Goldpreisentwicklung

Gold in der Bärenfalle oder ein echtes Verkaufssignal? (Teil3)

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Goldpreisentwicklung
vom


Die Überschrift kommt Ihnen, lieber Leser, bekannt vor? Genau, am 2. Mai, also vor 2 Wochen (Gold war zu diesem Zeitpunkt 100 Dollar teurer) habe ich Sie auf den Weg des Goldbären mitgenommen und erläutert, welche Signale für einen Preisverfall im Gold sprechen. Jetzt ist es an der Zeit, meine Aussage zu präzisieren und das Kursziel zu überprüfen.


Lassen Sie mich noch einmal zusammenfassen, damit Sie sich die Goldbärengeschichte vom 2. Mai nicht extra aus dem Archiv suchen müssen.

Folgt der Goldpreis der Kursentwicklung von Goldminen? (Fortsetzung)

Eine Faustregel an der Börse lautet: Minenwerte vor physischem Handel. Damit ist gemeint, dass die Aktien von Gold- und Silberminenbetreibern dem physischen Markt für Goldbarren vorweglaufen. Eine ähnliche Entwicklung können Sie sehr oft auch bei anderen Basisrohstoffen wie Kupfer und Aluminium beobachten.

Um die Frage nach weiteren Kursrisiken zu klären, möchte ich Ihnen zeigen, wie sich die beiden Charts, die ich Ihnen vor 2 Wochen gezeigt habe, entwickelt haben. Zuerst zeige ich Ihnen die Kursentwicklung des Gold- und Silberminenindex XAU. Beginnen wir von unten nach oben, dann sehen Sie im XAU/SPX Ratio, dass der Gold- und Silberminenindex seit dem vergangenen November sehr viel schlechter gelaufen ist als der US-Aktienindex S&P 500.

Anhand des Chartbildes 1 stellen wir fest, dass ein Kurstief für Goldminenaktien im Frühjahr 2010 bei 165 Punkten lag (Skala, rechts). Zu diesem Zeitpunkt aber stand das physische Barrengold, wie wir im Chart 2 sehen können, bei 1.243 US-Dollar (2. rote Unterstützungslinie). Wie Sie sehen, haben wir innerhalb der letzten 2 Handelswochen das Kurstief im Gold- und Silberminenindex mit 141,60 Punkten kräftig unterschritten. Folgt jetzt der Goldbär seiner Spur wie vor 2 Jahren, müsste Gold auf 1.243 US-Dollar zurückfallen, oder?

 

Gestern hat Barrengold zögerlich die erste rote Unterstützungslinie bei 1.550 US-Dollar je Feinunze geknackt. Der Trendfolgeindikator MACD hat aber noch weiteres Abwärtspotenzial vor sich, weshalb ich momentan von einem ersten Kursziel bei 1.450 US-Dollar ausgehe. Das sollte dann auch zu einem RSI (oberer Chartbereich) passen, der dann ein überverkauftes Chartbild zeigen würde. Eine technische Reaktion mit steigenden Kursen würde dann im weiteren Verlauf bis zurück an die erste rote Linie bei 1.550 US-Dollar führen, die dann als Widerstandsmarke zu überwinden wäre. Alles in allem also kein Szenario, in dem ich investieren muss.

Fazit: Behalten Sie die Gold- und Silberminenaktien im Auge. Sollte sich hier ein überzeugendes Kaufsignal einstellen, ließe sich der Goldbär vielleicht an die Kette legen, aber erst dann.

 

Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen

Jürgen Nowacki,

Chefredakteur Target Trader


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