Goldkauf Ja, aber wie?
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 13. Oktober 2006 20:45 Uhr
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Heute möchte ich eine brennende Frage beantworten, die mich hin und wieder in Gesprächen erreicht. Vor allem bei Feiern im Freundes- und Familienkreis wird ja vor allem in Deutschland gerne über das Geld, oder auch das nicht vorhandene Geld gesprochen.
Dass eine Anlage in Gold wertvoll ist weiss mittlerweile jeder. Aber nur wenige wissen wie sie denn konkret in Gold anlegen können.
Grundsätzlich gibt es für den Goldkauf 2 Möglichkeiten.
1.) Sie kaufen über ihre Bank an der Börse
Als mögliche Anlageformen dient hier beispielsweise ein Goldzertifikat, ein Gold-ETF (vereinfacht gesagt ist das die US-Bezeichnung für Zertifikate, die an einer US-Börse notiert werden), ein Optionsschein oder die indirekte Anlage in eine Goldmine.
2.) Sie kaufen Gold physisch
Um Gold physisch zu kaufen können Sie sich an entsprechende Handelsgesellschaften wenden, sich an Ihre Hausbank wenden oder es bei eBay versuchen (wobei letzteres natürlich sehr unsicher und meines Erachtens nur im Falle vom Münzenkauf in kleinem Umfang zu empfehlen ist). Sie können dabei das Gold in Form eines Barrens kaufen oder eben Goldmünzen. Achten Sie dabei aber vor allem darauf, dass Sie so genannte „Bullion Coins“ also keine Sammlermünzen, sondern Goldmünzen mit einem relativ hohen Goldanteil bzw. einem hohen Schmelzwert, kaufen.
Die bekanntesten Bullion Coins sind der südafrikanische Krügerrand, die kanadische Maple Leaf, der amerikanische American Eagle und der österreichische Philharmoniker.
Aber welche Variante ist jetzt die beste?
Nun, Gold dient schlussendlich nur 1 Zweck. Nämlich der Absicherung vor einem Wertverlust aller Papergeldwährungen. Schlussendlich haben Papiergeldwährungen eines gemeinsam, sie kehren früher oder später zu ihrem inneren Wert von Null zurück. Also macht es in Zeiten von ausufernden Staatsschulden und von Seiten der Regierung angeordneter Fälschung der Inflationsdaten (ja ich habe zum Beweis noch Speisekarten von Pizza Lieferdiensten aus DM Zeiten bei mir zu Hause…) durchaus Sinn in Gold anzulegen.
So lange das Weltfinanzsystem noch einigermassen funktioniert und ich vom Anstieg des Goldpreises einen netten Zugewinn für mein Depot erwarte kaufe ich auch Goldzertifikate und Minenaktien. Wehe aber es kommt zum finanztechnischen Supergau. Durch Hedgefondspleiten, Krieg oder was auch immer. Dann bleibt nur noch das physische Gold zu Hause oder in einem Bankschliessfach übrig.
Schlussendlich wird Ihnen nämlich niemand ausser Sie selbst garantieren können, dass Sie im Notfall auch wirklich den Zugang zu ihrem Gold haben. Selbst goldgedeckte Zertifikate sind da nicht mehr sicher. Zum einen könnte der Emittent Pleite gehen oder der Goldbesitz von Privatinvestoren wird kurzerhand verboten, wie es in den USA von 1933 bis 1974 der Fall war. In dieser Zeit stieg das Gold von 20 US-Dollar auf 47 US-Dollar je Unze. Kurzerhand verbot Präsident Rossevelt mit der Presidential Executive Order 6102 den Privatbesitz von Gold. Schlussendlich wurde sogar der Zentralbank der USA der Fed, die angeblich eine private Institution sein soll (das ich nicht lache) per 31. Januar 1934 von ihrem Gold entledigt und das Gold landete im Besitz des US-Finanzministeriums.
Eine lustige Begründung lautete damals vor dem US-Senat: "Doctor, you don't understand about these gold certificates. These are not certificates that you can get gold. These are certificates that gold has been taken away from you."
Jene US-Bürger die ihr Gold damals jedoch illegal in der Schweiz oder in einem Bankschließfach oder eben zu Hause versteckt hielten, wurden von dieser Maßnahme verschont.
Kaufen Sie also immer auch etwas physisches Gold. Nicht zum zocken, sondern als langfristige Sicherheitsanlage!
Ihr
Andreas Lambrou