Goldpreis auf Allzeithoch
Dominque Braun in Investors Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 22. Juni 2010, 18:00 Uhr
ENL5462
am 18. Juni 2010 wurde erneut ein neues Allzeithoch beim Goldpreis gesehen. Im Londoner Handel stieg das Metall auf gut 1.260 Dollar pro Unze an. Dies macht wieder einmal mehr die Unsicherheit deutlich, die derzeit an den weltweiten Finanzmärkten vorherrscht.
Denn zwei wesentliche Gründe führten zu diesem neuen Rekordanstieg des Metalls. Auf der einen Seite waren es Käufe der Anleger aufgrund von Befürchtungen über die Beschaffenheit der Regierungshaushalte in Europa. Auf der anderen Seite wurden auch wieder einmal Befürchtungen laut, inwieweit sich die Wirtschaft in den USA wirklich in einem nachhaltigen Umschwung befindet.
Dies sind alles Faktoren, die den Goldpreis weiter stützten und den Aufwärtstrend erneut verstärkten.
Abb.1: Auf diesem Tageschart können Sie deutlich den Aufwärtstrend des Goldpreises über die letzten drei Jahre erkennen. Diesen Aufwärtstrend habe ich Ihnen anhand des eingezeichneten Trendkanals verdeutlicht. Zudem erkennen Sie das aktuelle Preisniveau vom 18. Juni anhand des rot eingezeichneten Pfeils (Quelle: Bloomberg).
Noch deutlicher wird die Höhe des aktuellen Goldpreises, wenn wir uns einen Chart über die letzten 15 Jahre anschauen:
Abb.2: Auf diesem Wochenchart können Sie die Entwicklung des Goldpreises seit 1995 erkennen. Schön wird deutlich, wie hoch der Goldpreis aktuell notiert (Quelle: Bloomberg).
Wo geht die Reise hin?
Über Prognosen über einen weiter steigenden Goldpreis mangelt es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Denn viele Marktteilnehmer gingen aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise schon seit Jahren von weiteren Kursanstiegen beim Metall aus.
In diesem Zusammenhang gab es eine aktuelle Prognose von Standard Bank. Analysten rechnen für dieses Jahr mit einem weiteren Anstieg des gelblichen Metalls auf 1.300 Dollar pro Unze. Dies wurde vor allem damit begründet, dass sich sowohl die Währungen aus den USA und Europa gegenüber asiatischen Währungen aufgrund der aktuellen schwierigen Wirtschaftslage in USA und Europa schlechter entwickeln werden. Da es keine sofortige Alternative zu den Währungen US-Dollar und Euro geben wird, steigt dadurch die Nachfrage nach Gold weiter an, so die Analysten der Bank.
Na ja, weit sind wir ja nicht mehr von der 1.300er-Marke weg. Das Erreichen dieser Marke wäre auf jeden Fall eine weitere psychologisch wichtige Marke. Wenn ich mich aber nochmal zurückerinnere an einige Monate zuvor, dann hörte ich bereits Prognosen von 2.000 Dollar pro Unze und mehr. Die Prognose von Standard Bank scheint daher aufgrund des aktuellen Preisniveaus von gut 1.260 Dollar pro Unze eher konservativ, aber realistisch. Auf der anderen Seite darf man natürlich vergessen, dass der Goldpreis seit Jahresbeginn bereits um gut 14 Prozent zulegen konnte.
Das zehnte Jahr in Folge positive Performance?
Noch ist das Jahr nicht zu Ende, aber in wenigen Tagen neigt sich zumindest das erste Halbjahr dem Ende entgegen. Wie bereits angedeutet, hat sich der Goldpreis seit Jahresbeginn bereits deutlich positiv entwickeln können und die Chancen stehen gut, dass auch 2010 ein positives Jahr für Gold sein wird. Denn seit dem Jahr 2000 gab es fortlaufend nur positive Entwicklungen für den Goldpreis. Das Jahr 2010 könnte damit das zehnte Jahr in Folge mit einem „Plus" vor der Performance enden. Allein im vergangenen Jahr konnte sich das Metall um mehr als 20 Prozent positiv entwickeln.
Ich wünsche Ihnen jetzt eine weiterhin erfolgreiche Woche.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun
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