Goldpreisentwicklung

Absicherung gegen Goldpreisschwankungen

Dominique Braun in Investors Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom


Liebe Leser,

wir haben hier an dieser Stelle schon oft darüber gesprochen, dass einige Marktteilnehmer Gold oder auch Silber dazu verwenden, um sich gegen eine steigende Inflationsrate, also Teuerungsrate, abzusichern. Um dies zu tätigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Gold ist neben Silber eines der wenigen Rohstoffe, die viele Anleger physisch erwerben und dann z.B. zu Hause oder bei einer Bank in einem Tresor lagern. Andere Rohstoffe werden von Anlegern eigentlich so gut wie gar nicht physisch erworben, da es unpraktisch ist, beispielsweise einige Barrel von Rohöl zu Hause zu lagern.

Nehmen wir also jetzt an, ein Anleger hätte 500 Unzen Gold gekauft und diese in einem Tresor bei einer Bank eingelagert. Insgesamt beläuft sich der aktuelle Wert dieses Golddepots auf 565.000 USD (500 Unzen x 1.130 USD pro Unze am 10.12.09). Nehmen wir weiter an, der Goldpreis steigt auf 2.000 USD pro Unze, also auf das Niveau, welches wir bereits Anfang Dezember kurzfristig überschritten hatten. Gleichzeitig steigt damit das Golddepot des Anlegers von 565.000 auf genau 1 Millionen USD.

Der Anleger hat jetzt die Befürchtung, dass sich der Goldpreis über die nächsten drei Monate wieder deutlich verbilligen wird. Was kann der Anleger jetzt tun, damit er seinen physischen Goldbestand gegen einen möglichen Preisverfall absichern kann? Sicherlich kann der Anleger seinen Goldbestand verkaufen und sich damit die 1 Millionen USD in Cash sichern. Aber der Anleger geht langfristig von einem gleichbleibenden oder sogar steigenden Goldpreis aus und will daher seinen Goldbestand nicht verkaufen. Nichts desto trotz, rechnet er kurz- und mittelfristig mit einem deutlich zurückgehenden Goldpreis.

Absicherung gegen Goldpreisschwankungen mit Short-Hedge

Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Anleger sich in solch einer Situation gegen einen fallenden Goldpreis abzusichern. Eine Möglichkeit ist, am Terminmarkt Terminkontrakte auf Gold zu verkaufen. Wenn man Terminkontrakte verkauft, also in der Umgangssprache „Short" geht, dann setzt man auf fallende Kurse. Ein Terminkontrakt ist ein standardisierter Kontrakt, den man an einer Terminbörse handeln kann. In den USA kann man Terminkontrakte auf Gold an der Börse CME handeln und ein Kontrakt umfasst dabei 100 Unzen Gold mit verschiedenen handelbaren Laufzeiten. Wenn man einen Terminkontrakt kauft, also „Long" geht, dann setzt man auf steigende Preise. Verkauf man hingegen einen Terminkontrakt, man geht als „Short", dann setzt man auf fallende Preise.

Der physische Goldpreis notiert also in unserem Beispiel derzeit bei 2.000 USD und der Anleger möchte seine 500 Unzen am Terminmarkt für die nächsten drei Monate absichern. Er verkauft also insgesamt 5 Terminkontrakte, geht also „Short" mit 5 Terminkontrakten, mit einer Laufzeit bis März 2010. Bis zu einem bestimmten Stichtag im März 2010 muss der Anleger spätestens die Terminkontrakte dann wieder zurückkaufen. Schauen wir uns jetzt ein Szenario an:

Szenario: Goldpreis fällt von 2.000 USD auf 1.600 USD und im Februar wird das Termingeschäft aufgelöst

a)     Physisches Gold (man nennt dies auch „Long Kasse"):


Verlust von 400 USD pro Unze (1.600 - 2.000), da der physische Goldbestand durch den Preisrückgang entsprechend zurückgeht
Insgesamt Verlust: 200.000 USD (500 Unzen x 400 USD Verlust pro Unze

b)     Termingeschäft (man nennt dies auch „Short Hedge"):
Gewinn von 400 USD pro Unze (2.000 - 1.600), da mit einem Short-Terminkontrakt auf einen fallen Goldpreis gesetzt wurde und der Goldpreis tatsächlich fiel
Insgesamt Gewinn: 200.000 USD (5 Terminkontrakte x 100 Unzen pro Terminkontrakt x 400 USD Gewinn pro Unze)

In diesem Beispiel ist zwar der Wert des physischen Goldbestandes stark nach unten gegangen, aber auf der anderen Seite konnte dieser Wertverlust mit dem Absicherungsgeschäft aufgefangen werden. Dieses Beispiel führt zu einem Gesamtergebnis von 0 USD (200.000 USD Gewinn - 200.000 USD Verlust). In der Praxis geht solch ein Absicherungsgeschäft sehr selten genau mit einem Ergebnis von 0 USD aus, da sich die sogenannte Basis während der Laufzeit des Absicherungsgeschäftes verändern kann. Die Basis ist dabei nichts anderes als die Differenz zwischen dem Preis des Terminkontraktes und dem Preis der physischen Ware. Was sich genau hinter der Basis verbirgt und wie sie sich verändern kann, werde ich in Zukunft in einem anderen Beitrag hier explizit erklären.

Bei einem Absicherungsgeschäft versucht der sogenannte Absicherer, also in unserem Fall der Anleger mit dem physischen Goldbestand, keinen Gewinn herauszuschlagen, sondern so gut wie Plus-Minus-Null aus diesem Geschäft herauszugehen. Übrigens führen auch Minengesellschaften oftmals Absicherungsgeschäfte an den Terminmärkten durch, um sich gegen Preisschwankungen bei Gold abzusichern.

Wenn Sie übrigens das oben genannte Szenario umkehren, also der Goldpreis steigt um 400 USD auf 2.400 USD, dann kommen Sie auf das gleiche Gesamtergebnis von 0 USD. Neben Terminkontrakten können Sie sich auch mit Optionen gegen einen fallenden Goldpreis absichern. Das große Problem bei der Absicherung mit Terminkontrakten ist die zu leistende Sicherheitsleistung (Margin), die man aufbringen muss. Sollte während des Absicherungsgeschäfts der Goldpreis deutlich in die entgegengesetzte Richtung der eingegangenen Position am Terminmarkt laufen, dann kann es mitunter sein, dass man die Sicherheitsleistung erhöhen muss. Wenn man hingegen Optionen kauft, dann bezahlt man eine Prämie und muss keine Margin hinterlegen. Auch kann das Risiko bei Termingeschäften weitaus höher sein, als bei einem Optionsgeschäft.

Ich werde in meinem kommenden Beitrag ein weiteres Beispiel zur Absicherung des physischen Goldbestandes eines Anlegers anwenden, der sich aber dann mit Optionen absichert. Zudem werde ich Ihnen aufzeigen, wie sich eine Goldmine gegen Preisschwankungen bei Gold ebenfalls in der Praxis absichern kann.

Sollten Sie Fragen zu dieser Thematik haben, senden Sie mir bitte direkt eine Email!

An dieser Stelle wünsche ich Ihnen einen weiterhin erfolgreichen Tag!

Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun

 




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Kommentar von vollrad

Goldpreis ist niemals kurzfristig Anf. Dez über 2.000 USD gestiegen, sondern nur max. 1.218 USD! Flüchtigkeitsfehler!? freundl. Grüße G. Vollrad

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