Goldpreis in Euro erreicht neues Allzeithoch in dieser Woche
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 5. März 2010, 20:00 Uhr
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In der letzten Woche haben die Aktienmärkte überwiegend zulegen können. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von rund 5% gegenüber der Vorwoche. Der Nikkei legte rund 4,3% zu gegenüber der Vorwoche, während der Shanghai Composite Index mit einem Minus von 0,9% im Wochenvergleich schloss. Der Dow Jones notiert aktuell mit mit 2% im Plus im Vergleich zur Vorwoche.
Konjunkturdaten
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau gab für Januar einen Auftragsrückgang im Maschinen- und Anlagenbau bekannt. Für den Euroraum wurde die BIP-Schätzung vom 12. Februar bestätigt: im 4.Quartal 2009 ist die Euro-Wirtschaft 0,1% gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Das entspricht einem Rückgang von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Wachstum des Vorquartals.
Aus den USA wurden in dieser Woche erneut gemischte Daten gemeldet. Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen stärker als erwarteten Rückgang. Dagegen sind die Einzelhandelsumsätze Thomson Reuters zufolge stärker als erwartet um 4% gestiegen. Die Auftragseingänge der US-Industrie stiegen im Februar um 1,8% - damit allerdings weniger stark als erwartet. Deutlich enttäuschend zudem die Eigenheimverkäufe; diese fielen im Januar um 7,6%. Erwartet worden war ein Anstieg um 1% gegenüber dem Vormonat. Das FED schätzt in der Veröffentlichung des Beige Book die wirtschaftliche Lage leicht verbessert ein gegenüber dem letzten Beige Book im Januar. Die Konsumausgaben seien gestiegen, ebenso habe sich die Nachfrage nach Dienstleistungen positiv entwickelt, so die US-Notenbank. In den USA ist zudem die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 29.000 auf 469.000 gesunken und damit etwas stärker als erwartet. Am Freitag wurden weitere Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Diese zeigen zwar, dass sich die Arbeitsmarktsituation in den USA weiter verschlechtert hat, allerdings nicht so stark wie erwartet. Die Zahl der Arbeitslosen ist um 36.000 gestiegen, während die Arbeitslosequote bei 9,7% verharrt.
Weiterer Optimismus zum Ende der Woche
Eine leichte allgemeine Beruhigung hat nach einigen netten Neuigkeiten eingesetzt! Griechenlands Emission von 10-jährigen Staatsanleihen verlief durchaus erfolgreich. Medienberichten zufolge sollen Kaufangebote im Volumen von 16 Milliarden Euro eingereicht worden sein - so dass eine ganze Reihe an Kaufinteressenten gar nicht zum Zuge gekommen ist.
Natürlich ist der Renditeaufschlag mit 6,25% hoch - aber immerhin, Griechenland hat seine Bonds im Gesamtwert von 5 Milliarden Euro erfolgreich platziert. Ein Umstand der (auch im Hinblick auf die Blamage im Januar bei der Ausgabe 5-jähriger Staatsanleihen) zum Optimismus und zur Beruhigung beiträgt.
Auch China trägt zur Freude bei
Der Markt freut sich ebenfalls über die Aussagen von Chinas Premier Wen Jiabao vor dem Nationalen Volkskongress. Wen gab an, China werde eine angemessene leichte Geldpolitik weiterführen. Außerdem strebe China einen stabilen Yuan auf einem vernünftigen und ausgeglichenen Level an.
Neues aus Japan trägt ebenfalls zur Freude bei
Die Nikkei-Zeitung berichtet, die Bank of Japan würde sehr wahrscheinlich weitere Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik bedenken. Obwohl dies eigentlich nicht allzu sehr überraschen sollte, - da davon auszugehen ist, dass die Bank of Japan mit Sicherheit weitere Maßnahmen durchführen würde, wenn der JPY eine zu deutliche Stärke zeigt und/oder die Aktienmärkte einknicken - haben auch diese Berichte zur Beruhigung beigetragen.
Währungen
Beruhigung und wieder aufkeimender Optimismus unterstützen natürlich die Risikomärkte und setzen im Umkehrschluss JPY unter Druck, während sich EUR/USD am Freitag wieder um die 1,36er Marke stabilisieren kann. Zuvor war EUR/USD, der am Mittwoch zwischenzeitlich über 1,37 handelte bis unter 1,3550 gefallen.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Die Ölpreise handelten die Woche wie erwartet um die 80 USD-Marke herum und können am Freitag noch einmal deutlicher zulegen. So handelt WTI nahe der 82 USD-Marke.
Starke Unterstützung bieten nach wie vor die wiederkehrende Risikobereitschaft in dieser Woche und die generelle Unterstützung der Risiko- also auch Rohstoffmärkte. Wobei steigende Aktienmärkte, eine zwischenzeitlich leicht schwächerer USD zur Wochenmitte und am Freitag besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten zur positiven Unterstützung beitragen.
Ebenfalls positiv wirkten sich aktuelle Daten von Oil Movements aus. Die Beratungsfirma berichtete, dass die OPEC-Lieferungen in den 4 Wochen bis zum 20.März um 2,3% zurück gehen dürften gegenüber den vorherigen 4 Wochen.
WTI zur Lieferung im April notiert aktuell bei 81,65 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im April notiert aktuell bei 80,05 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Wie erwartet konnten auch die Goldpreise in dieser Woche weiterhin zulegen.
Der Goldpreis in USD ist wieder über die 1.100 USD-Marke gestiegen und erreichte am Mittwoch (entlang des zwischenzeitlichen EUR/USD-Handels über 1,37) ein Hoch bei 1.145 US-Dollar pro Feinunze. Hier wirken ebenfalls die wachsende Risikobereitschaft, steigende Rohstoff- und Aktienmärkte im Allgemeinen, sowie die zwischenzeitliche leichte USD-Schwäche zur Wochenmitte unterstützend.
Der Goldpreis in Euro hat in dieser Woche zudem ein neues Allzeithoch bei 835 EUR pro Feinunze erreicht. Hier ist es vor allem das Sicherheitsbedürfnis im Angesicht der Griechenland-Problematik, welches den Goldpreis unterstützt.
Gold in Euro notiert aktuell bei 833,18 EUR pro Feinunze. Gold in USD notiert aktuell bei 1.134,20 US-Dollar pro Feinunze. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.135 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Auch die Industriemetallpreise konnten in dieser Woche wieder deutlich zulegen. Zum einen wirkt das stimmungsgetriebene Umfeld, entlang wachsender Risikobereitschaft und steigender Aktien- und Rohstoffmärkte unterstützend.
Zum anderen kamen zum Ende der Woche deutlich preisunterstützende Neuigkeiten aus China. Wie das chinesische Finanzministerium in seinem Budgetplan für 2010 bekannt gab, will man die strategischen Rohstoffreserven weiter ausbauen - dazu gehören auch die Metallbestände.
Kupfer notiert aktuell bei 3,40 US-Dollar pro Pfund an der COMEX - bis dato ein Plus von 4,3% gegenüber dem Schluss der Vorwoche.
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