Gold vor ganz wichtiger Unterstützungszone
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 12. Juni 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Beim Gold stehen wir aktuell vor einer ganz wichtigen Unterstützungszone.
Ich hatte in vorangegangenen Dailys ja bereits von der wichtigen Marke um 600 US-Dollar je Unze gesprochen. Das Gold hat technisch sehr stark korrigiert und befindet sich nun in einem extrem überverkauften Zustand. Innerhalb eines Monats hat das Edelmetall damit rund 100 US-Dollar bzw. 15 % seines Wertes verloren. In dieser Woche könnte es also zu ersten leichten Erholungstendenzen kommen, wenngleich diese Erholung wieder leicht abverkauft werden könnte. Ich denke das Gold wird in den nächsten 1-2 Wochen einen ersten Boden bilden, aber danach noch nicht schnell auf neue Höchstkurse steigen, sondern zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung vollziehen, die rund 3 Monate andauern dürfte.
Was mich in dieser Einschätzung unterstützt sind die beschränkten Wahlmöglichkeiten der US-Notenbank, die beide zu einem höheren Goldpreis führen würden. Die US-Notenbank befindet sich mittlerweile in einem grossen Dilemma. In den letzten Jahren wurde die US-Wirtschaft vor allem durch den steigenden Immobilienmarkt in Folge tiefer Realzinsen gestützt. Diese Stütze fällt nun mit den steigenden Zinsen nach und nach weg.Bislang waren die steigenden US-Zinsen der einzige Grund dafür, dass der US-Dollar gegenüber den wichtigen Weltwährungen noch keinen vollkommenen Zusammenbruch erlebte. Die US-Notenbank kann nur in 2 Richtungen reagieren.
Szenario 1
In einem Fall wird sie die Zinsen weiter anheben. Das würde bedeuten, dass der US-Dollar gestärkt würde, und die Inflation gebannt wäre. Leider hätte dieses Szenario den Effekt, dass wir eine US-Rezession erleben würden. Die ohnehin bereits über beide Ohren verschuldeten Verbraucher und Unternehmer müssten reihenweise Konkurs anmelden und der Staat müsste einen immer höheren Zinsanteil bezahlen, was zu sozialen Missständen und Unruhen führen würde. Schlussendlich würde der Immobilienmarkt zusammenbrechen und eine Bankenkrise auslösen.
Der Goldpreis würde in diesem Szenario zunächst fallen, dann aber mit dem Entstehen einer Finanzkrise in den USA massiv steigen.
Szenario 2
Somit bleibt der Notenbank noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die Zinsen wieder zu senken, sobald es Anzeichen einer deutlichen Konjunkturabschwächung gibt. Das würde aber den US-Dollar belasten und das Handels- und Haushaltsbilanzdefizit dürfte weiter hoch bleiben, die Inflation würde sich weiter beschleunigen und die weltweiten Notenbanken könnten sich gezwungen sehen ihre US-Dollar Währungsreserven abzustossen und teilweise in Rohstoffe umzuschichten wie es unter anderem China und Russland bereits angedeutet haben. Dies würde die Finanzierungsfähigkeit der US-Wirtschaft über das Ausland eindämmen. Die Folge wäre, dass die USA sich selbst finanzieren müssten und die Notenbank immer mehr ausstehende Anleihen zurückkaufen müsste. In diesem Szenario würde die Geldmenge immer weiter zunehmen und der Goldpreis stetig weiter nach oben getrieben werden.
Investitionsnachfrage nach Gold ist positiv
Momentan erlebt der US-Dollar eine leichte Erholung, welche die Anleger aus dem Gold und den Goldminenaktien aussteigen lässt. Es verabschieden sich spekulative Anleger. Aber keine Angst, der Trend der steigenden Investitionsnachfrage nach Gold ist weiterhin voll intakt. Die Zahl der Goldpositionen am Terminmarkt (Kontrakte) steigt seit Jahren unaufhörlich. 2002 wurden lediglich 30.000 Goldkontrakte von den Investoren gehalten. 2003 waren es bereits 67.000 Kontrakte, 2004 schon 78.000 und 2005 waren es 102.000 Kontrakte. Aktuell liegt die Zahl bei 130.000 Kontrakten. Die grosse Frage lautet wie weit sich diese Investorennachfrage noch erhöhen lässt. Dabei hilft vielleicht eine Betrachtung der Gesamtnachfrage. Die an den Börsen notierten Gold Zertifikate (Gold-ETFs) verzeichneten im 1. Quartal 2006 einen Zuwachs von 109 Tonnen auf rund 500 Tonnen. Das entspricht dem Gegenwert von 10 Milliarden US-Dollar. Das halte ich in Anbetracht der Gesamtgrösse des Goldmarktes, der bei rund 60 Milliarden US-Dollar liegt für immer noch relativ wenig.
Also langsam wieder in die Startlöcher zum Goldkauf im Sommer gehen!
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Rohstoff Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Travel Trader
Ihr Börsendienst mit dem globalen Insidernetzwerk
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Travel Trader