Gold vs. USD
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 2. März 2009, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
und wieder beginnt die Börsenwoche rabenschwarz! Erst die Teilverstaatlichung der Citigroup, dann die massive Schrumpfung der US-Wirtschaft (BIP-Rückgang um 6,2 % im 4.Quartal) und dann auch noch AIG mit einem wahnsinnigen Rekordverlust von 61,7 Milliarden USD im letzten Quartal (was den kompletten Verlust für 2008 auf knapp 100 Milliarden USD summiert). Aber dafür bekommt AIG ja nun auch weitere 30 Milliarden USD von der US-amerikanischen Regierung. Die hat's ja augenscheinlich! ;-)
Na ja, im Angesicht all dessen ist es nicht verwunderlich, dass die Marktteilnehmer sich wieder auf der Schattenseite sehen und eventuell zwischenzeitlich in der letzten Woche aufgetretener Optimismus sich wieder ins Gegenteil verkehrt hat.
Stattdessen bestimmen nun wieder eher Panik und allgemeine Hoffnungslosigkeit das Denken.
Die Aktienmärkte notieren heftig im Minus - der Dow Jones ist endlich unter seine 7.000er Marke gekracht - und der Vertrauensverlust gegenüber den Banken greift um sich und belastet die Indizes.
Die Optionsmärkte signalisieren mittlerweile sogar ein Andauern des Bärenmarktes bis ins Jahr 2011. Zumindest sind die Investoren aktuell bereit eine doppelt so hohe Prämie wie sonst zu bezahlen um sich gegen die Verlustrisiken im US-Aktienmarkt abzusichern.
Was bleibt nun im trüb-düsteren aktuellen Szenario? Die Flucht in die Safe-Havens.
Tja und so rennen sie...immer noch in die US-Treasuries, in den US-Dollar, aber auch ins Gold.
Drei Fluchthäfen stehen also zur Auswahl! Für welchen würden Sie sich entscheiden?
Lassen wir mal die verflixten, panikgebauschten Treasuries außer Acht und widmen uns den beiden starken Kontrahenten Gold und USD. Warum? Weil Gold mittlerweile immer mehr als Währung wahrgenommen wird, zumindest außerhalb der USD-Zone.
Gold vs. USD
- Warum wird der USD aktuell überhaupt als Safe Haven wahrgenommen?
Nun, im Grunde genommen schwindet aktuell das Vertrauen in fast alle großen Währungen aufgrund der wirtschaftlichen und/oder finanzmarktechnischen Probleme ihrer Heimatländer. Eigentlich sollte hiervon auch der USD betroffen sein. Ist er aber nicht, da der USD das Glück hat als weltweite Leitwährung, "Haupt-Kreditwährung", "Liquiditätswährung" in dieser Krise gefragt zu sein. Viele Kredite weltweit sind in USD nominiert. Und USD sind vorhanden - die FED stellt sie gerne anderen Zentralbanken zur Verfügung. So wird diese Krise - ich sage einmal - in USD finanziert.
Auch die Spekulationen in Bezug auf einen wachsenden Protektionismus im Finanzsystem (wird forciert durch sonst international tätige Banken, die sich im Angesicht der Krise wieder verstärkt auf ihren Heimatmarkt besinnen und nur dort die Kreditvergabe ausweiten) tragen aktuell zur Unterstützung der US-Währung bei.
- Gold als Safe Haven
Warum Gold als Safe Haven wahrgenommen wird, muss ich ja im Grunde nicht wirklich erklären. Das habe ich im Laufe der letzten Jahre schon mehr als einmal getan. Gold ist von jeher der traditionelle Safe Haven.
Aber Gold befindet sich aktuell richtiggehend in einem Kampf gegen den US-Dollar um den ersten Platz der Zufluchtshäfen.
Nachdem Gold heute zwischenzeitlich bereits wieder über 955 US-Dollar pro Unze notierte ist der Goldpreis in USD aktuell wieder auf 936 zurückgekommen. Noch hält die 930er Marke.
Aber das betrifft Gold in USD. Wie sieht es denn mit Gold woanders auf der Welt aus?
Heute hat beispielsweise der Goldpreis in indischen Rupien ein neues Allzeit-Hoch bei 1594 INR pro Gramm erreicht. Aktuell notiert der Preis bei 1561 INR pro Gramm. Und dies obwohl auch die Nachfrage von Seiten der indischen Schmuckindustrie nachgelassen hat. Aber die indische Währung hat auch stark abgewertet gegenüber dem USD zum Beispiel, was also auch die Währung Gold teurer macht.
In Dubai wurde heute zum ersten Mal der neue Gold-ETF, nach Shariah-Recht, gehandelt. Das heutige Umsatzvolumen erreichte rund 5 Milliarden USD. Kein Wunder: im Mittleren Osten stieg die Investmentnachfrage nach Gold im letzten Jahr um rund 40%. Allein im letzten Quartal fragten die Investoren 138% mehr Gold nach als in der Vergleichsperiode.
Die Menschen suchen nach Sicherheit. Doch welcher der beiden Fluchthäfen wird langfristig wirklich Sicherheit bieten?
Nun, ich sage es einmal so: die massiven Schulden der USA und die Vorgehensweise der FED durch Ausweitung ihrer Bilanzsumme noch immer mehr Schulden zu "finanzieren" und damit regelrecht auf eine Inflationierung hinzuarbeiten, lassen in mir langfristig kein Vertrauen in die US-Währung aufkommen.
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