Goldinvestoren: drittgrößtes Kaufvolumen aller Zeiten
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 21. November 2011, 08:30 Uhr
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Im dritten Quartal diesen Jahres kauften Investoren insgesamt 468 Tonnen Gold. Mehr gekauft wurde nur zweimal zuvor: Anfang 2009 und im Frühjahr 2010. Viel gekauft wird offenbar immer dann, wenn die Nachrichtenlage besonders beängstigend ist. Der Goldboom hat jedoch auch seine Schattenseiten. Wie beim Silber wird inzwischen rund die Hälfte des Angebots als Anlagegut gekauft und eingelagert.
In Dollar gerechnet wurde 41% mehr in Gold investiert als im Vorquartal
In Tonnen gerechnet stieg das Kaufvolumen der Investoren im dritten Quartal um 25% gegenüber dem Vorquartal. Aufgrund des stark gestiegenen Goldpreises wurde effektiv sogar 41% mehr investiert, nämlich 25,6 statt 18,1 Milliarden US-Dollar. Damit kauften Investoren 44,4% des weltweit angebotenen gelben Metalls auf. Sechs Monate zuvor war es weniger als ein Drittel.
Der Goldmarkt ist von Nachrichten getrieben
Nur zweimal zuvor wurde mehr Gold gekauft - und nur zweimal zuvor war der Anteil der Investoren höher. Man könnte denken, zum ersten Mal kauften die Investoren direkt nach Lehman Brothers mehr Gold. Doch das war nicht der Fall. Am meisten Gold orderten die Investoren erst im ersten Quartal 2009. Denn die zahlreichen kreativen Notenbankinterventionen schürten Inflationsängste.
Beim zweiten Mal war das große Thema die Eurokrise. Als Griechenland offiziell nur noch mit Hilfe der anderen Euromitglieder seinen Verpflichtungen nachkommen konnte, schoss das Kaufvolumen der Investoren in die Höhe.
Kaufnachfrage stieg in Europa am stärksten
Bezeichnenderweise stieg das Ordervolumen der Investoren im dritten Quartal 2011 in Europa am stärksten. Immer mehr Europäer schichten Geld in Gold um, selbst in Ländern, in denen Gold bislang keine Rolle spielte wie zum Beispiel in Frankreich.
Investoren kaufen antizyklisch - trotzdem bleibt Gold volatil
Gekauft wird von den Investoren oft antizyklisch - also dann, wenn die Preise nachgeben. Das antizyklische Kaufverhalten stützte bislang den Goldpreis. Gleichwohl konnten die Investoren größere Preisstürze wie im September nicht verhindern. Im September gaben die Preise um 20% nach.
Hoher Investorenanteil könnte ein Problem werden
Die hohe Schwankungsbreite des Goldpreises trotz des antizyklischen Kaufverhaltens der Investoren sollte ein Warnsignal sein. Denn es stellt sich die Frage, wie weit der Goldpreis sinken würde, wenn die Investoren anfangen zyklisch zu handeln. Sprich, was passiert, wenn die Investoren in die fallenden Preise hinein verkaufen, um Gewinne zu sichern? In diesem Fall würde sich ein hoher Angebotsüberschuss mit kollabierenden Preisen einstellen. Denn allein die Menge des in den vergangenen vier Jahren zu Investitionszwecken gekauften Goldes entspricht etwa eineinhalb Jahresproduktionen sämtlicher Goldminen weltweit - und könnte bei sinkenden Preisen zur Verlustbegrenzung schnell wieder auf den Markt strömen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Fenske (21.11. 2011 10:08 Uhr):
Sehr geehrte Redakteure! Seit einiger Zeit lese ich die Kolumne von Herrn Kleinlein, die durch ihren direkten Bezug auf die aktuellen Unterstützungen und Widerstände anwendbare Informationen vermittelt. Er hebt sich von den "Schwafelportalen" angenehm ab. Selbst dann, wenn man nicht konform geht! Jetzt hat sich Herr Kallwaß dazu gesellt mit Hintergrund- und fundamentalen Informationen. Die Beiträge tun mir gut, weil sie argumentieren und erläutern und - jedenfalls bei mir - zu einem besseren Verständnis beitragen. Die Kallwaß-Beiträge liefern (hoffentlich) gut recherchierte Informationen und tragen so zur eigenen Meinungsbildung bei. Das nützt der sachgerechten Information. Dafür sei ihm gedankt! Ich empfinde: die Herren sind eine gute Mischung. MfG. Gunter Fenske.
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