Gold wird zu einem weiteren Spielzeug der Spekulanten
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 22. Februar 2006 12:00 Uhr
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*** Der Dow bewegte sich Ende letzter Woche immer noch bei knapp über 11.000 Punkten. Der Euro gleicht einem müden Triathleten auf seiner Schwimmstrecke, mit Blei an den Füßen und Flusswasser im Mund. Öl ist auf dem Weg nach unten. Und Gold scheint ungefähr so motiviert weiter in Richtung der angekündigten 1.000 Dollar, der 1.800 Dollar oder der 8.000 Dollar zu steigen, wie ein Viertklässler mit einer vollen Blase und einem riesigen Berg Hausaufgaben.
Ist das vielleicht der lang erwartete Auslöser für den letzten großen Blasen-Markt mit dem ich jetzt jeden Tag rechne? Harry S. Dent hat letzte Woche geschrieben:
"Entweder werden die Märkte auch weiterhin bei über 11.060 Punkten bleiben, was ein Zeichen dafür wäre, dass wir auf dem richtigen Weg sind, oder wir erleben vielleicht noch ein letztes Kaufziel und einen letzten Rückzug auf ungefähr 10800 am Dow und 2.240 an der NASDAQ, 1.250 beim S&P500 und 700 beim Russell 2000. Der nächste Widerstand liegt bei 11.300 beim Dow und dann beim absoluten Höchstwert von 11.770."
Währenddessen zeigte ein Rohstoff in den letzten vier Wochen mehr Auf und Abs als die Karriere von Ellen Degeneres: Gold ist augenscheinlich auf dem Weg, endgültig seinen mystischen Ruf als göttliche Manifestation des wieder auferstandenen Wohlstands zu verlieren. Nachdem die großen kurzfristigen Spieler Gold verkaufen als Arbitrage der kurzfristigen Preisschwankungen in kalte, harte Dollar, wurde das überschätzte Metall zu einem weiteren spekulativen Spielzeug.
*** Die meisten Amerikaner haben schon davon gehört, dass China die am schnellsten wachsende asiatische Supermacht ist. Sie haben vielleicht Recht – zumindest bislang. Doch Indien ist ihnen dicht auf den Fersen. Die klugen Investoren wissen schon, dass die Erträge aus indischen Wertpapieren bei 24 % liegen, verglichen mit China, wo sie bei 12 % liegen. Außerdem erbringen die indischen Investitionen im Schnitt das Doppelte von den durchschnittlichen chinesischen Investitionen.
Indiens BSE-Index hat in der vergangenen Woche nicht nur den höchsten Wert in 52 Wochen erreicht, sondern auch gleich den absoluten Spitzenwert im Laufe seiner Geschichte. Das ist der Beweis, dass es im indischen Kraftwerk nicht langsamer zugeht, im Gegensatz zur weit verbreiteten, ablehnenden Haltung dieser Tage. Ich würde das Wort "langsam" wohl kaum im gleichen Satz verwenden, in dem ich erwähne, dass das indische Wachstum um 7 % im vergangenen Jahr gestiegen ist (einmal ganz abgesehen vom durchschnittlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 6,8 % im Jahr seit 1994.)
Den meisten Investoren fällt gar nicht auf, dass Indien heute, was die Kaufkraft anbelangt, die fünftgrößte Wirtschaft der Welt ist, noch vor Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich und Russland. Indien hat unter den Entwicklungsländern das zweitgrößte Bruttoinlandsprodukt und hier leben 25 % der Weltbevölkerung unter 25 Jahren. Die Hälfte der indischen Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre und 80 % der Bevölkerung sind jünger als 45 Jahre. Das bedeutet, dass Indien eine Mittelschicht hat, die die Bevölkerung der europäischen Union übertrifft. Mit einer solchen Bevölkerung der Mittelschicht und einer massiv wachsenden Wirtschaft, ist es kein Wunder, dass eine kleine Gruppe von Investoren fünfmal mehr Geld macht, weil sie in Indien investiert.
Ich habe das Thema Indien zuletzt bei einem unserer berüchtigten Redaktionstreffen auf den Tisch gebracht und es stellte sich heraus, dass mein Kollege Christian DeHaemer auch bereits eine große indische Anlagemöglichkeit entdeckt hatte. Tatsächlich war er so kühn vom "Berkshire Hathaway von Indien" zu sprechen und er garantierte mir, dass diese supersichere Aktie für 15 Dollar jede Investition noch vor Juni verdreifachen wird.
Chris glaubt so stark an dieses Unternehmen, dass er tatsächlich zu mir gesagt hat: "In meinen acht Jahren als Finanzredakteur bin ich noch nie auf eine sicherere Möglichkeit gestoßen, innerhalb eines halben Jahres das Geld zu verdreifachen."
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