Gold – Woher sollen neue Käufer noch kommen?
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 22. Dezember 2010, 13:00 Uhr
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bei einem Preis von 250, 500 oder auch noch 1 000 Dollar gab es kaum Optimisten für Gold. Heute treffen Sie hingegen keinen mehr, der skeptisch ist. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo die Rallye in Gold und Silber thematisiert wird und kaum ein Bericht kommt im Ergebnis zu der Möglichkeit, dass die Kurse nicht noch weiter steigen werden.
Berichterstattung ist deutlich zu bullisch
Die Hausse wird in der Skepsis geboren, wächst in der Zuversicht und stirbt in der Euphorie. Ich denke, mit einem Blick auf die derzeitige Berichterstattung man kann durchaus behaupten, aktuell eine Euphorie vorzufinden.
Nur wenige kritische Stimmen
Erstmals habe ich nun (bereits vor zwei Wochen) einen Artikeln im Handelsblatt gelesen, der auch durchaus kritische Punkte anführt.
Allerdings - in anderen Artikeln, zum Beispiel 2 Tage davor, berichtet das selbe Blatt über weiteres Potential im Gold. Das ist aber völlig normal, denn in der Tat gibt es für beide Seiten hinreichend Argumente.
Nachfrage-Boom - wie lange hält die hohe Nachfrage noch an?
Für eine inzwischen gesunde Skepsis spricht demnach, dass vor fünf Jahren die ersten Goldfonds aufgelegt wurden, die das Kapital der Anleger in das Metall investierten und es physisch hinterlegen. Damit sorgten diese Fonds für einen deutlichen Nachfrageschub, der den Kurs natürlich zusätzlich in die Höhe trieb.
Ich frage mich daher ebenfalls, wie lang diese zusätzliche Nachfrage noch andauert. Ich glaube, dass eine Kehrtwende nicht mehr weit ist. Die Finanzkrise liegt weit hinter uns und das in Europa Länder pleite gehen, ist hinlänglich bekannt. Wer hier in den sicheren Hafen Gold wechseln wollte, hat dies längst getan. Schließlich wurde hier in den letzten Monaten und Jahren in den verschiedensten Medien massiv zum Einstieg getrommelt.
Nun steigen die Aktienmärkte jedoch fröhlich weiter, die Konjunktur boomt wie im Falle von Deutschland oder bildet einen Boden wie im Falle der USA. Wenn sich mehr und mehr abzeichnet, dass die Finanz- UND Eurokrise überstanden sind, werden Anleger den sicheren Hafen auch wieder verlassen.
Eine reinigende Korrektur ist längst überfällig
Am Bund Future ist sehr schön erkennbar, dass hier schon die ersten Anleger wieder renditeträchtigere Alternativen suchen. Anleihen werfen jedoch noch Zinsen ab, wenn auch zuletzt nur extrem geringe, während Gold "nur" mit Kursgewinnen im wahrsten Sinne des Wortes glänzen kann. Doch die Kurse sind inzwischen extrem weit gestiegen. Ich habe da so meine Zweifel, ob es hier noch lange so weiter gehen kann. Eine reinigende Korrektur ist längst überfällig.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Prechter (22.12. 2010 16:03 Uhr):
Hmm, ja ... Direkt darunter dann Ihre eigene Verlagsanzeige: "Reichtum ist wieder realistisch! Erzielen Sie extreme Gewinne von mindestens 614 % und 590 % beim historischen GOLD-RUN 2010/2011! ..."
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (27.12. 2010 15:32 Uhr):
Guten Tag, Herr Prechter! Bitte beachten Sie, dass die Werbung vom Verlag unabhängig vom Inhalt des Autors geschaltet wird. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (27.12. 2010 15:32 Uhr):
- Kommentar von Wolfgang (22.12. 2010 16:34 Uhr):
Von meinen Verwandten, Bekannten und Freunden hat NUR ein einziger!!! Gold. Und den habe ich überzeugt ;-) Solange die Masse noch kein Gold hat, ist das Ende noch lange nicht erreicht. Es fehlt noch die Fahnenstange. Wenn ich jemand den Goldkauf empfehle, sagen schon jahrelang fast alle "Gold ist jetzt zu teuer". Bei 600, 800, 1000 und nun bei 1100 €! Die Masse kauft erst wieder bei 2000 € und mehr. Klar, Korrekturen gibt es immer wieder, vielleicht bald? Aber es geht erst noch richtig los :-) Wetten ;-)
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (27.12. 2010 15:29 Uhr):
Hallo Wolfgang! Nun habe ich in dem einen Beitrag Ihren Aussagen zugestimmt und sie in einem anderen torpediert. Zweifelsohne KANN eine Übertreibung sehr weit, aber die Kurse und das Thema ist einfach überhitzt. Nach einer reinigenden Korrektur kann es dann ganz gemächlich weiter aufwärts gehen. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Wolfgang (28.12. 2010 09:34 Uhr):
Hallo Herr Weisenhaus, meine Aussagen waren auch eher mittel- und langfristig gemeint. Klar, Gold + Silber können (MUSS aber jetzt nicht sein) auch mal 10% oder mehr korrigieren. Aber soll ich deswegen meine Münzen (80-120% im Plus) verkaufen und in Papier eintauschen??? Langfristig werden sich noch viele wundern, wohin Gold und Silber noch steigt. Übrigens, Ihr Kollege Herr Lambrou schrieb gestern: "Das gesamte Jahr über wurden die Rohstofflagerbestände weltweit abgebaut und liegen heute auf Jahrzehntetiefs. Besonders akut ist der Engpass bei den Seltenen Erden, den Basismetallen - vor allem Kupfer - sowie beim Silber, bei dem die Vorräte, ohne die laufende Produktion, welche gerade 60% der Jahresnachfrage deckt, nur noch 8 Tage reichen"!!! Es gibt also schon einen Grund für den schönen Silberanstieg! Bei meine kurzfristigen Trades auf die EM nehme ich meine Gewinne natürlich auch mal mit, hatte Silber bei knapp über 20 USD gekauft und bei unter 29 wurde ich dann ausgestoppt, da Silber wieder unter die 30 fiel. Waren über 200% mit Hebel ;-) Bei 25 würde ich wohl wieder einsteigen, schauen wir mal, ob Sie recht behalten? Oder geht es schon weiter Richtung 50?
- Antwort von Sven Weisenhaus (28.12. 2010 12:58 Uhr):
Hallo Wolfgang! - - - Nein, wer in physisches Gold invetiert hat, macht eh nur Verluste, wenn er kurzfristig kauft und verkauft, wegen der Aufschläge. (Siehe Hinweis zum Goldkauf an Automaten im aktuellen Beitrag von gestern). - - - Der Verkauf von Lagerbeständen kann aber auch ein Zeichen für überhöhte Preise sein. Wenn ein Rohstoffbesitzer von fallenden Kursen ausgeht, dann wird er sein Lager JETZT leerräumen, um von den hohen Kursen zu profitieren. - - - Es gibt immer zwei sichtweisen. Wie es wirklich ist, werden wir erst im Zeitablauf erfahren. Daher auch die beiden Sichtweisen in meinen aktuellen Beiträgen. Beide Seiten haben gute Argumente. - - - Und der Abbau der Lagerbestände führt erst dann zu weiter steigenden Kursen, wenn die Nachfrage stabil bleibt. Ich gehe aber von einer nachlassenden Dynamik aus. - - - Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen Beitrag zu Silber, in dem ich bei etwa 22 USD zum Einstieg trommelte. Wen wundert es da, dass ich nach über 30% Gewinn in kürzester Zeit vor einer Korrektur warne?! - - - Und man muss ja nicht Gewinne komplett realisieren, man kann ja auch Teilverkäufe vornehmen. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (27.12. 2010 15:29 Uhr):
- Kommentar von Hermann Josef Bandt (22.12. 2010 16:37 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus, vielen Dank für Ihre Einschätzung. Charttechnisch ist hier eine Wolve-Wave entstanden und zwar im Tageschart. Ziel dieser Formation wäre der Bereich bei 1230 $. Die Wave wird markiert mittels des Hochs vom 14.Okt. (Punkt 1), dem Tief vom 22. Okt. (Punkt 2), dem Hoch vom 9. Nov. (Punkt 3), dem Tief vom 16.Nov. (Punkt 4) und dem Hoch vom 07. Dez als 5. Punkt. Ich rechne aktuell mit einer Korrektur im Gold. Wenn Sie nun die Punkte 1 und 4 mit einer Geraden Verbinden erhalten Sie die Projektion der Zielzone. Von dort könnte Gold dann zu höheren Zielen starten. Beste Grüße zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr und vielen Dank für Ihre Berichte sendet Hermann-Josef Bandt
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (06.01. 2011 11:40 Uhr):
Hallo Herr Bandt! - - - Ihre Beschreibung kann ich sehr gut nachvollziehen. - - - Aus der klassichen Charttechnik wäre auch ein aufsteigendes Dreieck denkbar, welches die obere Waagerechte bei 1420 hat und die aufsteigende Linie durch Ihre Punkte 2 und 4 läuft und derzeit etwa bei 1360 Punkten liegt. Bei einem Unterschreiten wären 1315 Punkte locker drin (Punkt 1 - Seitwärtsbewegung) - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (06.01. 2011 11:40 Uhr):
- Kommentar von carl seyschab (24.12. 2010 17:56 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus, folgt man dem anerkannte bestem Elliott-Wave PRAKTIKER der USA, Alf Field, so sind wir in der 5. Unterwelle vom Primary 1 von Cycle/ oder Major III. Zur Erinnerung Major I war von 2000 - 2008 Februar, 7-8 Jahre ! Major III wird keinesfalls kuerzer sein. Natuerlich kommt nach Primary 1 (nach meiner Rechnung bei $ 1,550 bis $ 1,600) eine Korrektur / Primary 2 von circa 200 - 300 USD nach unten. Alf Field empfiehlt diese 'Interims' auf jeden Fall auszusitzen und nicht auf die Idee des tradens zu verfallen, bei physischen Gold sowieso unsinnig. Primary 3 wird uns dann weit ueber USD 2,000 bringen www.usagold.com/gildedopinion/alf_field.html Ich empfehle auch den Vortrag von James G Richards am Rethinking Seminar for Future International Security der Johns Hopkins University, - ab minute 62 zu Gold : outerdnn.outer.jhuapl.edu/rethinking/VideoArchives/MrJamesGRickardsPresentationVideo.aspx Bei min. 81 - 83 hat er ein proposal der besonderen Art : die USA seien der einzige Staat der Welt der einen Plan B im Falle des Kollapses seines Geldsystems habe. Man muesse nur die noch bei der FED lagernden Goldreserven der Europaer in Hohe von 6,000 to beschlagnahmen, dann haette man zusammen mit den eigenen Goldreserven 14,000 to und koennte dann eine zu 40% goldhinterlegte stabile neue Waehrung schaffen, muesse dabei natuerlich Gold hoeher bewerten etwa im Bereich von $ 5,000 bis $ 7,000. Dann schoene Weihnachtsgruesse Carl Seyschab, County Cork, Irland PS daher auch keine Umlaute !
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (27.12. 2010 15:17 Uhr):
Guten Tag Herr Seyschab! - - - Puh, das ist aber eine extrem langfristige Sichtweise. Da bin ich persönlich aber deutlich kurzfristiger ausgerichtet, mit meinen Tradingideen, die sich natürlich auch im Wave Daily wiederspiegeln. Dennoch deckt sich die Prognose von Alf Field ja mit meiner Erwartung einer baldigen Zwischenkorrektur. 200-300 Punkte wären immerhin 15-20%. Wer weiß, woSilber dann steht. Dies könnten dann wieder Kaufkurse sein. - - - Ich denke nicht, dass die USA ein derartiges "diplomatisches Gemetzel" in Erwägung ziehen. Solche Geschichten gehören in die Schublade der Verschwörungstheorien.Natürlich ist eine solche Möglichkeit nicht völlig auszuschließen, doch wollen Sie tatsächlich auf eine derart geringe Wahrscheinlichkeit traden? Da kann man auch gleich Lotto spielen. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (27.12. 2010 15:17 Uhr):