Goldpreis bei 900 Dollar
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 14. Januar 2008 07:30 Uhr
ENL5454
Auch in der zweiten Börsenwoche des Jahres 2008 standen die Zeichen auf Sturm. Der deutsche Leitindex verlor erneut mehr als ein Prozent.
Auffällig ist, dass vor allem der japanische Markt weiter sehr schwach tendiert. Seit Jahresanfang gab der Nikkei sage und schreibe acht Prozent nach und notiert auf einem Zwei-Jahres-Tief. Der Dax verlor indes „nur“ vier Prozent. Bei den deutschen Nebenwerten geht es dagegen extrem rau zur Sache. Diverse Einzelwerte wie zum Beispiel Arcandor haben sich in den letzten Monaten halbiert.
Kursgemetzel im Hintergrund
Von den Massenmedien weitgehend ungeachtet spielt sich auch bei den deutschen Immobilienaktien ein dramatisches Kursgemetzel ab. Jedenfalls ist von „Aufschwung“ am Kurszettel deutscher „Betongoldpapiere“ extrem wenig zu spüren. Im Gegenteil, das Wort „Krise“ ist sehr wohl angebracht. Auch wenn dies ja in den auf Hochglanz und „heile-Welt“ getrimmten Massenmedien eher ein Fremdwort ist.
Woche der Wahrheit für US-Finanzwerte
Auf alle Fälle dürften die stürmischen Zeiten an den Börsen alles andere als schnell wieder vorbei sein. Denn in den nächsten Tagen werden Citigroup (am Dienstag), JP Morgan Chase (am Mittwoch) und Merrill Lynch (am Donnerstag) ihre Zahlen präsentieren.
Des weiteren werden einige wichtige US-Konjunkturdaten veröffentlicht. Unter anderem die Einzelhandelsumsätze für Dezember (am Dienstag), die Verbraucherpreisdaten (am Mittwoch) und das (vorläufige) Verbrauchervertrauen am Freitag.
Technische Warnsignale
Die technische Ausgangslage für die US-Börsen hat sich ebenso zugespitzt. Der Dow Jones Transport Index hat erst in jüngster Vergangenheit ein klares Verkaufssignal generiert. Ebenso der Russell 2000. Dow Jones Index bzw. S&P 500 stehen auf Messers Schneide.
Anders formuliert, die Zeichen stehen auf Sturm!
Gelbes Edelmetall in Rekordlaune
Vollkommen unbeirrt von den Turbulenzen am Aktienmarkt kennt das gelbe Edelmetall nur noch eine Richtung. Und zwar nach oben. Am Freitag schoss der Preis für eine Feinunze Gold zwischenzeitlich auf 900 Dollar, ehe leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Nicht zuletzt diverse Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke über konjunkturelle Risiken gaben der Notierung weiteren Auftrieb.
Papierwährungen werten ab
Sehr positiv ist auch, dass sich der Goldpreisanstieg in allen Papierwährungen vollzieht. Mittlerweile muss man für eine Feinunze Gold deutlich mehr als 600 Euro bzw. fast 1000 Schweizer Franken berappen.
Die Flucht ins Gold findet global statt.