Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Gold
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Gold besitzt das VertrauenWieso ist Gold wertvoll? Was hat Gold, was andere Tauschmittel nicht haben? Was hat die Stock-to-flow-Ratio mit dem Ganzen zu tun?
Haben Sie sich einmal gefragt, warum Gold wertvoll ist? Warum besitzt Gold seit Jahrtausenden das Vertrauen der Menschen als ein Synonym von Wert? Die Antwort ist einfacher als Sie denken: Gold ist ein Tauschmittel. Dessen Vorteil darin besteht, dass die jährliche Produktion in Relation zum Bestand äußerst gering ist.
Unterschied zwischen Gold und Naturalgeld
Tauschmittel gibt es seit Bestehen der Menschheit. In früheren Zeiten verwendete man Naturalgeld als Tauschmittel. Hierbei handelt es sich um natürliche Stücke, wie verschiedenste Agrarrohstoffe, aber auch Rinder, Ziegen, Pelze oder Waffen. In neuerer Zeit finden wir Tauschmittel, die sich an den grundlegenden Bedürfnissen der Menschen orientieren. Beispielsweise der Tauschhandel mit Zigaretten, während des II. Weltkriegs.
Dennoch wird niemand Agrarrohstoffe zu einem Umlaufmittel machen. Dies scheitert allein an der begrenzten Haltbarkeit und daran, dass man Agrarrohstoffe nicht oder nur bedingt zur Vermögensbildung nutzen kann. Dies gilt für alle Verbrauchsgüter.
Gold ist demgegenüber ein Verbrauchsgut mit dem besonderen Vorteil der Wertspeicherung. Der überwiegende Teil der jährlichen Goldproduktion fließt in die Schmuckindustrie. Obwohl Goldschmuck nicht der gleiche Anlagecharakter zukommt wie Goldmünzen und Goldbarren, dient Schmuck neben dem „Nutzzweck“ der Verschönerung auch der Erhaltung eines bestimmten Wertes.
Was Gold zu Geld macht
Tauschmittel wie Agrarrohstoffe erfüllen in absoluten Krisenphasen, wie Kriegszeiten, ihren Zweck. Wir können sie nicht langfristig als Umlaufmittel nutzen, weil wir sie nicht lange lagern können und sie primär dem akuten Verbrauch dienen.
Gold fungiert ebenfalls als Verbrauchsgut, aber auch als Wertspeicher. Dies nicht etwa, weil es weltweit extrem wenig Gold gäbe. Tatsächlich hat die Menschheit bis dato etwa 170.000 Tonnen Gold gefördert. Der Vorteil von Gold besteht darin, dass der jährliche Angebotszuwachs im Verhältnis zum gesamten Goldbestand gering ist.
Dies sieht man an der Stock-to-flow-Ratio. Die Stock-to-flow-Ratio gibt das Verhältnis zwischen dem Bestand eines Gutes und seiner Jahresproduktion an.
Gold bietet die höchste Stock-to-flow-Ratio

Gemessen an der aktuellen durchschnittlichen Jahresproduktion bräuchte die Welt rund 65 Jahre um den aktuellen Gesamtbestand an Gold aufzubauen. Bei Silber lässt das Verhältnis von Bestand zu Produktion deutlich nach. Bei den übrigen Rohstoffen wären die weltweiten Lagerbestände nach ein paar Wochen bis Monaten aufgebraucht, sollte die Produktion komplett ausfallen.
Rohstoffe wie Kupfer, Reis, Weizen oder Mais können wir nicht als Tausch- und Umlaufmittel im Sinne eines monetären Gutes nutzen. Ein monetäres Gut muss in entsprechender Menge für jeden vorhanden sein, um aufgrund allgemeiner Akzeptanz als mittelbares Tauschmittel fungieren zu können. Dies ist das essentielle Kriterium, welches Gold von allen anderen Rohstoffen unterscheidet.
Warum Gold mehr Vertrauen besitzt als Papiergeld
Natürlich funktioniert Papiergeld nach einem ähnlichen Prinzip als mittelbares Tauschmittel. Der Unterschied zum Gold besteht darin, dass das Vertrauen in Papiergeld an das Vertrauen in einen Staat gekoppelt ist. Gold hat sich das Vertrauen als monetäres Gut gerade wegen seiner einzigartigen Eigenschaft, der höchsten Stock-to-flow-Ratio aller Rohstoffe, über die Jahrhunderte hinweg verdient.
Der weltweite Goldbestand wächst durchschnittlich um 1,5% pro Jahr. Das entspricht in etwa dem weltweiten Bevölkerungswachstum. Somit bleibt gewährleistet, dass das Vertrauen in die Kaufkraft des Goldes zu jeder Zeit erhalten bleibt. Weder ein Anstieg noch ein Rückgang der Goldproduktion innerhalb eines Jahres, können eine deutliche prozentuale Veränderung des Gesamtbestandes auslösen. Selbst eine Verdoppelung der Minenproduktion auf 5.000 Tonnen pro Jahr, würde den gesamten weltweiten Goldbestand nur um 3% erhöhen.
Aufgrund dieser Ausgangslage werden für das monetäre Gut Gold zwei Dinge auf natürliche Weise verhindert: Eine starke Inflationierung und eine starke Deflationierung.
Dagegen wachsen alle anderen weltweiten Geldmengenaggregate mit höheren Wachstumsraten. In den USA ist allein die Basisgeldmenge M0 seit dem Jahr 2000 um durchschnittlich 13% pro Jahr gewachsen. Die Umlaufmengen von Kanadischen oder Australischen Dollar und Schweizer Franken sind seit dem Jahr 2000 um durchschnittlich 3,5-5% pro Jahr gewachsen.
Gold besitzt das Vertrauen der Menschen deshalb, weil es ein monetäres Gut ist und nicht nur ein Rohstoff. Und weil der Goldbestand als einziges der weltweiten Geldmengenaggregate ein stabiles Wachstum aufweist, welches dem weltweiten Bevölkerungswachstum entspricht. Das Vertrauen in Gold besteht seit Jahrtausenden. Das Vertrauen in Papiergeld so lange, bis der Staat es wieder verliert.
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