbestände um 1% auf 327.700 Tonnen. Das entspricht dem höchsten Stand seit Mai.
Kupfer notiert aktuell bei 2,76 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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