Gold besitzt das Vertrauen
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Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Gold eigentlich wertvoll ist? Warum besitzt Gold schon seit Jahrtausenden das Vertrauen der Menschen als ein Synonym von Wert? Die Antwort ist vielleicht einfacher als Sie denken: Gold ist ein Tauschmittel, dessen Vorteil darin besteht, dass die jährliche Produktion in Relation zum Bestand äußerst gering ist.
Der Unterschied zwischen Gold und Naturalgeld
Tauschmittel gibt es wahrscheinlich seit Bestehen der Menschheit. In früheren Zeiten wurde oft so genanntes Naturalgeld als Tauschmittel verwendet. Hierbei handelt es sich meist um natürliche Stücke, wie verschiedenste Agrarrohstoffe, aber auch Rinder, Ziegen, Pelze, oder Waffen. Aber auch in neuerer Zeit finden wir Tauschmittel, die sich an den grundlegenden Bedürfnissen der Menschen orientieren. Beispielsweise der Tauschhandel mit Zigaretten, während des II.Weltkriegs.
Dennoch wird niemand Agrarrohstoffe zu einem Umlaufmittel machen. Dies scheitert allein schon an der begrenzten Haltbarkeit und somit daran, dass Agrarrohstoffe nicht oder nur bedingt zur Vermögensbildung genutzt werden können. Dies gilt überhaupt für alle Verbrauchsgüter.
Gold ist demgegenüber ein Verbrauchsgut mit dem ganz besonderen Vorteil der Wertspeicherung. Der überwiegende Teil der jährlichen Goldproduktion fließt in die Schmuckindustrie. Und obwohl Goldschmuck nicht der gleiche Anlagecharakter zukommt, wie Goldmünzen und Goldbarren, dient Schmuck neben dem „Nutzzweck“ der Verschönerung eben auch der Erhaltung eines bestimmten Wertes.
Was Gold zu Geld macht!
Tauschmittel wie Agrarrohstoffe erfüllen zwar in absoluten Krisenphasen, wie Kriegszeiten, ihren Zweck, können aber nicht langfristig als Umlaufmittel genutzt werden, weil sie nicht lange gelagert werden können und stattdessen primär dem akuten Verbrauch dienen.
Gold dagegen fungiert zwar ebenfalls als Verbrauchsgut, aber eben auch als Wertspeicher. Und dies nicht etwa, weil es weltweit so extrem wenig Gold gäbe. Tatsächlich hat die Menschheit bis dato etwa 170.000 Tonnen Gold gefördert. Der Vorteil von Gold besteht aber darin, dass der jährliche Angebotszuwachs im Verhältnis zum gesamten Goldbestand so überaus gering ist.
Dies lässt sich wunderbar an der Stock-to-flow-Ratio ablesen:
Die Stock-to-flow-Ratio gibt das Verhältnis zwischen dem Bestand eines Gutes und seiner Jahresproduktion an.
Gold bietet die höchste Stock-to-flow-Ratio

Sie sehen, gemessen an der aktuellen durchschnittlichen Jahresproduktion bräuchte die Welt rund 65 Jahre um den aktuellen Gesamtbestand an Gold aufzubauen. Bei Silber lässt das Verhältnis von Bestand zu Produktion schon deutlich nach und bei den übrigen Rohstoffen wären die weltweiten Lagerbestände bereits nach ein paar Wochen bis Monaten aufgebraucht, sollte die Produktion komplett ausfallen.
So wird deutlich, dass Rohstoffe wie Kupfer, Reis, Weizen oder Mais nicht als Tausch- und Umlaufmittel im Sinne eines monetären Gutes genutzt werden können. Denn ein monetäres Gut muss in entsprechender Menge für jeden vorhanden sein, um aufgrund allgemeiner Akzeptanz als mittelbares Tauschmittel fungieren zu können.
Dies ist das essentielle Kriterium, welches Gold von allen anderen Rohstoffen unterscheidet!
Warum Gold mehr Vertrauen besitzt als Papiergeld
Natürlich funktioniert Papiergeld nach einem ähnlichen Prinzip als mittelbares Tauschmittel. Der Unterschied zum Gold besteht allerdings darin, dass das Vertrauen in Papiergeld einzig und allein an das Vertrauen in einen Staat gekoppelt ist. Gold dagegen hat sich das Vertrauen als monetäres Gut, gerade wegen seiner einzigartigen Eigenschaft, der höchsten Stock-to-flow-Ratio aller Rohstoffe, über die Jahrhunderte hinweg verdient.
Der weltweite Goldbestand wächst durchschnittlich um 1,5% pro Jahr, was in etwa dem weltweiten Bevölkerungswachstum entspricht. Somit bleibt gewährleistet, dass das Vertrauen in die Kaufkraft des Goldes zu jeder Zeit erhalten bleibt. Denn weder ein starker Anstieg, noch ein deutlicher Rückgang der Goldproduktion innerhalb eines Jahres, können eine deutliche prozentuale Veränderung des Gesamtbestandes auslösen. Rechnen Sie nach: selbst eine Verdoppelung der Minenproduktion auf 5.000 Tonnen pro Jahr, würde den gesamten weltweiten Goldbestand nur um knapp 3% erhöhen.
Aufgrund dieser Ausgangslage werden für das monetäre Gut Gold immer zwei Dinge auf natürliche Weise verhindert: eine starke Inflationierung und auch eine starke Deflationierung.
Dagegen wachsen alle anderen weltweiten Geldmengenaggregate mit wesentlich höheren Wachstumsraten. In den USA beispielsweise ist allein die Basisgeldmenge M0 seit dem Jahr 2000 um durchschnittlich 13% pro Jahr gewachsen. Und selbst die Umlaufmengen von Kanadischen oder Australischen Dollar und Schweizer Franken sind seit dem Jahr 2000 um durchschnittlich 3,5-5% pro Jahr gewachsen.
Gold besitzt das Vertrauen der Menschen also deshalb, weil es ein monetäres Gut ist und nicht nur ein Rohstoff und weil der Goldbestand als einziges der weltweiten Geldmengenaggregate ein stabiles Wachstum aufweist, welches dem weltweiten Bevölkerungswachstum entspricht.
Das Vertrauen in Gold besteht seit Jahrtausenden, das Vertrauen in Papiergeld nur so lange, bis der Staat es wieder verliert!
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