Goldpreis Entwicklung
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 27. Januar 2011, 18:00 Uhr
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An manchen Internet-Örtchen lese ich schon fast panikartige Warnhinweise für mögliche, heftige Korrekturen für die Goldpreis-Entwicklung.
Meine geschätzte Kollegin Miriam Kraus (ausgewiesener Gold-Fan) sieht das wesentlich entspannter und würde sich über solch eine Korrektur regelrecht freuen... da Sie dann günstig nachkaufen könnte. Ebenso sehen dies meine US-Kollegen, allen voran Brian Hunt, der diese Korrektur sogar hier im Investors Daily schon am 11. Januar in seinem Beitrag Gold-Korrektur prognostiziert hat. (Ein Tipp: Wenn Sie auch in Zukunft immer über die aktuelle Goldpreisentwicklung informiert bleiben möchten, ist sicherlich unsere Übersichtsseite zur Goldpreisentwicklung die richtige Anlaufstelle.)
Werfen wir einen Blick auf den Chart:
Goldpreis in Euro
Ohne Frage, das sieht nach einer kleinen Korrektur aus. Erschwerend kommt für den Gold-Käufer im Euroraum hinzu, dass der Dollar gegen den Euro schwächelt. Und wenn der Goldpreis in Dollar fällt UND der Dollar gegen den Euro verliert, dann wirkt sich das natürlich „doppelt" aus, zumindest im Chart.
Aber vergessen wir nicht: Der US-Dollar und der Euro sind Papier-Währungen. Gold ist echtes Geld und Gold ist einfach eine Versicherung gegen den Untergang des Papiergeldes (oder gegen Staatspleiten... oder kranke Finanzsysteme). Weiter zur Analyse
Charttechnisch macht es etwas mehr Sinn, wenn wir uns den Goldpreis in der entsprechenden Währung anschauen, also in US-Dollar. Beim folgenden Chart habe ich den Zeitraum etwas verkürzt.
Gold in US-Dollar
Charttechnik heißt immer: Emotionen ausschalten. Also:
Im November und Anfang Dezember letzten Jahres erreichte der Goldpreis für eine Feinunze Gold ein Rekordhoch bei etwa 1.420 US-Dollar. Ein weiterer Anlauf auf dieses Hoch scheiterte Ende Dezember und der Goldkurs durchbrach Die gestrichelte Aufwärtstrendlinie wurde kurz danach unterboten und auch zahlreiche kurzfristige Technische Indikatoren (wie der MACD und auch mein kurzfristiger Firley-Indikator) generierten ein Verkauf-Signal. Der 256-Tage-GD (=Gleitender Jahresdurchschnitt) liegt noch in gesunder Ferne. Jetzt kommt es darauf an:
Ein eindeutiger Rückprall vom letzten Tief (schwarze horizontale Linie) bei etwa 1.322 USD ist äußerst bullisch zu werten, sobald der kurzfristige (schwarze) Abwärtstrend überboten wird. Allerdings:
Bei einem (eindeutigen) Unterbieten des letzten Tiefs ist mit einer weiteren Korrektur bis auf zunächst 1.220 US-Dollar (rote Linie) zu rechnen... und dann sehen wir weiter.
Wer also unbedingt möchte, handelt - je nachdem, ob der Goldpreis tatsächlich nachhaltig unter die Unterstützung bei 1.320 fällt - entsprechend und sichert seine physischen Gold-Bestände (Goldmünzen oder Goldbarren) ab.
Ich persönlich denke nicht ansatzweise daran, meinen Bank-Tresor aufzusuchen und auch nur eine einzige 1/10-Unze-Münze zu verkaufen. Sie müssen einfach unterscheiden zwischen Gold als „Versicherung" und Gold als „Basiswert für Trades".
Natürlich, ein fallender Dollar ist schlecht für den Goldkurs in Euro. Andersherum betrachtet, bekommen Sie aber bei der aktuellen Goldpreis-Entwicklung für weniger Euro dann mehr Gold...
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Ähnliches gilt auch für Silber. Hier sollten Sie aber beachten, dass der Silberpreis wesentlich volatiler (also sprunghafter) als der Goldpreis ist.
Zum ersten Teil von: Ein wichtiger Tag für die Finanzbranche steht bevorähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Martin (27.01. 2011 21:22 Uhr):
Sehr geehrter Herr Firley, "Gold ist echtes Geld"... ich kanns ja schon fast nicht mehr lesen... Warum sollte es das denn sein? Gold lässt sich (so war jüngst an anderer Stelle zu lesen) zu ca. 500 € / Unze "produzieren". Alles darüber ist IMHO einfach nur Gezocke. Die Tatsache, dass deutlich weniger verbraucht als produziert wird macht das auch nicht stabiler. Soweit mal zu meiner Gegenthese. Nun bin ich ja auch nicht der Stern der Weisheit und will auch nur dazulernen. Warum sollte nun also ausgerechnet Gold "echtes" Geld sein? MfG Martin
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