Goldkauf: Weitere wichtige Fragen erörtert...
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 11. März 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
eigentlich wollte ich erst morgen den zweiten Artikel zum Thema „Goldkauf“ bringen. Jedoch muss auch mal wieder das IW-Archiv „auf Vordermann“ gebracht werden, was ich für morgen gerne tue.
Somit setzen wir uns schon heute mit den Fragen auseinander:
- „Goldkauf - ja oder nein?“
- „Wenn ja, in welcher Form und wie viel“?
Als erstes sollte geklärt werden, aus welchem Motiv heraus Sie erwägen, zu Edelmetallen zu greifen. Kaufen Sie Gold nur, weil Sie auf eine zukünftige Preissteigerung gegenüber dem Euro / US-Dollar wetten wollen? Oder geht es Ihnen um den eigenen finanziellen Schutz und dem Ihrer Familie vor einem möglichen Euro-Zerfall / Euro-Abwertung und eventuell auch einer Währungsreform? Damit wird auch klar, mit welchem Anlagehorizont / welcher Anlagedauer Sie grob zu rechnen haben.
Wenn Sie Gold nicht als Investor, sondern eher aus der Sicht eines Traders kaufen wollen, um beispielsweise darauf zu wetten, dass Gold in Euro gemessen innerhalb des nächsten Jahres um 20% ansteigt, dann lohnt sich der Kauf von physischem Edelmetall kaum. Vielmehr bietet es sich an, mittels börsengehandelter ETFs, Gold(minen)fonds oder Derivaten auf diese Preisbewegung zu spekulieren. Sie bleiben damit flexibel und können zu jeder Zeit mit einem Mausklick Ihre virtuelle Goldposition verkaufen.
Geht es Ihnen mehr um langjährigen Kaufkrafterhalt Ihres Geldes, wollen Sie einen Teil Ihres Cashs anonym parken und sich gleichzeitig gegenüber Inflation, Staatsbankrotten und einer möglichen Währungsreform (DM / Euro 2.0 o.ä.) schützen, so ist der physische Besitz von Gold (neben Goldminenaktien) die beste Alternative.
Eine alte Börsenweisheit zum Thema Gold...
Eine alte Börsenweisheit besagt: „Halte 10% deines Vermögens in physischem Gold, und hoffe, dass du dieses nie brauchen wirst“. Unser auf Papierwährungen aufgebautes Finanzsystem stand innerhalb der letzten Dekaden schon mehrmals kurz vor dem Zusammenbruch (1973 Bretton Woods, 1998 LTCM, 2008 Lehmann Brothers). Gleichzeitig zeigt die aktuelle Lage um Griechenland, Island und Großbritannien, wie fragil und instabil doch unser Fiat Money Geldsystem ist. Eine Versicherung in Form von physischen Edelmetallen gegenüber einem „monetärem Supergau“ halte ich dieser Tage für mindestens so wichtig, wie eine private Haftpflichtversicherung.
Halten Sie 10%, 20% oder 30% Ihres Vermögens liquide in Gold und Silber, in der Hoffnung es niemals brauchen zu müssen. Gerade jungen Menschen (wozu ich mich natürlich auch zähle) empfehle ich, statt eine Riester Rente o.ä. jeden Monat einen kleinen Sparbetrag in Edelmetalle zu investieren. Von Riester, Rürup, der staatlichen Rentenversicherung und dem Euro spricht in 30 Jahren vermutlich keiner mehr. Aber Sie werden sich mit Gold und Silber immer etwas zum Anziehen, zu Essen und eine Wohnung leisten können. Zu physischen Edelmetallen gibt es somit keinerlei Alternativen. Auch wenn Ihnen manch ein "Experte" etwas anderes erzählen will. Gold braucht keine Zinsen abzuwerfen. Denn es erhält die Kaufkraft Ihres hart erarbeiteten Geldes, was letztendlich viel mehr wert ist - besonders in den aktuell unsicheren Zeiten.
Neben physischem Gold haben Sie auch die Möglichkeit, direkt in eine oder mehrere bessere Goldminen zu investieren. Jedoch empfehle ich Ihnen, dies nur als Diversifizierung (kleines Renditeschmankerl) und nicht als Ersatz für physisches Gold und Silber zu wählen.
Weiterhin gibt es mittlerweile seriöse ETFs (wie z.B. den der Züricher Kantonalbank), welche für das eingezahlte Papiergeld Gold physisch einlagern (beachten Sie die ggf. intransparente steuerliche Gesetzgebung).
Und zu guter Letzt geben Ihnen Anbieter wie BullionVault die Möglichkeit, Gold zu sehr günstigen Konditionen international verwalten zu lassen. Das Geld wird bei BullionVault in Tresoren in London, New York oder Zürich aufbewahrt. Ihre Kosten sind (inkl. Versicherung) dabei sehr gering und es fallen keine Extrakosten für zusätzliche Dienst an. Und das Wichtigste: Das von Ihnen angekaufte Gold kann sogar bei einer Insolvenz von BullionVault nicht zur Befriedigung der Gläubiger genutzt werden.
Weitere alternative Anbieter mit ähnlichem Geschäfstkonzept sind u.a. „Taunus Edelmetalle AG“, „Commodity Mida Trading AG“ (Dubai) oder die „DirectGold AG (Lichtenstein)“. Beachten Sie bitte, dass mir durch die Nennung dieser „Adressen“ keinerlei monetären Vorteile entstehen und ich auch nicht für die Firmen meine Hand ins Feuer legen kann / werde. Diese Empfehlung sind reine Rechercheergebnisse zu Ihren Gunsten. Ich will Ihnen lediglich ein paar Ergänzungen zum klassischen Goldkauf zeigen. Nur Sie selbst übernehmen die Verantwortung für Ihr Handeln und die Nennung der Firmen hier ersetzt nicht die eigene Due Diligence Ihrerseits!
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser und der gestrigen Ausgabe die wesentlichen Fragen rund um den Goldkauf etwas vereinfachen.
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Jürgen Kübler (12.03. 2010 07:55 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn, vielen Dank für Ihre aus meineer Sicht wichtigen Hinweise zum Thema Gold als Vermögensschutz. Bereist seit 4 Jahren spare ich in physische Edelmetalle als Mitglied der Einkaufsgemeinschaft. Mit freundlichen Grüßen Jürgen Kübler
Antworten
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