Gold – Zielzone fast erreicht!
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Paris in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 02. Februar 2004 18:00 Uhr
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*** Nach einem Zeitraum, in dem die Dinge "zu gut, um wahr zu sein" waren, was kann man da erwarten, liebe(r) Leser(in)? Eine Periode, in der die Dinge "zu schlecht, um wahr zu sein" sind. Stellen sie sich vor, dass der Dollar weiter fällt ... was für die USA die Energiekosten und andere Schlüsselimporte verteuern wird. Stellen Sie sich einen Kollaps der Kurse der US-Anleihen vor – wenn die Ausländer keine Lust mehr dazu haben, Geld zu verlieren, indem sie es in US-Anleihen anlegen. Stellen Sie sich höhere Zinssätze vor ... was die Amerikaner, die Hypotheken mit flexiblen Zinssätzen haben, hart treffen wird (die Summe der Hypotheken liegt bei 7 Billionen Dollar). Stellen Sie sich Millionen Arbeitslose vor ... Pleiten ... und die Forderungen, dass die Regierung "etwas tun" soll. Stellen Sie sich Präsident Bush oder Kerry oder Clinton vor ... mit einer Invasion in Abessinien!
*** Der Goldpreis erreichte zwischenzeitlich mein Kaufziel von 400 Dollar, er fiel sogar minimal darunter ... leider ist er heute wieder über diese Marke gestiegen. Aber was soll's, ob 402 oder 400 Dollar. Kaufen Sie!
*** Aber Moment. Was wäre, wenn die USA wirklich in eine lange Deflationsperiode abgleiten, wie das in Japan nach dem Platzen der Spekulationsblase der Fall war? Warum sollte der Goldpreis dann steigen?
Antwort: Vielleicht würde er dann nicht steigen. Aber ich kaufe Gold nicht, weil ich weiß, was passieren wird – sondern, weil ich es nicht weiß. Was ich weiß, ist, dass man lange braucht, um das Angebot an Gold zu vergrößern. Aktuell wächst das Gesamtangebot an Gold weltweit mit 1,65 % jährlich. Hingegen kann man das Angebot an Papiergeld sehr schnell erhöhen. Man muss nur eine einzige Null auf den Geldscheinen hinzu addieren – und schon hat man das Angebot an Papiergeld um den Faktor 10 erhöht.
*** Ich weiß nicht, was passieren wird. Aber Indien beginnt, mich zu interessieren. Und heute nehme ich meine Anweisungen von einem 2000 Jahre alten Hindu-Gedicht an, das Bhagavad Gita heißt: "Tu das, was Du tun sollst. Und mach Dir keine Sorgen über die Früchte. Diese werden selbstständig kommen."
George Washington drückte das anders aus: "Wir können den Erfolg nicht garantieren. Aber wir können ihn uns verdienen."
*** Ich habe mich mit den beiden führenden Kandidaten für den Job des US-Präsidenten beschäftigt.
Beide wollen derzeit Stimmen bekommen. Sie bezahlen dafür mit Integrität, eine Währung, von denen beide nicht viel zuviel haben.
Einer von ihnen hat letzte Woche eine Gesetzesvorlage, die sogenannte "Omnibus Appropriations Bill", vorgelegt – darin werden die "Outsourcing"-Verträge der US-Bundesregierung mit Übersee eingeschränkt. Das widerspricht dem Prinzip des Freihandels und des klugen staatlichen Finanzmanagements. Aber wir befinden uns in einem Wahljahr.
Der andere hat einen Gesetz vorgeschlagen, das von Call Centern verlangt, bei Anrufen mitzuteilen, von wo aus angerufen wird (ich habe die Gesetzesvorlage nicht gelesen, aber ich denke, dass die Angabe von Längen- und Breitengraden nicht ausreichend ist).