Goldenes Fest!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 23. Dezember 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
morgen beginnt die Weihnachtszeit! Drei Tage in denen sich die Christenheit feierlich auf Liebe, Freude und vor allem Geschenke besinnt. Ich möchte nicht blasphemisch wirken, denn tatsächlich gehören Geschenke durchaus zu der altehrwürdigen Tradition dazu. Schließlich besinnen wir uns auf die Geburt des Chriskindes, welches - so steht es geschrieben - von den drei Weisen aus dem Morgenland reich mit Weihrauch, Myrrhe und Gold beschenkt wurde.
Doch von diesen - ohne Frage - damals äußerst wertvollen Rohstoffen hat nur einer seinen Wert über 2000 Jahre Menschheitsgeschichte erhalten: das Gold. Tatsächlich ist Gold nachweisbar sogar seit mehr als 6000 Jahren fester Bestandteil der menschlichen Kultur. Und nicht nur das: seit Menschengedenken ist Gold nicht nur einfach ein Rohstoff, sondern das Mittel der Werterhaltung schlechthin. Erst kürzlich haben Archäologen Beweise für die älteste Goldmine der Menschheit im sagenumwobenen Lande Kolchis entdeckt (heute Georgien). Der griechischen Mythologie zufolge ist Kolchis das Land aus welchem Jason (und die Argonauten) das Goldene Vlies raubte. So viel zur Mythologie, doch was die Archäologen bestätigen können, ist dass, die ältesten Minenarbeiter der Welt wohl Sklaven gewesen sind, die das Gold für eine fremde Macht abbauten. Ja, so weit und noch viel weiter ist die Menschheit bereit zu gehen um in den Besitz des gelben Edelmetalls zu gelangen.
Zurück zur Neuzeit: heute, wo wir alle uns als zivilisierte Menschen verstehen und bestrebt sind die Veränderungen in Wirtschaftszyklen intellektuell zu begreifen, sehen wir uns urplötzlich ( da wir oft nur in kurzen Zeitperioden denken ) wieder damit konfrontiert, uns auf das alte Mittel der Werterhaltung zurückzubesinnen.
Dabei fließen die unterschiedlichsten Faktoren als Gründe, die für den Kauf von physischem Gold sprechen, zusammen. Sei es die Deflation, welche einhergeht mit Vertrauensverlusten in andere Möglichkeiten der Geldanlage und so eine Rückbesinnung auf das alte Gold ermöglicht. Oder sei es gerade umgekehrt die anstehende galoppierende Inflation, dank Papiergeld- und Schuldenvermehrung, was wiederum zu Lasten des Wertes der Papierwährung geht. So unterschiedlich die Szenarien sind, so sehr ähneln sie sich doch gerade darin, dass sie den Menschen den Weg zurück zum altbewährten Gold weisen.
Nachfrage nach Gold auf Rekordhoch
Dem World Gold Council zufolge ist die Goldnachfrage im 3. Quartal um 51% auf ein neues Rekordhoch von 31,8 Milliarden USD gestiegen. Die private Goldnachfrage hat sich gegenüber dem Vorjahr sogar um 121% auf 232,1 Tonnen erhöht.
Kein Wunder, dass die Scheideanstalten mit der Produktion nicht mehr nachkommen!
Doch nicht nur das reine in-Händen-halten des Barrens lässt die Herzen der Menschen höher schlagen. Auch die Exchange Traded Funds erfreuen sich einer Rekordnachfrage. Bis zum Ende des 3.Quartals stieg das Volumen des durch ETFs verwalteten Goldes auf 150 Tonnen.
Den stärksten Nachfrageanstieg meldeten im Übrigen die USA, Deutschland, die Schweiz und Indien.
Unter uns - in diesem Jahr wird auch unter dem Kraus'schen Weihnachtsbaum eine Goldmünze Platz finden.
Und ich frage mich unter wie vielen Weihnachtsbäumen in Deutschland, der Schweiz und den USA noch das alte Mittel der Werterhaltung zu finden sein wird.
Vielleicht auch unter Ihrem? Wenn nicht, bedenken Sie eventuell gerade noch einen Last-Minute-Einkauf von Gold für ihre Liebsten oder sich selbst? Falls ja, dann sollten Sie auf jeden Fall noch einen Blick in den zweiten Teil werfen.
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